Rems-Murr-Kreis

Tankrabatt-Ende auch im Rems-Murr-Kreis: So teuer ist Sprit über Nacht geworden

Lorinser Tankstelle Waiblinge Tankrabatt Spritpreise Donnerstag 1. September
Die Preise an der Tankstelle Lorinser in Waiblingen am Donnerstag (01.09.) zwischen 10 und 11 Uhr. © Alexandra Palmizi

Mittwochnachmittag (31.8.), 14.30 Uhr, an einer Tankstelle in Waiblingen: Fast jede Zapfsäule ist belegt, ein Auto nach dem anderen biegt auf das Gelände ein. Noch gibt es keine Wartezeiten, doch es ist ordentlich was los.

Noch einmal den Hebel am Zapfhahn drücken, um auch den letzten Kubikzentimeter des Tanks zu füllen. Bei einer Backnangerin schwappen sogar ein paar Tropfen Benzin über. Sie will es ausnutzen, noch einmal günstig zu tanken. Weil sie viel mit dem Pkw unterwegs ist, blickt sie der Entwicklung der Spritpreise nach dem Ende des Tankrabatts sorgenvoll entgegen. „Das wird man finanziell spüren.“ Mirkan Pavic hätte zwar ohnehin dringend tanken müssen, freut sich aber auch, am Mittwoch noch einmal von den deutlich unter zwei Euro liegenden Preisen zu profitieren. Er fährt sowohl privat als auch beruflich viel Auto, wird also auch weiterhin tanken müssen, auch wenn er dann wieder tiefer in die Tasche greifen muss. Die Zukunft, sagt er, macht ihm Sorgen, sowohl mit Blick auf den Krieg in der Ukraine als auch im Hinblick auf die steigenden Lebenshaltungskosten in vielen Bereichen, darunter die Spritpreise.

Viele Menschen aus dem Rems-Murr-Kreis tanken am 31.8. noch

Die meisten sind an diesem 31. August extra noch einmal zum Tanken gefahren. René Dobler aus Waiblingen schenkt seiner Tochter an diesem Nachmittag ebenfalls noch eine Tankfüllung für ihr neues, gebrauchtes Auto. Allerdings hätte er das an jedem anderen Tag auch gemacht, Tankrabatt hin oder her. Natürlich sei es schön, dass es an diesem Tag noch einmal günstig sei, den neuen Flitzer vollzutanken. „Aber mit meinem eigenen Auto fahre ich nicht noch mal extra los, ich fahre ohnehin wenig Auto.“

Für Super E10 bezahlen die Autofahrer an dieser Tankstelle am frühen Nachmittag 1,649 Euro, für Diesel 2,079 Euro. Gegen Abend hätten sie laut dem Portal tankstellenpreise.de an derselben Tankstelle sogar noch drei Cent weniger für Super E10 bezahlt. Womöglich wäre es dann aber nicht so schnell gegangen: An vielen Tankstellen bildeten sich am Abend Warteschlangen.

Leere Tankstellen am 1.9.

Aufs Tanken warten musste am Donnerstagmorgen (1.9.) niemand mehr. An derselben Waiblinger Tankstelle herrscht kurz vor 9 Uhr gähnende Leere. Kein Wunder: Diesel kostet nun 2,209 Euro pro Liter, Super E10 2,009 Euro. Eine ähnliche Entwicklung haben die Preise auch an anderen Orten. An einer Tankstelle in Schwaikheim beispielsweise bezahlte die Kunden am Mittwochvormittag 1,669 Euro für Super E10 und 2,149 für Diesel. Am Donnerstagvormittag lagen die Preise dort bei 1,999 Euro beziehungsweise 2,289 Euro.

Wer dennoch tanken muss, für den kann sich ein Blick ins Internet wieder rechnen, beispielsweise auf die Homepage tankstellenpreise.de. Während dort die Preise noch am Mittwochabend bei vielen Tankstellen sehr ähnlich waren, gibt es am Donnerstagmorgen teilweise Unterschiede von bis zu zehn Cent pro Liter.

So haben laut ADAC auch die Verbraucher einen gewissen Einfluss auf die Spritpreise, nämlich indem sie darauf achten, stets die günstigste Zapfsäule in ihrer Nähe anzusteuern. Die Preise ändern sich von Tankstelle zu Tankstelle, von Tag zu Tag und oft sogar mehrmals innerhalb eines Tages.

ADAC: Abends tanken ist am günstigsten

Grundsätzlich richten sich die Spritpreise nach mehreren Komponenten. Da sind zum einen die Einkaufspreise von Benzin und Diesel, die von den Rohstoffpreisen und damit auch der Konjunktur, der Jahreszeit oder der politischen Lage mitbestimmt werden. Auch der Dollarkurs spielt eine Rolle. Da Öl weltweit fast ausschließlich in der US-Währung gehandelt wird, steigen die Kraftstoffpreise, wenn der Dollarkurs im Verhältnis zum Euro steigt. Dazu kommt der Deckungsbetrag, der unter anderem die Kosten für Transport und Lagerung sowie den Gewinn der Mineralölkonzerne umfasst.

Zum anderen haben Steuern einen beträchtlichen Anteil an den Spritpreisen. Laut ADAC landen beim Benzin rund 48 Prozent der Tankrechnung beim Staat, bei Diesel sind es etwa 39 Prozent. Neben der Mehrwertsteuer ist vor allem die Energiesteuer entscheidend. Sie wurde während des Tankrabatts reduziert, und zwar von 65,45 Cent für einen Liter Benzin und 47,04 Cent für einen Liter Diesel auf 35,9 Cent beziehungsweise 33 Cent pro Liter. Da auch weniger Mehrwertsteuer entrichtet werden musste, lagen die Einsparungen für einen Liter Superbenzin bei 35 Cent und 17 Cent pro Liter Diesel.

Laut einer im August veröffentlichten Studie des ADAC lässt sich allein durch die Wahl des richtigen Zeitpunkts Geld beim Tanken sparen: Demnach ist Kraftstoff morgens am teuersten, kurz nach 7 Uhr ist das Preisniveau am höchsten. Anschließend falle der Preis, um nach 9 Uhr wieder anzuziehen. Im Tagesverlauf folgen laut ADAC weitere Preisspitzen gegen 10 Uhr, 13 Uhr, 16 Uhr, 18 Uhr, 20 Uhr und schließlich ab 23 Uhr. Am niedrigsten seien die durchschnittlichen Kraftstoffpreise zwischen 20 und 22 Uhr, auch zwischen 18 und 19 Uhr sei ein günstiger Zeitpunkt zum Tanken.

Mittwochnachmittag (31.8.), 14.30 Uhr, an einer Tankstelle in Waiblingen: Fast jede Zapfsäule ist belegt, ein Auto nach dem anderen biegt auf das Gelände ein. Noch gibt es keine Wartezeiten, doch es ist ordentlich was los.

Noch einmal den Hebel am Zapfhahn drücken, um auch den letzten Kubikzentimeter des Tanks zu füllen. Bei einer Backnangerin schwappen sogar ein paar Tropfen Benzin über. Sie will es ausnutzen, noch einmal günstig zu tanken. Weil sie viel mit dem Pkw unterwegs ist,

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