Rems-Murr-Kreis

Waiblingerin Christina Stumpp neue CDU-Vize-Generalsekretärin: Was sie vorhat

Christina Stumpp wird Vize-Generalsekretärin
Erst seit knapp einem Jahr im Bundestag und schon im Führungsteam der CDU gelandet: Die Waiblinger CDU-Bundestagsabgeordnete Christina Stumpp hat eine Blitzkarriere hingelegt. Das Foto entstand Anfang des Jahres, als der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz (links) sein Führungsteam vorstellte. Als CDU-Generalsekretär amtiert bereits seit Januar Mario Czaja (rechts).Foto: CDU/Steffen Böttcher © privat

Bisher agierte sie als designierte Vize-Generalsekretärin auf der politischen Bühne in Berlin, jetzt hat ihre Partei sie offiziell gewählt: Die Waiblinger CDU-Bundestagsabgeordnete Christina Stumpp erhielt beim Parteitag der CDU diesen Freitag (9.September) in Hannover knapp 90 Prozent der Stimmen. Sie bekleidet nun ein Amt, das es zuvor gar nicht gab. Bisher musste der Generalsekretär der CDU immer ohne Stellvertreter auskommen, doch nun hat die Partei ihr Statut geändert: Christina Stumpp wird als Vize Mario Czaja beistehen, der bereits seit Januar als Generalsekretär für die CDU die Kohlen aus dem Feuer holt.

Dass die 34-Jährige, bis vor einem Jahr auf bundespolitischem Parkett noch völlig unerfahren, von Hegnach aus direkt ins Führungsteam der CDU und damit an die Seite Friedrich Merz’ aufrücken würde – hätte sie sich noch im Herbst 2021 nicht träumen lassen. Bei der Bundestagswahl 2021 holte Christina Stumpp das Direktmandant für die CDU im Wahlkreis Waiblingen. Es handelte sich um eine für die Christdemokraten schicksalhafte Wahl: Sie hatten eine historische Schlappe hinzunehmen.

Stumpp nahm also in Berlin auf der Oppositionsbank Platz. Hätte sie „ja“ gesagt, so wird erzählt, hätte Friedrich Merz sie zur Generalsekretärin erkoren. Dieser Schuh schien der Politikerin dann doch zu groß. Aller Augen richteten sich dennoch auf sie, als Merz sein Führungsteam vorstellte: Wer ist diese junge Frau neben dem alten Haudegen?

Hernach interessierte sich die Hauptstadt-Pressemeute gar für Stumpps Wohnungssuche, und die Hegnacherin lernte intensiv die Goldwaage kennen, auf welche fortan jedes ihrer Worte gelegt wurde.

CDU soll sich "ihren konservativen Wurzeln bewusster werden"

Mittlerweile hat sich Christina Stumpp in Berlin eingelebt, ein Wahlkreisbüro in allerbester Lage mitten in Waiblingen eröffnet, die Leitung eines CDU-Kommunalbüros in Berlin übernommen, zur Frauenquote (sie äußerte sich bislang skeptisch), zur Gaskrise und zum Tempolimit Stellung bezogen (sie ist dagegen). Die CDU müsse klar Themen besetzen, eine Zukunftsperspektive entwickeln, sich ihren konservativen Wurzeln bewusster werden, heißt es auf Christina Stumpps Homepage.

Hätte man vor ein paar Jahren prophezeit, die CDU würde bei einem Parteitag über eine Frauenquote abstimmen – hätten sich vermutlich viele an den Kopf getippt. Beim Parteitag der CDU jetzt in Hannover war eines der herausragenden Themen neben Energiekrise oder Bürgerentlastung: die Frauenquote.

Innerhalb der Mitgliederschaft der CDU beläuft sich der Frauenanteil auf gerade mal ein Viertel. „Wir wollen nicht nur jünger, moderner, weiblicher werden, sondern auch den großen Erfahrungsschatz unserer langjährigen Mitglieder einbeziehen und damit einen echten Mehrwert auf allen Ebenen schaffen“, kündigte Christina Stumpp am Freitag nach ihrer Wahl zur Vize-Generalsekretärin an: „Ich freue mich sehr über das starke Ergebnis“, so Stumpp weiter. Sie spricht von einem „großen Vertrauensvorschuss der Delegierten und Rückenwind für mich, aber auch das gesamte Team CDU mit Friedrich Merz und Mario Czaja. Ich bin froh und dankbar, mich nun ganz formell in den Dienst der Partei stellen, meine Ideen mit einbringen und die Zukunft unserer Partei aktiv mitgestalten zu dürfen.“

Fokus auf die kommunale Ebene

Die Hegnacherin wird ihren Fokus besonders auf die kommunale Ebene richten, so war’s von Anfang an im CDU-Führungsteam abgesprochen. Die kommunale Ebene sieht sie als „Fundament“ der Partei. Stumpp will Gemeindevertreter, Stadt- und Kreisräte sowie Bürgermeister besser untereinander vernetzen und sie konkret unterstützen. Eine CDU-Plattform, über welche sich Vertreter/-innen der Kommunen zwanglos austauschen können, existiert bereits. Die Chefin des Kommunalbüros, welches die CDU im April diesen Jahres vorgestellt hatte, heißt: Christina Stumpp.

Von einer „entscheidenden Wegmarke“ sprach die Politikerin seinzeit in Berlin, und ihre Wahl zur Vize-Generalsekretärin dürfte sie definitiv ebenfalls als Meilenstein empfinden: „Ich freue mich, dass es jetzt endlich losgeht.“

Zunächst steht jetzt Tag zwei des CDU-Parteitags in Hannover an. Diesen Samstag (10. September) geht es um die Grundwertecharta – und Markus Söder spricht ein Grußwort.

Bisher agierte sie als designierte Vize-Generalsekretärin auf der politischen Bühne in Berlin, jetzt hat ihre Partei sie offiziell gewählt: Die Waiblinger CDU-Bundestagsabgeordnete Christina Stumpp erhielt beim Parteitag der CDU diesen Freitag (9.September) in Hannover knapp 90 Prozent der Stimmen. Sie bekleidet nun ein Amt, das es zuvor gar nicht gab. Bisher musste der Generalsekretär der CDU immer ohne Stellvertreter auskommen, doch nun hat die Partei ihr Statut geändert: Christina Stumpp

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