Rems-Murr-Kreis

Sparkassenchefin Ines Dietze wechselt von Waiblingen nach Göttingen

Sparkasse
Ines Dietze zieht es zurück in den Norden. © Benjamin Büttner

Nach sechs Jahren verlässt Ines Dietze, 54, bereits wieder die Kreissparkasse Waiblingen. Die Vorstandsvorsitzende wechselt zum 1. Januar 2022 zur Sparkasse Göttingen. Deren Verwaltungsrat hat dieser Tage Ines Dietze einstimmig gewählt. „Mit Ines Dietze ist es gelungen, eine erfahrene und in den Strukturen der Sparkassenlandschaft fest verwurzelte Persönlichkeit zu gewinnen, die das Geschäftsmodell der Sparkassen bestens kennt.“

Ende 2015 war die von der Ostseeinsel Rügen stammende Ines Dietze von der Landessparkasse Braunschweig nach Waiblingen gewechselt und verantwortet zunächst den Bereich Privatkunden. Schon eineinhalb Jahre später übernahm sie jedoch den Vorsitz. Sie war damit die erste Frau überhaupt an der Spitze einer Sparkasse im Land. Ihr Vorgänger Bernd Fickler hatte seinen Hut nehmen müssen, nachdem ihm Unregelmäßigkeiten, selbstherrliches Verhalten und die Begünstigung einzelner Personalräte vorgeworfen worden waren. Dietze setzte sich gegen ihre beiden Mitvorstände Ralph Walter und Lothar Kümmerle durch, die ebenfalls auf den Vorsitz im Vorstand einer der größten baden-württembergischen Sparkassen mit 1400 Beschäftigten und einer Bilanzsumme von mehr als neun Milliarden Euro geschielt hatten.

Die Sparkasse Göttingen ist eine Nummer kleiner als Waiblingen

Die Sparkasse Göttingen ist im Vergleich zu Waiblingen eine Nummer kleiner. Die Bilanzsumme liegt bei 4,3 Milliarden Euro, beschäftigt werden rund 780 Mitarbeiter. Erst im Jahr 2020 hatten sich die Sparkassen Göttingen und Münden zusammengeschlossen. Ein Jahr zuvor war eine geplante Fusion von vier Sparkassen im Kreis Göttingen, darunter der Mündener, am Veto einer Gemeinde gescheitert. Ines Dietze, 54, wird Anfang 2022 Nachfolgerin von Rainer Hald, der zum Jahresende nach rund 30 Jahren Vorstandsarbeit in der Sparkasse Göttingen – davon fast 20 Jahre als Vorsitzender – in den Ruhestand geht.

Unter Ines Dietze hat die Kreissparkasse Waiblingen früh damit begonnen, sich auf die sich verändernde Bankenlandschaft einzustellen und schon 2018 vorweggenommen, wozu andere Banken und Sparkassen den Vorwand Corona brauchten: die unbeliebte Schließung von Filialen. Zunehmendes Online-Banking sorgt seit Jahren dafür, dass Kunden aus den Niederlassungen wegbleiben. 2018 kündigte die Kreissparkasse an, die Zahl der Geschäftsstellen von 85 auf 72 zu verringern. Ein drastischer Schnitt. Internet-Angebote, Telefon-Beratungen oder auch Hausbesuche sollten ausgebaut werden. Anfang dieses Jahres kündigte die Kreissparkasse an, Negativzinsen auf hohe Kundeneinlagen zu erheben. Die Sparkasse will sich mit dem Negativzins gegen eine Geldflut von Neukunden wappnen, wenn immer mehr Banken und Sparkassen ein Verwahrentgelt einführen. Zunächst müssen Firmenkunden mit Negativzinsen in Höhe von 0,5 Prozent rechnen, kündigte Dietze bei der Vorstellung der im Übrigen hervorragenden Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 an.

Landrat Richard Sigel bedauert als Aufsichtsratsvorsitzender den Wechsel von Ines Dietze nach Göttingen. Zumal die Sparkasse „den Vertrag von Frau Dietze jüngst und frühzeitig verlängert hatte“, heißt es in einem Brief an die Kreisräte. „Gleichzeitig habe ich mit Blick auf Ihren Wohnsitz in Hannover Verständnis für diese persönliche Entscheidung.“

Ines Dietze, verheiratet, 54 Jahre alt und Mutter zweier erwachsener Kinder, war vor ihrer Berufung nach Waiblingen in mehreren verantwortlichen Leitungspositionen in der Sparkassenorganisation tätig. Nach ihrer Ausbildung bei der Kreissparkasse Bad Doberan studierte die Diplom-Betriebswirtin an der Fachhochschule Gotha. Von 2006 an war Dietze bei der Norddeutschen Landesbank und seit 2013 bei der Braunschweigischen Landessparkasse als Regionalleiterin tätig.

Im dreiköpfigen Vorstand der Kreissparkasse steht also ein weiterer Wechsel an. Für das aus Altersgründen ausscheidende Vorstandsmitglied Lothar Kümmerle rückt Uwe Burkert, 52, nach. Der Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) wechselt zum 1. Oktober zur Kreissparkasse Waiblingen.

Nach sechs Jahren verlässt Ines Dietze, 54, bereits wieder die Kreissparkasse Waiblingen. Die Vorstandsvorsitzende wechselt zum 1. Januar 2022 zur Sparkasse Göttingen. Deren Verwaltungsrat hat dieser Tage Ines Dietze einstimmig gewählt. „Mit Ines Dietze ist es gelungen, eine erfahrene und in den Strukturen der Sparkassenlandschaft fest verwurzelte Persönlichkeit zu gewinnen, die das Geschäftsmodell der Sparkassen bestens kennt.“

Ende 2015 war die von der Ostseeinsel Rügen stammende

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