Rems-Murr-Kreis

Speiseöl im Tank: ADAC warnt davor, Pflanzenöl statt Diesel zu tanken

Tankstelle Friz
Symbolbild. © Alexandra Palmizi

Unsere Redaktion haben in den vergangenen Tagen immer wieder Meldungen erreicht, dass Menschen wegen der steigenden Spritpreise nun Speiseöl in den Tank kippen würden. Zweifelsfrei verifizieren lassen sich diese Meldungen meist nicht – aber wäre das denn ein Problem? Und falls ja: Macht sich das beispielsweise bei der ADAC-Pannenhilfe bemerkbar?

"Wir können bisher nicht bestätigen, dass es deshalb vermehrt zu Einsätzen der ADAC-Pannenhilfe käme", sagte eine Sprecherin am Samstagvormittag (12.03.) auf Nachfrage unserer Redaktion. Entsprechende Meldungen, beispielsweise über liegen gebliebene Fahrzeuge, lägen nicht vor. Man stelle aber bereits Informationen zu dieser Thematik bereit.

Vorsicht: Pflanzenöl statt Diesel?

Pflanzenöle sind aktuell deutlich günstiger als Diesel. Fachleute des ADAC raten in einer aktuellen Mitteilung aber davon ab, sein Diesel-Auto deshalb zum Beispiel mit Salatöl zu betanken: "Das größte Problem ist der deutliche Viskositätsunterschied im Vergleich zu herkömmlichem Diesel. Pflanzenöle führen zu Startschwierigkeiten und wirken sich negativ auf Leistung und Lebensdauer des Motors aus". 

Einspritzpumpen und -düsen moderner Dieselfahrzeugen seien nicht für Pflanzenöl, das deutlich zähflüssiger ist, ausgelegt. Durch die nicht optimale Verbrennung sei kurzfristig mit Leistungsproblemen zu rechnen. "Mittelfristig kommen Motor und Kraftstoffsystem zu Schaden", so der ADAC. Auf Dauer könnte der Motor zu Schaden kommen, weil etwa saure Bestandteile der Öle Dichtungen zerfressen könnten.

Bei älteren Auto-Modellen könnten Pflanzeöle dagegen zumindest zeitweise als Diesel-Ersatz funktionieren. Das liege am geringeren Einspritzdruck, so die Fachleute. "Die Lebensdauer dieser Motoren wird aber auch hier auf Dauer eingeschränkt."

Öl als Kraftstoff: Rechtliche Hinweise

Neben der praktischen Probleme, gibt es auch ein paar rechtliche Richtlinien zu beachten: Die Hersteller von Fahrzeugen erteilen zum Beispiel keine Freigabe für das Betanken mit Speiseölen. Sollte das Fahrzeug also Schaden nehmen, könnten Garantieansprüche vielleicht nicht geltend gemacht werden.

Außerdem wird Pflanzenöl, sofern man es als Kraftstoff verwendet, laut ADAC nach dem Energiesteuergesetz besteuert. Diese zusätzlich entstehende Energiesteuer wird aber nicht bereits an der Kasse im Supermarkt entrichtet, wo das Öl als Lebensmittel verkauft wir. Autofahrerinnen und Autofahrer müssten demnach bei Ihrem zuständigen Hauptzollamt eine Steueranmeldung abgeben und den fälligen Betrag zahlen.

Supermärkte: Vereinzelt Pflanzenöl-Abgabe rationiert

Ob sich das Phänomen der Pflanzenöle in Auto-Tanks auch im Rems-Murr-Kreis schon bemerkbar macht, ist aktuell schwierig einzuschätzen. Vereinzelt haben Rems-Murr-Supermärkte die Abgabemenge von Rapsöl, Sonnenblumenöl & Co. bereits auf eine feste Anzahl Flaschen pro Einkauf rationiert.

Mit möglichen Lieferengpässen alleine lässt sich das kaum erklären. Es scheint mancherorts also zumindest vermehrt Pflanzeöl gekauft zu werden. Nur: Ob damit der Tank, oder doch die eigene Speisekammer gefüllt werden soll, das lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.

Unsere Redaktion haben in den vergangenen Tagen immer wieder Meldungen erreicht, dass Menschen wegen der steigenden Spritpreise nun Speiseöl in den Tank kippen würden. Zweifelsfrei verifizieren lassen sich diese Meldungen meist nicht – aber wäre das denn ein Problem? Und falls ja: Macht sich das beispielsweise bei der ADAC-Pannenhilfe bemerkbar?

"Wir können bisher nicht bestätigen, dass es deshalb vermehrt zu Einsätzen der ADAC-Pannenhilfe käme", sagte eine Sprecherin am

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