Rems-Murr-Kreis

Staatsanwalt zog eine Niete: Zu wenig Beweise für Betrug mit manipulierten Geldscheinen im Wettbüro

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Symbolbild. © Gabriel Habermann

Straffrei sind drei Wettbüro-Besucher aus Weinstadt und Backnang aus einem Prozess wegen Computerbetruges herausgekommen. Die Strafabteilung des Ludwigsburger Amtsgerichts hat das Verfahren ohne Weiteres eingestellt, weil es den Fußballwettenspielern nicht nachweisen konnte, dass sie mit laminierten Geldscheinen Wettscheine aus einem Automaten ergaunert haben.

Der 48-Jährige aus Weinstadt und die 44- sowie 42-jährigen Männer aus Backnang saßen zusammen mit einem 47-Jährigen aus Marbach auf den Anklagestühlen. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft legte ihnen zur Last, am 26. Januar vergangenen Jahres gegen 12.50 Uhr in einem Ludwigsburger Wettbüro laminierte Geldscheine in den Automaten gesteckt und wieder herausgezogen zu haben, um zum Nulltarif an Wettscheine zu kommen. Dem Betreiber des Wettbüros sei dadurch ein Schaden von rund 600 Euro entstanden.

Zur Vorgehensweise sagte der Ankläger, gestützt auf ein Video aus der Überwachungskamera des Wettbüros, der Marbacher hätte an dem Wettautomaten herumhantiert und die drei aus Weinstadt und Backnang hätten ihn wegen der Kamera mit ihren Körpern verdeckt. Der Verteidiger des Marbachers, Gunnar Stuhlmann, erklärte für seinen Mandanten, dieser habe „einen Hang zum Spielen“ und am Tattag 140 bis 160 Euro verloren. Nach dem Verspielen seines ganzen Geldes habe der Marbacher das Wettbüro verlassen.

„Die Anklage ist frei erfunden“, wehrte der Anwalt den Tatvorwurf ab. Seinem Mandanten sei vollkommen neu, dass mit laminierten Geldscheinen Wettscheine ergaunert werden könnten. Der Spieler aus Weinstadt bestritt mit seinem Verteidiger Bernhard Krinn den Computerbetrug „energisch“. Der 42-jährige Backnanger sagte, er sei zwar zur Tatzeit in dem Wettbüro gewesen, habe sich aber vornehmlich mit seiner Freundin beschäftigt. Der 44-Jährige aus Backnang: „Ich war auch dort. Mehr hab’ ich nicht zu sagen.“

Richterin Carolin Brenner holte den 48-jährigen Betreiber des Wettbüros in den Zeugenstand, der sich darüber beklagte, dass der Geldinhalt des Automaten nicht mit den Abrechnungen übereingestimmt habe. Das habe ihn stutzig gemacht und ihn wieder einmal dazu gebracht, die Überwachungsvideos anzuschauen, auf denen zu sehen sei, wie sich die Angeklagten an einem der Terminals zu schaffen machen. Das mit den fehlenden 600 Euro könnten nur die Angeklagten gewesen sein.

Verfahren wird eingestellt

Dem Gericht sollte noch ein Stammkunde des Wettbüros als Zeuge zur Verfügung stehen, der die Angeklagten auf dem Video gegrüßt hat und kurz mit ihnen am Tisch saß. Nach Aussage eines Polizeibeamten hatte sich dieser Mann aber schon bei ihm dagegen gewehrt, in den Betrug mit hineingezogen zu werden, und zur Gerichtsverhandlung kam er dann trotz ordnungsgemäß zugestellter Ladung nicht. Gericht und Staatsanwaltschaft versprachen sich nicht viel davon, diesen Zeugen polizeilich vorführen zu lassen, zumal der Betreiber des Wettbüros nicht einmal sagen konnte, ob sich die Beschuldigten mit den vermeintlich ergaunerten Wettscheinen, die nur in seiner Filiale eingelöst werden könnten, überhaupt Geld an der Kasse auszahlen ließen. Der Prozess ging aus wie das Hornberger Schießen, denn das Verfahren wurde ohne Weiteres eingestellt und die Kosten gehen zulasten der Staatskasse.

Straffrei sind drei Wettbüro-Besucher aus Weinstadt und Backnang aus einem Prozess wegen Computerbetruges herausgekommen. Die Strafabteilung des Ludwigsburger Amtsgerichts hat das Verfahren ohne Weiteres eingestellt, weil es den Fußballwettenspielern nicht nachweisen konnte, dass sie mit laminierten Geldscheinen Wettscheine aus einem Automaten ergaunert haben.

Der 48-Jährige aus Weinstadt und die 44- sowie 42-jährigen Männer aus Backnang saßen zusammen mit einem 47-Jährigen aus

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