Rems-Murr-Kreis

Soll das Kreisimpfzentrum in Waiblingen wieder öffnen? Landrat hält nichts davon

Impfzentrum
Das Kreisimpfzentrum in der Rundsporthalle Waiblingen: Es ist zu und es bleibt zu – wenn es nach Landrat Richard Sigel geht. © Gabriel Habermann

Gerade mal einen Monat ist es her, dass das Kreisimpfzentrum seine Pforten geschlossen hat. Der Bund hatte das so angeordnet. Inklusive des genauen Termins. Alles abgebaut, weggeschafft. Nach über 62 600 Corona-Impfungen innerhalb von acht Monaten und sieben Tagen. Und jetzt? Gesundheitsminister Jens Spahn fordert die Länder dazu auf, die Impfzentren wieder zu öffnen. Spahn spricht von „Stand-by“, in dem die Impfzentren schlummerten. Was sagt Landrat Richard Sigel dazu?

Vom Kreisimpfzentrum ist nichts mehr da

Es ist nichts mehr da vom Kreisimpfzentrum. In der Rundsporthalle sollte am Samstag, 16. Oktober, endlich wieder Handball gespielt werden. Damit das hinhauen konnte, wurde in dem markanten Bau an der Rems vom 1. Oktober an richtig Gas gegeben: Wände raus, Boden raus, Stoffbespannungen aufrollen und einlagern, putzen. Was das gekostet hat, gibt die Abschlussbilanz des Kreisimpfzentrums nicht genau her. Die kompletten Sachkosten für das Kreisimpfzentrum lagen jedenfalls bei 1 250 000 Euro. Und jetzt? Soll der Landrat die Handballer und alle anderen Sportler wieder aus der Halle rausschmeißen und alles neu aufbauen? Weil Jens Spahn beschlossen hat, dass die Impfzentren doch auch jetzt noch eine feine Sache sein könnten?

Jens Spahn erklärte vor wenigen Tagen in der Rheinischen Post: „Um möglichst vielen möglichst schnell eine Auffrischungsimpfung zu ermöglichen, sollten die Länder die Impfzentren, die sie seit Ende September in Stand-by bereithalten, nun wieder startbereit machen.“ Stand-by gibt's im Rems-Murr-Kreis nicht. In Stuttgart in der Liederhalle und im Robert-Bosch-Krankenhaus übrigens auch nicht. Hier stehen keine Hallen einfach ungenutzt rum und warten auf den nächsten Einsatz.

Landrat Richard Sigel allerdings bleibt ob des erstaunlichen Ansinnens aus Berlin auffallend ruhig. Und ist in gewohnter Weise höflich-zurückhaltend. Er erklärt, dass der Betrieb der Impfzentren „aus guten Gründen“ eingestellt worden sei. Die Aussage impliziert, dass er von einer Neueröffnung gar nichts hält. Sigel spricht von „niederschwelligen Impfaktionen und dezentralen Strukturen“. Soll heißen: Wenn das „Impfen, impfen, impfen“, das Richard Sigel sich wünscht, das er als das „Wichtigste“ und als den „einzigen Weg aus der Krise“ bezeichnet, Wirklichkeit werden soll, muss das Impfen gegen Corona räumlich über den gesamten Kreis verteilt werden.

Die Erfahrung im Landratsamt und in den Kommunen ist folgende: Impfaktionen vor Ort kommen sehr gut an. Der Impftruck, die mobilen Impfteams aus Stuttgart, die irgendwo hinkommen, sei's vors Landratsamt, in die Winnender Hermann-Schwab-Halle, zur Firma Syntegon und so weiter, „wurden teils viel besser angenommen als das KIZ, das nie voll ausgelastet war“.

Landrat Richard Sigel spricht auch vom „Vertrauensverhältnis zu einem Arzt“: Es komme – neben den Booster-Impfungen – jetzt vor allem darauf an, „Menschen zu überzeugen, die sich bisher nicht haben impfen lassen“. Das könne ein Impfzentrum nicht leisten.

In der Not: Sigel setzt auf mobile Teams

Die aktuelle Situation in Sachen Corona-Impfungen resümiert Sigel so: „Das Impfen ist in die Regelversorgung durch die niedergelassenen Ärzte übergegangen und wird durch Impfaktionen vor Ort ergänzt.“ Man wisse, was die Ärzte leisteten. Sollte die Aufgabe in nächster Zukunft nicht mehr zu leisten sein, dann, sagt Sigel, „müssten die mobilen Teams ausgebaut werden“.

Von einer Reaktivierung des Kreisimpfzentrums ist keine Rede.

Gerade mal einen Monat ist es her, dass das Kreisimpfzentrum seine Pforten geschlossen hat. Der Bund hatte das so angeordnet. Inklusive des genauen Termins. Alles abgebaut, weggeschafft. Nach über 62 600 Corona-Impfungen innerhalb von acht Monaten und sieben Tagen. Und jetzt? Gesundheitsminister Jens Spahn fordert die Länder dazu auf, die Impfzentren wieder zu öffnen. Spahn spricht von „Stand-by“, in dem die Impfzentren schlummerten. Was sagt Landrat Richard Sigel dazu?

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