Rems-Murr-Kreis

Tunnelpläne für Nordostring: Aalen protestiert

Nordostring Nord-Ost-Ring Tunnel_0
Das Tageslicht erblickt der Autofahrer nur, wenn er die Anschlüsse in Remseck, Hegnach und Waiblingen passiert. Der Abschnitt, der genau auf der Route der Waiblinger Westumfahrung verläuft, soll auch versenkt werden – ein Teil der Westumfahrung verschwände quasi von der Erdoberfläche. © Laura Edenberger

Rems-Murr/Aalen.
Der Nordostring als Tunnel? Kaum hat am Dienstag Dr. Rüdiger Stihl diese Idee vorgestellt, formiert sich östlich des Rems-Murr-Kreises auch schon der Widerstand. „Ein Wahnsinn“ sei dieses 1,2 Milliarden Euro schwere Projekt, hat der Aalener Oberbürgermeister Thilo Rentschler der dortigen Ipf- und Jagst-Zeitung souffliert. Und in einem Kommentar schreibt die Zeitung: „Die Industrie im Raum Stuttgart macht Druck wegen des Nordostrings“ – die Ostalb müsse „Gegendruck aufbauen“.

Die Argumente gegen den Ring könnte Rentschler, selbst wenn er mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen würde, spontan druckreif runterbeten. Denn aufgewachsen ist der Aalener OB in ... Fellbach. Er war dort mal im Gemeinderat SPD-Fraktionsvorsitzender. Und in Fellbach, so spöttelt’s, werde man nicht mal im Koalabären-Streichelverein zum stellvertretenden Schriftführer gewählt, wenn man es wage, ein gutes Haar am Ring zu lassen.

"Für den Deutschland- oder gar Europaverkehr ist die B 29 nicht da!"

Rentschler und die Aalener sorgen sich, dass eine vierspurige Straße von Kornwestheim bis Aalen ihnen eine Blechlawine vor die Haustür kippen könnte. Von Waiblingen bis Gmünd geht es jetzt schon vierspurig; zwischen Gmünd und Aalen ist ein Teilabschnitt bereits ausgebaut, weitere sind in Planung. Fehlt noch die Passage von Waiblingen nach Kornwestheim – fertig wäre die durchs Remstal führende Ausweichroute zu den Ost-West-Autobahnen 6 und 8. „Die Landeshauptstadt wäre mit einem Nordostring im Tunnel zwar einige Verkehrsprobleme los“, ätzt die Ipf- und Jagst-Zeitung – „der Preis, den andere dafür bezahlen müssten, wäre jedoch sehr hoch“. Und Rentschler: „Für den Deutschland- oder gar Europaverkehr ist die B 29 nicht da!“

Dass die Sorge, hier könnte eine Ersatz-Autobahn entstehen, nicht völlig aus der Luft gegriffen ist, geht sogar aus der Broschüre zum „Landschaftsmodell Nordostring“ hervor, die Rüdiger Stihl am Dienstag vorgestellt hat. Darin heißt es in fairer Offenheit: Der Nordostring sei „überregional bedeutsam, weil er auch Engpässe auf den Autobahnen ausgleichen kann“.

Aber würde wirklich Fernverkehr angelockt? Der Waiblinger Oberbürgermeister Andreas Hesky, ein Ring-Befürworter, gibt zu bedenken: A 6 und A 8 wurden in den vergangenen Jahren ertüchtigt und sollen weiter ausgebaut werden. Ob eine Ersatzautobahn durchs Remstal dann überhaupt noch „Fahrzeitgewinne“ ermögliche und einen „Anziehungseffekt“ entwickle, müsse man „genau untersuchen“. Die Ipf- und Jagst-Zeitung schreibt hingegen: Es gebe Berechnungen, wonach der Nordostring täglich 11 000 Fahrzeuge mehr als bisher auf die B 29 lotsen werde – Überschrift des Kommentars: „Ostalb, bleib wachsam!“

Rems-Murr/Aalen.
Der Nordostring als Tunnel? Kaum hat am Dienstag Dr. Rüdiger Stihl diese Idee vorgestellt, formiert sich östlich des Rems-Murr-Kreises auch schon der Widerstand. „Ein Wahnsinn“ sei dieses 1,2 Milliarden Euro schwere Projekt, hat der Aalener Oberbürgermeister Thilo Rentschler der dortigen Ipf- und Jagst-Zeitung souffliert. Und in einem Kommentar schreibt die Zeitung: „Die Industrie im Raum Stuttgart macht Druck wegen des

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