Rems-Murr-Kreis

Tötungsdelikt am Bahnhof Endersbach: Verdächtiger 17-Jähriger steht vor Gericht

Symbolfotobahnhofendersbach
Hier wurde am 4. Juni 2021 ein toter 48-Jähriger gefunden. © Gaby Schneider

Ein 17-Jähriger steht im Verdacht, im Juni einen Mann getötet zu haben. Die Leiche des 48-Jährigen wurde am Morgen des 4. Juni am Endersbacher Bahnhof gefunden. Wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart bestätigt, hat die Verhandlung am Landgericht in dieser Sache bereits begonnen. Der Angeklagte ist minderjährig, weshalb die Öffentlichkeit ausgeschlossen ist. Voraussichtlich wird das Urteil bereits am Freitag, 12. November, gesprochen, sicher ist das aber nicht.

Begonnen hat die Verhandlung bereits am 12. Oktober. Vier Termine waren im Oktober angesetzt, zwei weitere folgen im November. Laut Dr. Johannes Steinbach, Sprecher am Landgericht, ist die ursprüngliche Terminplanung unverändert geblieben: Mit einem Ende des Verfahrens ist nächste Woche zu rechnen.

"Massive äußere Gewaltanwendung"

Eine Frau hatte am Morgen des 4. Juni gegen 5.30 Uhr den Notruf gewählt, weil sie am Gleis drei am Endersbacher Bahnhof eine leblose Person entdeckt hatte. Einsatzkräfte konnten nur noch den Tod des Mannes feststellen. In einer Mitteilung der Polizei hieß es später, der Mann sei durch „massive äußere Gewaltanwendung“ zu Tode gekommen. Bereits einen Tag später wurde der verdächtige 17-Jährige festgenommen und in U-Haft überführt.

Zum möglichen Motiv wurden keine Angaben gemacht, um Zeugen nicht zu beeinflussen, wie die Polizei im Juni mitteilte. Eine Sonderkommission mit mehr als 60 Personen hatte eine Vielzahl von Spuren ausgewertet und eine Reihe von Hinweisen aus der Bevölkerung erhalten. Bereits wenige Tage nach der Tat sagte ein Sprecher, die Polizei gehe davon aus, „wir haben den richtigen Täter“.

Nicht-öffentliche Verhandlung

Dass der Jugendliche wohl nicht wegen Mordes, sondern wegen Totschlags angeklagt werden würde, war bereits wenige Wochen nach der Tat bekanntgeworden. Weitere Informationen gab und gibt die Justiz nicht heraus: Sofern Minderjährige wegen eines Verbrechens vor Gericht stehen, gelten besondere Schutzbestimmungen – darunter eben auch, dass die Verhandlung nichtöffentlich vonstattengeht.

Totschlag bedeutet im juristischen Sinne, dass jemand vorsätzlich einem Menschen das Leben genommen hat. Der Unterschied zum Mord ist, dass Mordmerkmale wie niedrige Beweggründe oder Heimtücke nicht vorliegen.

Der Tatbestand „Totschlag“ ist in § 212 des Strafgesetzbuches geregelt. Dort heißt es: „Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. In besonders schweren Fällen ist auf lebenslange Freiheitsstrafe zu erkennen.“

Sollte der 17-Jährige wegen Totschlags verurteilt werden, wird die Freiheitsstrafe eine Dauer von maximal zehn Jahren umfassen: Es gilt Jugendstrafrecht, weil der mutmaßliche Täter zur Tatzeit minderjährig war, und Jugendliche können in keinem Fall länger als zehn Jahre in Haft kommen.

Ein 17-Jähriger steht im Verdacht, im Juni einen Mann getötet zu haben. Die Leiche des 48-Jährigen wurde am Morgen des 4. Juni am Endersbacher Bahnhof gefunden. Wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart bestätigt, hat die Verhandlung am Landgericht in dieser Sache bereits begonnen. Der Angeklagte ist minderjährig, weshalb die Öffentlichkeit ausgeschlossen ist. Voraussichtlich wird das Urteil bereits am Freitag, 12. November, gesprochen, sicher ist das aber nicht.

Begonnen hat die

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