Rems-Murr-Kreis

Wegen Corona bleibt in Ämtern im Rems-Murr-Kreis vieles liegen

Corona-Ermittlungsbögen
Ein Corona-Ermittlungsbogen. © Alexandra Palmizi

Das Gesundheitsamt kann schon länger nicht mehr alle seine Aufgaben erfüllen: Corona überlagert alles. In sämtlichen Verwaltungen, nicht nur in jener des Landkreises, rüttelt die Pandemie die Abläufe durcheinander. Die Kontakt-Nachverfolgungen zu stemmen, war vor Wochen schon schwer zu bewältigen. Jetzt bei diesen hohen Infektionszahlen wächst der Arbeitsaufwand noch mehr. „Wir kriegen es noch hin“, sagt Landratsamts-Pressesprecherin Martina Keck. Für die Quarantäne-Anordnungen sind die Kommunen zuständig, und auch bei den Kontakt-Nachverfolgungen sind eine Vielzahl von Stellen in den Gemeinden eingebunden. Das Infektionsgeschehen fordert allen Beteiligten vor allem dann sehr viel Einsatz ab, wenn Schulen oder Heime betroffen sind und damit eine Vielzahl von Menschen.

Keine Einschulungsuntersuchungen für künftige Erstklässler

Trotz allem kann weder das Gesundheitsamt noch können die Ämter in den Gemeinden einfach alles andere stehen und liegen lassen. Welche Aufgaben beim Gesundheitsamt aktuell ruhen dürfen, entscheidet das Sozialministerium. Die Behörde hat lange gezögert, entsprechende Anweisungen herauszugeben. Erst Ende Oktober verschickte das Sozialministerium diese Informationen an die Landratsämter. Was mit Vorbeugung zu tun hat, ausgenommen natürlich in Bezug auf Corona, liegt derzeit brach. Einschulungsuntersuchungen für künftige Erstklässler sind verschoben, und die sonst üblichen Berichte zur gesundheitlichen Situation der Rems-Murr-Bürger entfallen im Moment. Amtliche Gutachten, auf deren Grundlage Menschen zwangsweise in eine Psychiatrie eingewiesen werden können, fertigt das Gesundheitsamt weiterhin an. Allerdings greift man in diesem Feld einer Information des Landratsamts zufolge so weit als möglich auf externe Unterstützung zurück.

"Sehr hohe Arbeitsbelastung"

Beispielsweise auf Trinkwasserüberwachung wird nicht verzichtet. Diese Aufgabe zählt zum Themenfeld Infektionsschutz. In diesem Feld nimmt das Gesundheitsamt die „erforderlichen Aufgaben“ nach wie vor wahr, heißt es in der Information des Landratsamts weiter.

„Die Mitarbeitenden des Gesundheitsamtes sind seit Monaten einer sehr hohen Arbeitsbelastung ausgesetzt und in Teilen an der Belastungsgrenze“, so Martina Keck, Sprecherin am Landratsamt. Dennoch verzeichne die Behörde im Moment keinen erhöhten Krankenstand – „was nicht zuletzt auf die weiterhin sehr hohe Motivation aller Beteiligten zurückzuführen ist, der Ausnahmesituation gerecht zu werden.“ Von einer „beispiellosen Unterstützung“ von Beschäftigten fast aller anderen Ämter des Landratsamtes berichtet Martina Keck. Bis zu 120 Personen sind zusätzlich eingebunden, um die Sonderaufgaben im Zusammenhang mit Covid-19 anzugehen.

Kein Einsatz der Bundeswehr im Rems-Murr-Kreis

Bereits Ende Oktober berichtete diese Zeitung von erheblichen Verzögerungen bei Quarantäne-Anordnungen und Kontakt-Nachverfolgungen. Obwohl die Infektionszahlen damals deutlich niedriger lagen. Der Rems-Murr-Kreis greift nicht wie andere Städte und Kreise auf die Hilfe der Bundeswehr zurück – das wurde schon vor Wochen so entschieden und hat sich bisher nicht geändert.

Allerdings meldeten schon vor Wochen einige Kommunen, das Ende der Belastbarkeit sei erreicht; die Kontakt-Nachverfolgungen und Quarantäne-Anordnungen binden sehr viele Kräfte. Was natürlich auch Auswirkungen auf andere Aufgabenfelder hat: Bauanfragen bleiben liegen oder Ordnungsämter müssen Verschiedenes ruhen lassen.

Momentan arbeiten die Verwaltungen an Konzepten, in welchem Ausmaß und an welchen Stellen der Publikumsverkehr reduziert, eingestellt oder so verändert werden kann, dass möglichst wenige persönliche Kontakte entstehen – und dennoch das Nötigste erledigt werden kann.

Das Gesundheitsamt kann schon länger nicht mehr alle seine Aufgaben erfüllen: Corona überlagert alles. In sämtlichen Verwaltungen, nicht nur in jener des Landkreises, rüttelt die Pandemie die Abläufe durcheinander. Die Kontakt-Nachverfolgungen zu stemmen, war vor Wochen schon schwer zu bewältigen. Jetzt bei diesen hohen Infektionszahlen wächst der Arbeitsaufwand noch mehr. „Wir kriegen es noch hin“, sagt Landratsamts-Pressesprecherin Martina Keck. Für die Quarantäne-Anordnungen sind die

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