Rems-Murr-Kreis

Strompreis: Das planen Süwag, Stadtwerke Waiblingen und Stadtwerke Schorndorf

Stadtwerke Schorndorf
Die EnBW erhöht den Strompreis – werden andere Grundversorger wie die Stadtwerke Schorndorf oder die Süwag nachziehen? Wir haben nachgefragt ... © Benjamin Büttner

Die EnBW erhöht zum 1. Oktober den Strompreis für ihre Bestandskunden im Rems-Murr-Kreis (mehr dazu siehe hier) – was machen die anderen Grundversorger an Rems und Murr? Wir haben uns umgehört.

Ein Grundversorger darf den Strompreis erhöhen, wenn bestimmte Kostenfaktoren, auf die er keinen Einfluss hat, ansteigen. So will es die Stromgrundversorgungsverordnung.

Zunächst eine Begriffsklärung: Grundversorger sind sozusagen die Platzhirsche, die in einem bestimmten Gebiet die Mehrheit der Menschen betreuen und auch einspringen, wenn jemand plötzlich ohne Strom dasteht, weil zum Beispiel ein anderer Versorger pleitegegangen ist. Grundversorger (ein interessanter Hintergrund dazu hier) im Verbreitungsgebiet unserer Zeitung sind

  • die EnBW in Alfdorf, Kaisersbach, Welzheim, Kernen, Remshalden, Urbach, Winterbach, Weinstadt,
  • die Süwag in Winnenden, Berglen, Korb, Leutenbach,
  • die örtlichen Stadtwerke in Schorndorf und Waiblingen.

Die EnBW hat jetzt den Schritt vollzogen: Der Verbrauchspreis „für die Kilowattstunde im Grundversorgungstarif für Haushaltsstrom liegt ab Oktober 2022 bei 37,31 Cent“, hat das Unternehmen seinen Kunden in einem Info-Brief mitgeteilt. „Das entspricht einer Steigerung um 10,02 Cent gegenüber dem September 2022“ (27,29 Cent). Wenn wir als Berechnungsgrundlage den alten Preis mit 100 Prozent ansetzen, ist das eine Erhöhung um 37 Prozent.

Für einen „Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2900 Kilowattstunden“ gibt die EnBW „eine Kostensteigerung von monatlich circa 24,22 Euro“ an.

Begründung: Der „Konflikt in Osteuropa und die weltweit stark gestiegene Nachfrage nach Strom führen bereits seit Herbst letzten Jahres zu sehr hohen Beschaffungskosten in noch nie da gewesener Größenordnung. Durch unsere vorausschauende Einkaufsstrategie konnten wir die Strompreise über ein Jahr stabil halten. Doch nun müssen wir aufgrund der weiterhin stark gestiegenen Beschaffungskosten die Strompreise anpassen.“ (Hintergründe dazu auch hier.)

Mit dem Problem durch die Decke gehender Preise an der Strombörse aber hat natürlich nicht nur die EnBW zu kämpfen. Im Prinzip gilt das für alle.

Insofern liegt eine Frage nahe: Was machen die anderen drei Grundversorger im Rems-Murr-Kreis?

Wir haben gefragt – dies sind die Antworten:

  • Süwag: Der Verbrauchspreis in der Grundversorgung liege aktuell bei 31,13 Cent/kWh brutto, teilt eine Sprecherin mit.
    „Aktuell“ sei „keine Preisanpassung vorgesehen“ – da „mit Blick auf 2023 wichtige Einflussgrößen wie die Höhe der Beschaffungskosten, die Netzentgelte oder auch die Höhe der staatlichen Umlagen“ noch nicht feststehen, „können wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Aussagen über Zeitpunkt oder Höhe einer zukünftigen Preisanpassung treffen“.
  • Stadtwerke Schorndorf: Der aktuelle Grundversorgungstarif betrage "39,113 ct/kWh", schreibt eine Sprecherin.
    „Aufgrund der Entwicklungen auf dem Energiemarkt wird es zu Preisanpassungen kommen, jedoch stehen Zeitpunkt und Höhe noch nicht fest.“
  • Stadtwerke Waiblingen:  Aufgrund von urlaubsbedingt dünner Besetzung sei eine Antwort so kurzfristig nicht möglich, teilt eine Sprecherin telefonisch mit. Die Stadtwerke wollen die Information aber nachreichen.

Man kann bei diesen Antworten relativ leicht zwischen den Zeilen lesen – zumal seit Wochen hinter den Kulissen immer wieder mal Andeutungen und Einordnungen zu hören sind. Die EnBW, heißt es, gehe bei Preiserhöhungen meist voraus und setze den Trend. Dass die anderen Grundversorger im Rems-Murr-Kreis in näherer Zukunft nachziehen werden, ist ziemlich wahrscheinlich; wenn nicht noch 2022, dann wohl 2023.

Die EnBW erhöht zum 1. Oktober den Strompreis für ihre Bestandskunden im Rems-Murr-Kreis (mehr dazu siehe hier) – was machen die anderen Grundversorger an Rems und Murr? Wir haben uns umgehört.

Ein Grundversorger darf den Strompreis erhöhen, wenn bestimmte Kostenfaktoren, auf die er keinen Einfluss hat, ansteigen. So will es die Stromgrundversorgungsverordnung.

Zunächst eine Begriffsklärung: Grundversorger sind sozusagen die Platzhirsche, die in einem bestimmten Gebiet die

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