Rems-Murr-Kreis

Was 3G am Arbeitsplatz bedeutet und was Unternehmen aus dem Rems-Murr-Kreis dazu sagen

Home-Office-Angebotspflicht
Es hat sich fast in eine Normalität verwandelt: Das mobile Arbeiten zu Hause oder von unterwegs aus. © ALEXANDRA PALMIZI

Bundestag und Bundesrat haben am Donnerstag und Freitag das neue Infektionsschutzgesetz beschlossen. Zu den neuen Corona-Regeln gehört die Wiedereinführung der Home-Office-Pflicht sowie eine 3G-Regelung am Arbeitsplatz. Wo immer es möglich ist, müssen Beschäftigte zu Hause arbeiten. Wer den Betrieb betritt, muss ab Mittwoch, 24. November, nachweisen, dass er geimpft, genesen oder negativ getestet ist. Konkret bedeutet das:

  • Ist kein Home-Office möglich (aus zwingenden betrieblichen Gründen oder persönlichen Gründen wie etwa der Ablenkung durch Kinder) müssen Beschäftigte einen 3G-Nachweis erbringen und Betriebe diesen kontrollieren.
  • Impf- und Genesenennachweise müssen dabei einmalig überprüft und dokumentiert werden.
  • PCR-Tests sind 48 Stunden lang gültig, Antigen-Schnelltests 24 Stunden. Die Schnelltests müssen von einer zugelassenen Teststelle oder geschultem Personal im Betrieb gemacht werden, auch Selbsttests unter Aufsicht sind möglich.
  • Unternehmen, die die Regelung nicht kontrollieren, droht ein Bußgeld. Arbeitnehmer, die sich weigern, den Nachweis zu erbringen, könnten abgemahnt werden und haben keinen Anspruch auf Lohn für die versäumte Arbeitszeit.
  • Grundsätzlich ist der Arbeitnehmer für den Nachweis verantwortlich. Die Betriebe müssen ihren Beschäftigten mindestens zwei Tests pro Woche anbieten.

Arbeitgeber im Rems-Murr-Kreis begrüßen die neuen Corona-Regeln. Seit Beginn der Pandemie hat die Kreisverwaltung die bestehenden Home-Office-Möglichkeiten deutlich ausgeweitet. Zurzeit sind laut Mascha Bilsdorfer, die zusammen mit Marie-Christine Scholze das Haupt- und Personalamt leitet, mehr als 950 Tokens, 770 Laptops und 230 iPads bei den rund 1600 Mitarbeitenden im Einsatz. Eine Softphone-Lösung ermöglicht über den PC die telefonische Erreichbarkeit auch ohne Rufumleitung. Die Home-Office-Pflicht werde praktisch schon seit Monaten ohnehin praktiziert. Natürlich gebe es Tätigkeiten, die nicht aus dem Home-Office heraus wahrgenommen werden könnten, die verbindliche 3G-Regelung am Arbeitsplatz sei deshalb sinnvoll.

In vielen Bereichen der Kreisverwaltung gilt bereits 3G

„Schutzimpfungen gegen das Coronavirus sind auch weiterhin der ganz maßgebliche Erfolgsfaktor bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie“, sagt Bilsdorfer. Ergänzend dazu seien natürlich Tests für Ungeimpfte wichtig, um Infektionen möglichst früh zu erkennen. Die Kreisverwaltung sei darauf gut vorbereitet. Mit der RMK-Cosima-App sowie der Schulung von Mitarbeitenden als „Testbeaufsichtiger“ habe man frühzeitig die Möglichkeit der sogenannten beaufsichtigten Selbsttests für Mitarbeitende geschaffen.

„In vielen Bereichen der Landkreisverwaltung setzen wir bereits seit Monaten die 3G-Regel aktiv ein und verlangen beispielsweise bei Präsenzveranstaltungen oder einer Mehrfachbelegung in den Büroräumlichkeiten einen entsprechenden Nachweis.“ Die bestehenden Teststrukturen könnten jederzeit angepasst oder erweitert werden. Eine Erfassung der Tests ist digital mit der Cosima-App und parallel in Papierform möglich. Da die Mitarbeitenden der Landkreisverwaltung grundsätzlich an die 3G-Regel gewöhnt sind, geht Bilsdorfer nicht davon aus, dass es zu größeren Problemen kommt. „Sofern sich Mitarbeitende allerdings weigern, die gesetzlichen Verpflichtungen wahrzunehmen, und ein Arbeiten im Home-Office nicht ermöglicht werden kann, werden wir als Arbeitgeber auch die uns zur Verfügung stehenden arbeitsrechtlichen Instrumente prüfen.“

Beaufsichtigte Tests bei Kärcher am Eingang möglich

Auch Kärcher in Winnenden begrüßt die 3G-Regelung für Unternehmen. „Wir haben als Arbeitgeber die Pflicht, die Sicherheit unserer Mitarbeiter zu gewährleisten“, sagt Pressesprecher David Wickel-Bajak. Deshalb hätten ohnehin alle Mitarbeiter, die dies können, im Home-Office gearbeitet. Da bislang nur geschätzt werden konnte, wie viele Mitarbeiter geimpft seien, habe das Unternehmen überall dort, wo eine Anwesenheit nötig war, per se strengere Maßnahmen für alle angesetzt. Die neue 3G-Regel umzusetzen, sei möglich, auch weil die Testinfrastruktur, beispielsweise durch überwachte Selbsttests am Eingang, bereits seit vielen Monaten bereitstehe.

Eine gesetzliche 3G-Pflicht am Arbeitsplatz sieht auch Stihl in Waiblingen positiv. Allerdings vermisse man Klarheit bei einigen Fragen des Datenschutzes und des Arbeitsrechts. „Die konkrete Ausgestaltung, wie die 3G-Nachweise erfasst, kontrolliert und dokumentiert werden sollen, ist jetzt genau die Herausforderung, vor der die Betriebe stehen“, sagt Pressesprecherin Sabrina Haufler. Stihl erhoffe sich klare und umsetzbare Vorgaben des Gesetzgebers, insbesondere für Arbeitgeber mit industrieller Fertigung, die für viele Beschäftigte die Anwesenheit am Arbeitsplatz im Betrieb erfordert.

Bundestag und Bundesrat haben am Donnerstag und Freitag das neue Infektionsschutzgesetz beschlossen. Zu den neuen Corona-Regeln gehört die Wiedereinführung der Home-Office-Pflicht sowie eine 3G-Regelung am Arbeitsplatz. Wo immer es möglich ist, müssen Beschäftigte zu Hause arbeiten. Wer den Betrieb betritt, muss ab Mittwoch, 24. November, nachweisen, dass er geimpft, genesen oder negativ getestet ist. Konkret bedeutet das:

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