Rems-Murr-Kreis

Tarifverhandlungen im Rems-Murr-Kreis: IG Metall bereitet großen Auto-Corso vor

IG Metall Warnstreiks
Bei "Bosch WaP" in Waiblingen wurde in der vergangenen Woche gestreikt. In dieser Woche war’s hier etwas ruhiger. © IG Metall Waiblingen/Ludwigsburg

Nächste Woche soll’s rundgehen: Die IG Metall bereitet einen großen Auto-Corso gen Ludwigsburg zum Forum vor. Dort, auf den großen Parkplätzen, soll dann eine Auto-Kundgebung stattfinden. Matthias Fuchs, Geschäftsführer der IG Metall Ludwigsburg und Waiblingen, erwartet zwischen 5000 und 6000 Menschen, die sich an dieser und anderen Aktionen in der kommenden Woche beteiligen werden. Denn: In der kommenden Woche werden deutlich mehr Betriebe als in den vergangenen drei die Tarifverhandlungen der Gewerkschaft unterstützen. Auch die Kleinen sollen mitmachen. Aus welchen Unternehmen aus dem Rems-Murr-Kreis die Leute kommen werden, die sich am Freitag, 26. März, ins Auto setzen und nach Ludwigsburg fahren werden, will Fuchs allerdings noch nicht bekanntgeben. Zu groß die Gefahr, dass dem gewerkschaftlichen Engagement dann von Unternehmerseite ein Riegel vorgeschoben wird, fürchtet er.

Infoveranstaltungen, Flugblätter und ein Dankeschön fürs Mitmachen

In der vergangenen Woche lag der Schwerpunkt der Streikaktionen nicht im Rems-Murr-Kreis, sondern in benachbarten Landkreisen. Im Rems-Murr-Kreis sei es, so Fuchs, eher eine Woche der „Qualität und der Argumente“ gewesen. Bei Bosch in Murrhardt gab’s eine Infoveranstaltung zu den Tarifforderungen, außerdem ein großes Dankeschön an jene, die die Warnstreiks bislang unterstützt hatten. Ähnliches passierte bei "Bosch WaP" in Waiblingen und bei Stihl.

Sollten die geplanten Aktionen nicht ausreichen, so Matthias Fuchs, müsse die IG Metall über einen ganztägigen Warnstreik nachdenken oder womöglich gleich die Urabstimmung ansetzen. Denn bei Stihl beispielsweise – dem Unternehmen gehe es „bombastisch gut“ – sage die Belegschaft, dass etwas passieren müsse.

Der Arbeitgeberverband für die Metall- und Elektroindustrie Südwestmetall sieht jedoch eigenen Angaben zufolge erst dann die Möglichkeit für Lohnerhöhungen, wenn die Metall- und Elektroindustrie das Niveau von vor der Krise wieder erreicht habe, also frühestens im Jahresverlauf 2022.

Arbeitgeberverband: "Angezettelte Warnstreiks" 

Der Vorsitzende der Bezirksgruppe Rems-Murr des Arbeitgeberverbands Südwestmetall Dr. Michael Prochaska ließ Anfang März in einer Pressemitteilung erklären, dass die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie keinerlei Verständnis für die von der IG Metall „angezettelten Warnstreiks“ hätten. Industrie und Land befänden sich immer noch in der schwersten Wirtschaftskrise der Geschichte der Bundesrepublik – wer in dieser Situation für vier Prozent mehr Geld auf die Straße gehe, streike an der Realität völlig vorbei. Prochaska kritisierte das Signal, das die IG Metall mit dem Aufruf zur Arbeitsniederlegung aussende, während nach wie vor „Zigtausende Betriebe und Millionen Beschäftigte“ in Kurzarbeit seien, „nicht wenige fürchteten um ihre Existenz“. In den vom Lockdown direkt betroffenen Branchen würden viele Menschen gerne arbeiten, dürften es aber nicht.

Die IG Metall hält dagegen: Die meisten Metall- und Elektro-Unternehmen hätten die Krise überwunden. Eine Umfrage unter Betriebsräten habe ergeben, dass in sechs von zehn Unternehmen bereits wieder Anträge auf Sonderschichten und Mehrarbeit gestellt worden seien. Das deute auf eine gute Auftragslage hin.

Die IG Metall fordert in der aktuellen Tarifrunde vier Prozent mehr für die Beschäftigten der Branche. Außerdem sollen die Perspektiven für Auszubildende und dual Studierende verbessert werden. Letztere nämlich hätten gar keinen Tarifvertrag. Ein neuer Verhandlungstermin steht nächste Woche an.

Nächste Woche soll’s rundgehen: Die IG Metall bereitet einen großen Auto-Corso gen Ludwigsburg zum Forum vor. Dort, auf den großen Parkplätzen, soll dann eine Auto-Kundgebung stattfinden. Matthias Fuchs, Geschäftsführer der IG Metall Ludwigsburg und Waiblingen, erwartet zwischen 5000 und 6000 Menschen, die sich an dieser und anderen Aktionen in der kommenden Woche beteiligen werden. Denn: In der kommenden Woche werden deutlich mehr Betriebe als in den vergangenen drei die Tarifverhandlungen

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