Rems-Murr-Kreis

Warnstufe gilt vom 3. November an: Was bedeutet das nun?

Coronatest
Ein Schnelltest reicht jetzt nicht mehr; nicht Geimpfte müssen nun PCR-Tests vorlegen. © Gabriel Habermann

Ab Mittwoch, 3. November, gilt die Warnstufe in Baden-Württemberg. Dies teilt das Sozialministerium mit. Am Dienstag waren mehr als 284 Intensivbetten im Land mit Covid-19-Patienten belegt, sechs mehr als am Vortag. Der Schwellenwert liegt bei 250; sobald dieser an zwei aufeinanderfolgenden Werktagen überschritten ist, tritt die Warnstufe in Kraft – und genau das ist nun geschehen. 

Was bedeutet die Warnstufe konkret?

  • Nicht geimpfte Personen dürfen jetzt nur noch mit negativem PCR-Test Restaurants, Sportstätten, Bäder, Galerien, Bibliotheken, Theater, Konzerte, Betriebs- und Vereinsfeiern, Messen, Ausstellungen, Kongresse, Musik- und Kunstschulen besuchen oder an Busreisen teilnehmen. PCR-Test-Pflicht besteht für nicht geimpfte Menschen dann, wenn Veranstaltungen in geschlossenen Räumen stattfinden.
  • Der PCR-Test darf nicht älter als 48 Stunden sein.
  • Es gelten jetzt wieder Kontaktbeschränkungen: Ein Haushalt und fünf weitere Personen dürfen sich treffen. Geimpfte und Genesene, Personen bis einschließlich 17 Jahre sowie Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, werden nicht mitgezählt. Paare, die nicht zusammen leben, zählen als ein Haushalt.
  • Im Einzelhandel gibt es keine Beschränkungen. Alle Personen dürfen unabhängig davon, ob sie geimpft sind oder nicht, Geschäfte betreten und Lebensmittel einkaufen. Dafür ist in der Warnstufe kein Test erforderlich, weder ein PCR- noch ein Schnelltest.
  • Für öffentliche Verkehrsmittel gelten keine Beschränkungen: Alle Menschen dürfen sie nutzen.
  • Für öffentliche Veranstaltungen, die im Freien stattfinden, gilt in der Warnstufe die 3G-Regel, das bedeutet: Es haben Geimpfte und Genese sowie Menschen mit negativem Schnelltest Zutritt.
  • Die 3G-Regel gilt auch bei körpernahen Dienstleistungen, das heißt: Beispielsweise beim Friseur muss man einen negativen Schnelltest vorweisen, sofern man weder geimpft noch genesen ist.
  • 3G gilt auch in Fahrschulen, bei Sprach- und Integrationskursen, das heißt, ein Schnelltest genügt. Bei mehrtägigen Veranstaltungen müssen die Betreffenden alle drei Tage einen neuen Test vorlegen.
  • In Diskotheken gilt 2G, das heißt: Nur geimpfte und genesene Personen haben Zutritt, alle anderen nicht. Auch Personen, die sich nicht impfen lassen können, dürfen eine Disco nicht betreten.
  • Für religiöse Veranstaltungen gelten keine Beschränkungen, das heißt, auch nicht Geimpfte dürfen ohne Test diese Veranstaltungen besuchen.

Gibt es Ausnahmen von der PCR-Testpflicht?

Nicht alle nicht geimpften Personen müssen einen PCR-Test absolvieren. Es gelten eine Reihe von Ausnahmen. Zutritt zu den meisten öffentlichen Einrichtungen haben folgende nicht Geimpfte ohne PCR-Test:

  • Kinder bis einschließlich fünf Jahre
  • Kinder bis einschließlich sieben Jahre, die noch nicht eingeschult sind
  • Grundschüler/-innen, Schüler/-innen eines sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums, einer auf der Grundschule aufbauenden Schule oder einer beruflichen Schule (Testung in der Schule)
  • Personen bis einschließlich 17 Jahre, die nicht mehr zur Schule gehen (negativer Antigen-Test erforderlich)
  • Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können (ärztlicher Nachweis notwendig, negativer Antigen-Test erforderlich)
  • Personen, für die es keine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gibt (negativer Antigen-Test erforderlich)
  • Schwangere und Stillende, da es für diese Gruppen erst seit dem 10. September 2021 eine Impfempfehlung der Stiko gibt (negativer Antigen-Test erforderlich).

Was kostet ein PCR-Test?

Es gibt Unterschiede. Die Preisangaben variieren in etwa zwischen 80 und mehr als 100 Euro. Laut Auskunft der Rems-Murr-Kliniken kostet ein PCR-Test am Testzentrum in Winnenden 89 Euro. „Wir rechnen schon mit einer Zunahme der Nachfrage, doch wie stark diese sein wird, können wir nicht beziffern“, so ein Sprecher des Klinikums.

Wo erhält man einen PCR-Test?

Erste Anlaufstelle sind die Hausarztpraxen. Termine kann man auch über die Homepage des Landkreises buchen, www.rems-murr-kreis.de. Dort findet sich eine Liste der Praxen, die PCR-Tests anbieten. Das PCR-Testzentrum am Klinikum in Winnenden hat ab sofort montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr geöffnet.

Wer erhält nach wie vor kostenfrei einen PCR-Test?

Wer zum Beispiel einen positiven Schnelltest oder Kontakt zu einer coronapositiven Person hatte, bekommt weiterhin kostenlos einen PCR-Test.

Müssen nicht Geimpfte jetzt ihrem Arbeitsplatz fernbleiben?

Nein. Ein Beispiel: Jemand arbeitet in einer Bücherei und ist nicht geimpft. Diese Bücherei dürfen Personen, die nicht geimpft sind, nur noch betreten, sofern sie einen negativen PCR-Test vorweisen können. Wer in der Bücherei arbeitet, darf davon unabhängig hinein: Die PCR-Testpflicht gilt in der Warnstufe für Gäste und Kunden. Sie bezieht sich nicht auf den Arbeitsplatz und auch nicht auf die Beschäftigten, bestätigt ein Sprecher des baden-württembergischen Sozialministeriums auf Nachfrage. Weiterhin gilt aber die Testannahmepflicht für nicht geimpfte und nicht genesene Beschäftigte.

Was bedeutet die Testannahmepflicht für Beschäftigte?

Diese Pflicht gilt schon seit geraumer Zeit, nicht erst in der Warnstufe. Das bedeutet laut dem Sprecher des Sozialministeriums: Arbeitgeber müssen Beschäftigten zweimal pro Woche einen Antigen-Schnelltest anbieten. Wer weder geimpft noch genesen ist, muss diese Tests verpflichtend absolvieren und dokumentieren. Man kann sich alternativ auch eigenständig um die Tests kümmern. Die Gesundheitsämter kontrollieren das. Sie können von den Beschäftigten die Vorlage von Nachweisen verlangen, dass sie die Tests wirklich durchlaufen haben. Arbeitnehmer müssen die Nachweise für einen Zeitraum von mindestens vier Wochen aufbewahren und auf Verlangen vorlegen. Wer geimpft oder genesen ist, muss sich nicht testen. Er oder sie legt bei Kontrollen des Gesundheitsamtes stattdessen den Impf- oder Genesenennachweis vor.

Müssen Beschäftigte jetzt in der Warnstufe den Arbeitgeber informieren, ob sie geimpft sind?

Nein. Laut Sozialministerium hat der Arbeitgeber keinen Anspruch auf diese Auskunft. Die Arbeitgeber sind nicht verpflichtet zu überprüfen, ob nicht geimpfte Beschäftigte die Tests absolvieren.

Ab Mittwoch, 3. November, gilt die Warnstufe in Baden-Württemberg. Dies teilt das Sozialministerium mit. Am Dienstag waren mehr als 284 Intensivbetten im Land mit Covid-19-Patienten belegt, sechs mehr als am Vortag. Der Schwellenwert liegt bei 250; sobald dieser an zwei aufeinanderfolgenden Werktagen überschritten ist, tritt die Warnstufe in Kraft – und genau das ist nun geschehen. 

Was bedeutet die Warnstufe konkret?

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