Rems-Murr-Kreis

Während der Corona-Pandemie melden sich im Rems-Murr-Kreis weniger Leute krank

Corona Gesundheit
Im Home-Office kommt die Bewegung häufig zu kurz. © Adobestock/dragonstock

Im ersten Halbjahr 2021 haben Erwerbstätige im Rems-Murr-Kreis ungewöhnlich selten krankheitsbedingt bei der Arbeit gefehlt. Der Krankenstand in der Region lag bei 2,7 Prozent und damit um 0,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK für den Rems-Murr-Kreis hervor. Das liegt vor allem daran, dass viel weniger Menschen wegen Husten, Schnupfen und Halsschmerzen zu Hause geblieben sind, die DAK verzeichnete 72 Prozent weniger Atemwegserkrankungen als im selben Zeitraum des Vorjahres.

Erkältungssaison im Frühjahr ist ausgefallen

Erkältungskrankheiten rangieren laut der Krankenkasse in der Statistik zum Krankenstand oft unter den drei Krankheiten, die am häufigsten zu Arbeitsunfähigkeit führen. Im ersten Halbjahr dieses Jahres lagen sie jedoch nur auf Platz vier. Bis Ende Juni kamen in der Region auf 100 bei der DAK versicherte Beschäftigte 37 Fehltage wegen Atemwegserkrankungen, das sind 94 Tage weniger als im Vorjahreszeitraum.

„Die Erkältungssaison im Frühjahr 2021 ist nahezu komplett ausgefallen“, sagt Martin Kieninger, Servicezentrumsleiter der DAK-Gesundheit im Rems-Murr-Kreis. Home-Office, Lockdown und verstärkte Hygienemaßnahmen hätten nicht nur vor Corona geschützt, sondern auch dazu geführt, dass andere Erkältungserreger seltener übertragen worden seien.

Mehr Fehltage wegen psychischer Erkrankungen

Gleichzeitig, betont Kieninger, sei die Pandemie gerade im ersten Halbjahr 2021 für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer belastend gewesen. „Die bei uns versicherten Beschäftigten hatten in den ersten sechs Monaten ein Plus bei den Fehlzeiten aufgrund von psychischen Erkrankungen.“ 82 Fehltage je 100 Versicherte zählte die Krankenkasse zwischen Januar und Juni, im selben Zeitraum des Vorjahres waren es nur 71. Psychische Krankheiten sind damit der zweithäufigste Grund, aus dem sich Arbeitnehmer in den ersten sechs Monaten dieses Jahres krankgemeldet haben, für die meisten Fehltage (105 auf 100 Versicherte) sind Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems wie beispielsweise Rückenleiden verantwortlich.

Rückenschmerzen und Co waren auch in den Vorjahren der häufigste Grund, warum Arbeitnehmer zu Hause geblieben sind. Bezogen auf 100 bei der DAK versicherte Beschäftigte waren es im Jahr 2020 226 Tage, das ist beinahe ein Fünftel des gesamten krankheitsbedingten Arbeitsausfalls. An zweiter Stelle folgten im Vorjahr Atemwegserkrankungen, an dritter Position psychische Erkrankungen. Mehr als jeder achte Fehltag (11,5 Prozent) wurde 2020 von Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen verursacht. „Gerade Menschen mit psychischen Erkrankungen haben unter den Einschränkungen und Belastungen der Pandemie gelitten“, sagt Martin Kieninger. „Sie waren während der Krise oft über auffällig lange Zeiträume krankgeschrieben.“

Viele Arbeitnehmer wollen gerne teilweise im Home-Office arbeiten

Für das Jahr 2020, das von der Krankenkasse ebenfalls analysiert wurde, betrug der Krankenstand im Rems-Murr-Kreis 3,3 Prozent. Im landesweiten Vergleich liegt der Kreis damit im Mittelfeld, den meisten krankheitsbedingten Arbeitsausfall in Baden-Württemberg hatte im Jahr 2020 mit 4,1 Prozent der Neckar-Odenwald-Kreis, den geringsten der Stadtkreis Stuttgart mit 2,8 Prozent.

Obwohl sowohl die Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen als auch die Zahl der Ausfälle wegen Rückenleiden und anderer Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems im Vorjahr zurückgegangen sind, ist Prävention laut der DAK gerade jetzt entscheidend, um Langzeitfolgen zu verhindern. Eine Sonderanalyse der DAK-Gesundheit zur Situation in der Arbeitswelt vor und während der Pandemie hat ergeben, dass bundesweit im ersten Halbjahr 2021 fast 40 Prozent der Beschäftigten regelmäßig im Home-Office waren. Viele von ihnen wollen auch weiterhin einen Teil ihrer Arbeitszeit zu Hause leisten.

Gewichtszunahme und Schlafstörungen

Das wiederum hat messbare Folgen. 44 Prozent geben laut der Krankenkasse an, dass sie sich weniger bewegen, seit sie vermehrt zu Hause arbeiten. Ein Drittel hat seither mindestens drei Kilo zugenommen. Ebenfalls ein Drittel klagt darüber, mehr Rückenschmerzen zu haben als zuvor. Auch die Psyche leidet bei vielen. Unter anderem fehlen fast der Hälfte der Befragten im Home-Office sowohl die Zeitstruktur als auch die klare Trennung zwischen Privat- und Berufsleben. Drei Viertel vermissen den direkten Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen, jeweils rund ein Fünftel gab an, gestresst zu sein und unter Schlafproblemen zu leiden.

Die DAK-Gesundheit ist eine der größten gesetzlichen Krankenkassen Deutschlands. Sie hat mehr als 700.000 Versicherte in Baden-Württemberg, davon rund 22.000 im Rems-Murr-Kreis.

Im ersten Halbjahr 2021 haben Erwerbstätige im Rems-Murr-Kreis ungewöhnlich selten krankheitsbedingt bei der Arbeit gefehlt. Der Krankenstand in der Region lag bei 2,7 Prozent und damit um 0,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK für den Rems-Murr-Kreis hervor. Das liegt vor allem daran, dass viel weniger Menschen wegen Husten, Schnupfen und Halsschmerzen zu Hause geblieben sind, die DAK verzeichnete 72 Prozent weniger

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