Rems-Murr-Kreis

Viele Kitas im Rems-Murr-Kreis von Infektionen betroffen: Corona-Selbsttest-Konzept soll am Donnerstag (8.4.) bekannt werden

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Symbolfoto. © ZVW/Benjamin Büttner

Die Fälle von Corona-Infektionen in Kindergärten und Kindertagesstätten reißen auch im Rems-Murr-Kreis nicht ab. Der ebenfalls regelmäßig von Ausbrüchen betroffene, pausierende Schulbetrieb darf nach den Osterferien in der Woche vom 12. bis zum 16. April mit Ausnahmen keinen Präsenzunterricht, sondern nur Fernunterricht anbieten und erst ab dem 19. April in den Wechselbetrieb übergehen. Für die Kitas in Baden-Württemberg jedoch fehlt noch ein Konzept der Pandemiebekämpfung.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hatte Ende März mitgeteilt, dass die Kosten für Schnelltests für Schulen und Kitas nicht mehr über den Bund, sondern über das Land abgerechnet werden müssten. Noch immer ist nicht klar, wie das daraufhin angekündigte Selbsttestkit-Verteilungssystem des Landes funktionieren soll, sagt Sabine Laartz, Pressesprecherin der Stadt Fellbach: „Wir haben daher angeboten, das bisher erfolgreiche System mit Ärzten und Apothekern bis zum 18. April weiterzuführen, um Zeit für die Umstellung auf das Landesmodell der Selbsttestungen zu gewinnen.“ Darauf hatten sich bereits am 24. März Gabriele Zull, Fellbacher Oberbürgermeisterin und Sprecherin der Oberbürgermeister im Rems-Murr-Kreis, sowie der Vorsitzende der Bürgermeisterversammlung Thomas Bernlöhr und Landrat Dr. Richard Sigel verständigt.

„Wir haben bereits im Herbst das Schnelltestzentrum in Winnenden für Schulen und Kitas aufgebaut und haben in dieser Zeit rund 6500 Tests als Reihentestungen vor allem für Schulklassen und Kitagruppen durchgeführt“, erläutert Martina Keck, Sprecherin des Landratsamtes. „Auf diese Weise können die Klassen und Gruppen schnell Klarheit über die Ausbreitung des Virus erlangen. Die dortigen Mitarbeiter sind zudem geübt im Umgang mit Kindern und tun ihr Bestes, um den Kleinen die Scheu vor dem Test zu nehmen.“

Seit 22. Februar biete der Rems-Murr-Kreis zusätzlich über sein Schnelltestportal in rund 130 Testzentren Schnelltests an: „Für alle (auch für Kinder) und kostenlos“, sagt Martina Keck. Zusätzlich hatten viele Apotheker und Ärzte lokal und vor Ort über das Portal Schnelltests in Schulen und Kitas angeboten. Das seien dann sogenannte „versteckte“ Testzentren, die nur für Beteiligte sichtbar waren. Für dieses System gebe es aber leider seit dem 1. April keine Finanzierung mehr. „Wir warten noch immer auf die Vorgaben durch die Landesregierung zum Testen in Schule und Kita, die nach den Ferien gelten sollen“, sagt Keck. „Solange Bund und Land die Finanzierung nicht geklärt haben, gehen Kreis und Kommunen in Vorleistung.“

„Anlasslos zweimal die Woche“

Das Landes-Kultusministerium erwidert: „Das Land hat die Finanzierung der Schnelltests an Schulen und Kitas nicht eingestellt, sondern die Landesregierung hat beschlossen, dass das Testangebot an den Schulen und den Kindertageseinrichtungen nach den Osterferien massiv ausgeweitet wird und den Schulen und den Kindertageseinrichtungen zusätzlich zu den bislang etablierten Strukturen Schnelltests zur Eigenanwendung zur Verfügung gestellt werden“, so Christine Sattler, Pressesprecherin des Kultusministeriums. „Im Ergebnis soll es Testangebote für das Personal der Kitas, der Schulen sowie für alle Schülerinnen und Schüler anlasslos zweimal die Woche geben.“ Am Donnerstag (8.4.) werde das Konzept bekanntgegeben.

Aus dem Landes-Sozialministerium wiederum heißt es: „Wir haben für die Zeit nach den Osterferien frühzeitig Vergabeverfahren zur Beschaffung von Selbsttests durchgeführt“, so Ministeriumssprecher Florian Mader. „Diese basierten allerdings noch auf der Annahme freiwilliger Testungen und einer entsprechend niedrigeren Inanspruchnahme. Die beschafften Tests werden auch vor dem Hintergrund der derzeitigen Konzeption des Kultusministeriums zur Öffnungsstrategie die Bedarfe der kommenden Wochen decken können.“

Das Sozialministerium werde Rahmenverträge abschließen, um bis Ende Juni bis zu 39 Millionen Testkits bereitstellen zu können. „Bis die Lieferungen aus den Rahmenverträgen greifen, werden vom Land im Rahmen von Dringlichkeitsvergaben Testkits beschafft. Die Kommunen in Baden-Württemberg wurden bereits vom Land mit Selbsttests beliefert“, so Mader.

Unabhängig davon könnten die Kommunen selbstständig Testkits für den Einsatz in Schulen beschaffen und dem Land in Rechnung stellen. Von dort erfolge die Weiterverteilung an die Schulen. „Anhand der Schülerinnen- und Schüler- sowie der Beschäftigtenzahlen wurde eine Kontingentierung vorgenommen. Weitere Lieferungen werden in den nächsten Wochen folgen“, sagt Mader.

Sabine Laartz von der Fellbacher Stadtverwaltung widerspricht: „Stand Mittwoch (7.4.) wurden uns noch keine Selbsttestkits für die Schulen und Kitas geliefert. Solche Selbsttests sind gerade bei kleineren Kindern auch schwieriger. Hier wäre sicherlich der Einsatz von geschultem Personal nach wie vor besser. Und für den Schulbereich würden ja auch nur Lehrkräfte und Schüler im Präsenzunterricht dafür infrage kommen. Zeit, sich das Wissen über die Tests und deren Handhabung anzueignen, haben die Lehrkräfte nur wenig. Ob externe Fachleute weiter miteinbezogen werden dürfen, ist noch unklar.“

Liste der aktuell betroffenen Kitas

Die Liste der dem Gesundheitsamt beziehungsweise Landratsamt bekannten Corona-Infektionen in Kitas (Stand: 6.4.):

  • Kiga Sechselberger Nestle, Althütte: positive Erzieherin, Kontaktperson der Kategorie 1 (KP 1) in Quarantäne, Gruppe geschlossen.
  • Kita Burgblick in Backnang: positiv getestetes Kita-Kind, einzelne (KP 1)-Erzieherinnen in Quarantäne, Gruppe geschlossen.
  • Fröbelkiga Fellbach: positive Erzieherin, KP1-Erzieherinnen in Quarantäne, Gruppe geschlossen.
  • Kiga St. Barbara Kernen-Stetten: positives Kita-Kind, Gruppe in Quarantäne.
  • Kita Lummerland Kernen: positives Kita-Kind, KP1-Erzieherinnen in Quarantäne, betroffene Gruppe geschlossen.
  • Kita Steinreinach, Korb: positives Kita-Kind, KP1-Erzieherinnen in Quarantäne, Gruppe geschlossen.
  • Kinderhaus in Remshalden: ein Kind im Schnelltest positiv, PCR-Test veranlasst, eine Gruppe geschlossen, Reihentestung empfohlen.
  • Kiga St. Michael Remshalden: positive Erzieherin (Schnelltest), PCR folgt, Gruppe in Quarantäne.
  • Kita Villa Sonnenschein Rudersberg: positives Kita-Kind, Gruppe geschlossen.
  • Kiga St. Maria Schorndorf: positives Kita-Kind, Gruppe geschlossen.
  • Kita Haldenstraße, Haubersbronn: positives Kita-Kind, Gruppe geschlossen.
  • Kita Salier-Schulzentrum in Waiblingen; Erzieherin mit Infektionsverdacht.
  • Kinderhaus Mitte Waiblingen: eine positive Erzieherin.
  • Kita Burgmäuerle Hegnach: zwei positive Erzieherinnen, KP1-Erzieherinnen in Quarantäne, Gruppen geschlossen.
  • Kita Benzach, Weinstadt: positiv getestete Erzieher, Gruppe geschlossen, zwei KP1-Kinder und einzelne KP1-Erzieher in Quarantäne, Reihentestung angeboten.
  • Kiga Eichenstraße, Weinstadt: komplett geschlossen, weil Infektionen in mehreren Gruppen (Erzieherteam und Kinder); weitere KP in Quarantäne; Testung der gesamten Einrichtung nahegelegt.
  • Kita Lisztstraße, Welzheim: positives Kita-Kind, KP-Erzieherinnen in Quarantäne, Gruppe vorsorglich geschlossen.
  • Kita Jugendhaus in Winnenden: positiv getestete Erzieherin; eine Gruppe geschlossen. Einzelne KP1-Erzieherinnen in Quarantäne, Reihentestung angeboten.
  • Kita Lerchenstraße, Winterbach; positive Erzieherin, Gruppe geschlossen.
  • Hinzu kommen weitere Kitas, in denen Erzieher und/oder Kinder KP sind und deshalb Gruppen geschlossen sind.

Die Fälle von Corona-Infektionen in Kindergärten und Kindertagesstätten reißen auch im Rems-Murr-Kreis nicht ab. Der ebenfalls regelmäßig von Ausbrüchen betroffene, pausierende Schulbetrieb darf nach den Osterferien in der Woche vom 12. bis zum 16. April mit Ausnahmen keinen Präsenzunterricht, sondern nur Fernunterricht anbieten und erst ab dem 19. April in den Wechselbetrieb übergehen. Für die Kitas in Baden-Württemberg jedoch fehlt noch ein Konzept der Pandemiebekämpfung.

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