Rems-Murr-Kreis

Vorsicht Telefonbetrug: Enkeltrick, angebliche Polizisten und falsche Geschenke

Telefonbetrug
Telefonbetrüger suchen sich meist ältere Opfer. © Benjamin Büttner

Seit vielen Jahrzehnten ist eine Schwaikheimerin Abonnentin unserer Zeitung. Die tägliche Lektüre ist für sie nicht wegzudenken, schon ihre Eltern hatten ein Abo, erzählt sie. Im ersten Moment wunderte sie sich deshalb nicht über den Anruf, der sie vor wenigen Tagen erreichte: „Eine Frau rief mich an und sagte, für meine lange Treue würde ich ein Geschenk erhalten“, erzählt die Seniorin. Als sie wissen wollte, worum es sich handele, habe die Frau gesagt, es seien Tapeten, die sie ihr vorbeibringen würde. Da wurde die Schwaikheimerin stutzig: „Ich bin sehr vorsichtig, lasse niemanden ins Haus, den ich nicht kenne.“ Sie habe deshalb gesagt, dass sie keine Tapeten brauche, und aufgelegt.

Sie hat alles richtig gemacht, denn der Zeitungsverlag verteilt keine Geschenke persönlich, schon gar keine Tapeten. Natürlich lässt sich nur mutmaßen, was hinter dem Anruf steckt, doch es könnte durchaus ein Trick sein, um sich Zugang zu einem Haus zu verschaffen.

Der Polizei ist kein Fall bekannt, in dem sich jemand als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter des Zeitungsverlags ausgegeben hat. Die Masche als solche allerdings schon: „Es gab und gibt wahrscheinlich immer noch Vorfälle, bei denen sich Betrüger als Mitarbeiter der Telekom, Stadtwerke etc. ausgeben und sich durch Täuschungen illegal Zutritt zu Wohnungen verschaffen wollen oder wollten“, sagt Sprecher Rudolf Biehlmaier. Diese Vorfälle seien aber nicht sehr häufig und ihm derzeit im Rems-Murr-Kreis kein aktueller Fall bekannt.

Viele verschiedene Betrugsmaschen

Telefonbetrug sei grundsätzlich jedoch immer Thema, Betrüger geben sich beispielsweise als falsche Bank- oder Microsoftmitarbeiter aus. Besonders verbreitet sind nach wie vor der sogenannte Enkeltrick oder Betrüger, die sich als falsche Polizeibeamte ausgeben. Die Polizei zählte 2021 insgesamt 790 Straftaten mit den Modi Operandi „angeblicher Polizeibeamter“ (556) und „Enkeltrick/Schockanruf“ (234) im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Aalen, zu dem auch der Rems-Murr-Kreis gehört.

Die Betrüger sind häufig sehr geschickt: Sie treten sicher und professionell auf und nutzen digitale Telefonie mit moderner Manipulationssoftware, um jede beliebige Telefonnummer auf dem Display ihrer vorzugsweise älteren Opfer anzeigen zu lassen. Als angebliche Polizeibeamte täuschen Kriminelle in Telefongesprächen vor, von der Polizei zu sein, und veranlassen die Betroffenen, Geld oder Wertsachen einem angeblichen Kriminalbeamten zu übergeben. Als Gründe nennen sie beispielsweise, dass das Geld auf Fälschungen überprüft werden müsse oder Wertsachen vor einem Einbruch gesichert werden sollen.

Beim Enkeltrick geben sich die Täter meist gegenüber älteren oder hilflosen Personen in einem Telefonat als deren nahe Verwandte aus, um unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Bargeld oder Wertgegenstände zu erlangen.

Tipps der Polizei

  • Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung.
  • Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen den Dienstausweis.
  • Rufen Sie bei Zweifeln bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt.
  • Suchen Sie dabei die Telefonnummer der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben. Lassen Sie den Besucher währenddessen nicht in Ihre Wohnung, sondern vor der geschlossenen Tür warten.
  • Die Polizei wird Sie niemals unter der Notrufnummer „110“ anrufen bzw. um Geldbeträge bitten.
  • Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.
  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

Seit vielen Jahrzehnten ist eine Schwaikheimerin Abonnentin unserer Zeitung. Die tägliche Lektüre ist für sie nicht wegzudenken, schon ihre Eltern hatten ein Abo, erzählt sie. Im ersten Moment wunderte sie sich deshalb nicht über den Anruf, der sie vor wenigen Tagen erreichte: „Eine Frau rief mich an und sagte, für meine lange Treue würde ich ein Geschenk erhalten“, erzählt die Seniorin. Als sie wissen wollte, worum es sich handele, habe die Frau gesagt, es seien Tapeten, die sie ihr

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper