Rems-Murr-Kreis

Wegen Corona: Weniger Straftaten im Rems-Murr-Kreis, aber mehr Cybercrime

Einbruch
Symbolbild. © Benjamin Büttner

Inwieweit Corona eine Rolle gespielt hat, lässt sich nicht beziffern, und wie viele Straftaten unentdeckt geblieben sind, weiß naturgemäß niemand. Insofern ist die wichtigste Nachricht, die Kriminalitätsbilanz fürs Jahr 2021 betreffend, nur bedingt aussagekräftig. Dennoch: Schaut man rein auf die Zahlen, verzeichnete die Polizei im vergangenen Jahr so wenige Straftaten wie noch nie seit der elektronischen Erfassung der polizeilichen Kriminalstatistik im Jahr 2003.

Dass die Polizei weniger zu tun gehabt hätte, lässt sich daraus nicht ableiten, betont Polzeipräsident Reiner Möller in einer Pressemitteilung: Die Pandemie habe die Polizei „enorm gefordert“; sie „beeinflusste die polizeiliche Arbeit in großen Teilen und stellte uns täglich vor neue Herausforderungen. Zudem bleibt natürlich offen, in welchem Maße sich die Corona-Einschränkungen auf die Statistik ausgewirkt haben. Die Pandemie hat zahlreiche Lebenssituationen und damit auch die Tatgelegenheitsstrukturen geändert.“ Die Menschen verbrachten viel mehr Zeit zu Hause, was etwa Einbrecher/-innen davon abgehalten haben dürfte, ihre Pläne zu verwirklichen.

Viel weniger Diebstähle

Im Rems-Murr-Kreis ist die Zahl der Straftaten im vergangenen Jahr um 13,5 Prozent auf 15.593 zurückgegangen. Maßgeblich verantwortlich für den Rückgang ist das Minus bei der Zahl der Diebstahlsdelikte – was wiederum mit Corona zusammenhängt, weil sich während des Pandemiejahres Gauner/-innen weniger Möglichkeiten boten.

Das gilt zumindest fürs reale Leben, deshalb ein Blick auf die Entwicklung im Deliktsbereich Cyberkriminalität:

Die Statistik richtig zu lesen, ist nicht ganz einfach, zumal sich in diesem Feld am laufenden Band sehr viel verändert. Seit 2021 wird der Deliktsbereich Cybercrime getrennt erfasst vom Straftatenbereich „Tatmittel Internet und/oder IT-Geräte“, weshalb man das Jahr 2021 nicht einfach so mit dem Vorjahr vergleichen kann. Unter „Cybercrime“ erfasst die Polizei nun Computerbetrug und weitere Delikte der Computerkriminalität, etwa Computersabotage und Datenveränderung.

Millionenschaden durch Internetbetrug

Unter „Cybercrime“ registrierte die Polizei 2021 im Gebiet des Polizeipräsidiums Aalen, das für den Rems-Murr-Kreis, den Ostalbkreis und Schwäbisch Hall zuständig ist, ein Plus von gut 30 Prozent auf 781 Fälle. Im Jahr 2021 wurden der Statistik der Polizei zufolge präsidiumsweit 2998 Straftaten unter Nutzung des Internets und/oder mit IT-Geräten begangen, was eine Steigerung um gut 20 Prozent bedeutet. Mehr als zwei Drittel der Straftaten wurden laut Polizei aufgeklärt. Der Schaden belief sich im vergangenen Jahr auf insgesamt rund 3,3 Millionen Euro. Den zahlenmäßig größten Anteil hatten der Waren- beziehungsweise Warenkreditbetrug mit 1016 Fällen, bezogen aufs gesamte Gebiet des Polizeipräsidiums Aalen.

84 Einbrüche im Rems-Murr-Kreis registriert

Der Rückgang der Diebstahlsdelikte fiel im Rems-Murr-Kreis am deutlichsten aus, verglichen mit den drei Landkreisen, für welches das Polizeipräsidium Aalen verantwortlich zeichnet. Die Fallzahlen gingen um fast 18 Prozent auf 3323 Fälle zurück. Erneut weiter zurückgegangen ist auch die Zahl der Einbrüche: Im Rems-Murr-Kreis registrierte die Polizei 84 Fälle, das sind 58 weniger als im Jahr davor.

Was Straftaten im öffentlichen Raum angeht, ist ebenfalls im Rems-Murr-Kreis der größte Rückgang im Vergleich der drei Landkreise zu verzeichnen: Mit 6836 Taten ergab sich ein Minus von fast 20 Prozent. Auch das hat mit der Pandemie zu tun, zumal sich die Menschen notgedrungen mehr ins Private zurückgezogen hatten.

Inwieweit Corona eine Rolle gespielt hat, lässt sich nicht beziffern, und wie viele Straftaten unentdeckt geblieben sind, weiß naturgemäß niemand. Insofern ist die wichtigste Nachricht, die Kriminalitätsbilanz fürs Jahr 2021 betreffend, nur bedingt aussagekräftig. Dennoch: Schaut man rein auf die Zahlen, verzeichnete die Polizei im vergangenen Jahr so wenige Straftaten wie noch nie seit der elektronischen Erfassung der polizeilichen Kriminalstatistik im Jahr 2003.

Dass die Polizei

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