Rems-Murr-Kreis

Versuchter Totschlag in Fellbach: Nach Messerstich am Hundezaun fließt Geld

Falschgeld
Symbolbild. © ALEXANDRA PALMIZI

Im Fall des versuchten Totschlags durch einen Messerstich im Zuge eines Streits zwischen zwei Hundehaltern haben die Parteien vor dem Landgericht einen Täter-Opfer-Ausgleich hinbekommen. Der Angeklagte bezahlt dem Opfer 10.000 Euro, was sich auf die noch ausstehende Verurteilung strafmildernd auswirkt.

Der 51-jährige Beschuldigte ließ am zweiten Verhandlungstag durch seinen Verteidiger Bernd Kiefer revidieren, was er beim Prozessauftakt gesagt hatte: Sein Mandant habe am 9. Februar außerhalb des Zauns seines Hunde-Freilaufs dem 42-jährigen Gassigeher nicht „aus Angst“ mit dem Messer in den Bauch gestochen.

„Ich war irgendwie wütend auf diese Leute, die da ständig mit ihren Hunden an meinem Freilauf vorbeigehen“, erklärte der Angeschuldigte danach selbst. Im Streit mit dem Hundespaziergänger sei ihm schlicht der Kragen geplatzt und mit dem Stich in den Bauch ein „echter Aussetzer“ passiert. Er habe dem Gassigeher, der seine Nerven nicht zum ersten Mal strapaziert habe, einen „Denkzettel verpassen“ wollen. Der Angeklagte entschuldigte sich bei dem Hundespaziergänger – und dieser nahm die Entschuldigung im Gerichtssaal an.

Ein "Wortgefecht" und "aufgedrehte" Hunde

Richter Holzhausen wollte von dem Besitzer eines American Stafford Terriers, der schon einmal mit dem Angeklagten in Streit geraten war, genau wissen, wie das Ganze abgelaufen ist. Der Zeuge sprach von einem „Wortgefecht“, nachdem durch sein Passieren des Freilaufs die Hunde des Angeklagten „aufgedreht“ hätten. Daran, dass er den Beschuldigten aufgefordert hätte, aus dem Freilauf herauszukommen, könne er sich nicht erinnern. „Er kam mir viel zu nah, und dann habe ich ihn am Kragen gepackt“, erzählte der Hundespaziergänger weiter. Er habe den Angeklagten „gegen ein Gebüsch drücken“ wollen. Plötzlich habe er etwas am Bauch gespürt, nachgeschaut und festgestellt, dass er blutet, fuhr der Hundespaziergänger fort. „Du Idiot, was hast du gemacht?“, habe er zum Angeklagten geschrien, der nach dem Messerstich in seinem Haus verschwunden sei – und die Polizei angerufen. Das Gericht ließ den Notruf abspielen, in welchem ein Polizeibeamter den verletzten Hundespaziergänger auffordert, sich irgendwo hinzusetzen und auf die Stichwunde zu drücken, bis der Krankenwagen da ist.

Man habe sich "hochgeschaukelt"

„Ich glaube, wir haben uns schon so ein bisschen hochgeschaukelt.“ Mit der Konkretisierung von „hochgeschaukelt“ am Morgen des 9. Februar gegen 9.30 Uhr tat sich der Gassigeher schwer. Er seinerseits habe nicht an Gewalt gedacht: „Ich bin kein Schläger und auch nicht vorbestraft“, machte er andererseits aber wieder keinen Hehl daraus, dass er sich dem Angeklagten körperlich überlegen fühle.

„Der Angeklagte ist auch kein Schlägertyp und hat auch keine Vorstrafe“, stellte Richter Holzhausen fest und fragte sich nach wie vor, warum einer mit seinem Hund am Zaun eines Hunde-Freilaufs stehen bleiben muss, nur weil darin andere Hunde bellen.

„Ich war schon ein bisschen enttäuscht, dass es nur schwere Körperverletzung ist“, zeigte sich der Gassigeher im Zeugenstand nicht wissend, dass sein Kontrahent, den er als „Einheimischen“ beschrieb, wegen versuchten Totschlags angeklagt ist.

Mit seinen 10.000 Euro Schmerzensgeld war der Hundespaziergänger zufrieden. Der Angeklagte trägt auch die Kosten seiner Nebenklage in dem Fall, der am Donnerstag um 14 Uhr fortgesetzt werden soll.

Im Fall des versuchten Totschlags durch einen Messerstich im Zuge eines Streits zwischen zwei Hundehaltern haben die Parteien vor dem Landgericht einen Täter-Opfer-Ausgleich hinbekommen. Der Angeklagte bezahlt dem Opfer 10.000 Euro, was sich auf die noch ausstehende Verurteilung strafmildernd auswirkt.

Der 51-jährige Beschuldigte ließ am zweiten Verhandlungstag durch seinen Verteidiger Bernd Kiefer revidieren, was er beim Prozessauftakt gesagt hatte: Sein Mandant habe am 9. Februar

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