Rems-Murr-Kreis

Tankstellenüberfälle: Tätersuche geht weiter

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Symbolfoto. © Sarah Utz

Waiblingen. Die meisten Überfälle auf Tankstellen der vergangenen zwölf Monate sind geklärt. Mehr als ein paar Hundert Euro werden Räuber in einer Tankstelle nicht erbeuten. Dennoch riskieren Täter immer wieder jahrelange Haftstrafen wegen bewaffneten Raubüberfalls – zuletzt am 13. Juni in Schorndorf. Der Räuber ist noch nicht geschnappt. Dasselbe gilt für drei Männer, die im Januar 2017 eine Tankstelle in Waiblingen überfallen hatten.

Die Nachrichten klingen jedes Mal ähnlich: Ein Mann oder mehrere, vermummt, gern mit Kapuzenjacke bekleidet, bedrohen Angestellte in einer Tankstelle mit einer Waffe. Mit ein paar Hundert Euro in der Tasche flüchten die Täter zu Fuß. Die sofort eingeleitete Fahndung führt nicht zum Erfolg.

„Die Ermittlungen laufen. Es liegt kein Tatverdacht vor“, heißt es bei der Polizei zum Stand der Dinge, den jüngsten Tankstellenüberfall im Rems-Murr-Kreis betreffend: Am Mittwochabend, 13. Juni, betrat ein maskierter Mann eine Tankstelle in der Waiblinger Straße in Schorndorf. Er bedrohte eine Angestellte mit einer Schusswaffe. Seine Beute: mehrere Hundert Euro. Der Räuber flüchtete zu Fuß über einen Trampelpfad.

Geklaute Zigaretten in einem Bettüberzug transportiert

Der zweite bislang nicht geklärte Überfall auf eine Tankstelle liegt schon fast anderthalb Jahre zurück: Am 24. Januar 2017, einem Dienstag, suchten drei maskierte Männer gegen 22.30 Uhr eine Tankstelle in der Mayenner Straße in Waiblingen heim. Einer der Männer bedrohte den jungen Angestellten mit einer Pistole, während seine Komplizen Zigaretten klauten. Die drei verschwanden mit ein bisschen Bargeld – und transportierten jede Menge gestohlene Zigaretten in einem Bettüberzug.

Kurze Zeit nach dem Überfall veröffentlichte die Polizei Fotos aus den Überwachungskameras. Zu sehen waren Männer mit Kapuzenjacke oder Mützen, die sich schwarz-weiße Tücher vors Gesicht gebunden hatten. Die drei sind bis heute nicht gefasst.

Fahndungsfotos sind nicht mehr online

Viele Monate lang hatte die Polizei die Fotos unter der Rubrik „Fahndung“ im Internet veröffentlicht. Vor einiger Zeit sind sie dort verschwunden – „Fahndungsfotos unterliegen Fristen“, erklärt ein Polizeisprecher: „Hinweise sind nicht mehr zu erwarten.“

Das heißt nicht, dass der Fall in der Schublade verschwunden wäre. „Die Ermittlungen sind noch im Gange“, so der Sprecher.

18-Jährigen nach Raubserie gefasst

Nach einer regelrechten Raubserie im vergangenen Jahr hatte ein Fahndungsfoto zum entscheidenden Hinweis geführt: Die Polizei nahm wir haben berichtet). Seine Gerichtsverhandlung steht noch aus; der sehr junge mutmaßliche Räuber musste nicht in Untersuchungshaft. Mehrere Überfälle in Fellbach und Schorndorf werden dem jungen Mann angelastet.

Einen damals 19-jährigen Drogensüchtigen nahm die Polizei vergangenes Jahr nach einem Überfall auf eine Tankstelle in Oppenweiler als Tatverdächtigen fest. Drogensucht passt ins Bild und erklärt, weshalb jemand wegen ein paar Hundert Euro Menschen mit einer Waffe bedroht.

Deutschlandweit 620 Überfälle auf Tankstellen

Bundesweit ist die Zahl der Tankstellenüberfälle zwar im Lauf mehrerer Jahre deutlich zurückgegangen – 2017 aber im Vergleich zum Jahr davor wieder angestiegen. Im vergangenen Jahr wurden deutschlandweit 620 Raubüberfälle auf Tankstellen erfasst, nach 571 im Jahr 2016.

Der Mineralölwirtschaftsverband widmet in seinen Lernmaterialien für Auszubildende dem Thema Überfall ein ausführliches Kapitel. „Folgen Sie widerspruchslos Weisungen, die unter vorgehaltener Waffe gegeben werden“, heißt es dort, und: „Prägen Sie sich das Äußere des Täters und den Tatablauf ein. Eine gute Täterbeschreibung unterstützt die Fahndung der Polizei.“

Unter „Fahndungen“ ist auf den Internetseiten der Polizei nach wie vor ein Foto veröffentlicht von einem mutmaßlichen Bankräuber: Ein Unbekannter hat am 30. Januar dieses Jahres die Volksbankfiliale in der Marktstraße in Winnenden überfallen. Selbst nachdem die Bank eine Belohnung ausgelobt hatte auf Hinweise, welche die Ermittler auf die Spur des Täters führen, meldeten sich laut Polizei keine weiteren Zeugen, weshalb es aktuell „keine neuen Ermittlungsansätze“ gibt.

Zeugen gesucht

Der Räuber, der am 13. Juni eine Tankstelle in Schorndorf überfallen hatte, wurde wie folgt beschrieben: circa 1,70 Meter groß, schlank, dunkle Haare, bekleidet mit einer schwarzen Jogginghose sowie einer grauen Sweatjacke mit Kapuze.

Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 07151/950-0 entgegen.