Rems-Murr-Kreis

Weiblich und motiviert? Auf dem Arbeitsmarkt im Rems-Murr-Kreis dringend gesucht!

Job-Speeddating
Was interessiert noch beim Job-Speed-Dating? Die Frauen warten auf ein Gespräch – und hoffen auf eine neue Arbeitsstelle. © ALEXANDRA PALMIZI

Marion hatte ein eigenes Restaurant. Sie musste schließen – wegen Corona. Inzwischen geht’s ihr auch gesundheitlich nicht mehr so gut. Sie sucht eine Arbeit in Teilzeit. 50 Prozent wären machbar. Gerne wieder im Gastro-Bereich. Aber beim Stand vom Immobilienmakler will sie sich auch noch vorstellen.

Valeria hat einen kleinen Sohn und ist alleinerziehend. Das heißt: Sie hat einen streng getakteten Tageszeitplan. Sie könnte Optikerin sein, doch sie ist kurz vor dem Abschluss der Ausbildung schwanger geworden, hat die Prüfung nicht gemacht und jetzt, nach drei Jahren Elternzeit, wird ihr die Lehrzeit nicht mehr angerechnet. Jedenfalls nicht voll. In die Gastronomie will sie nicht, aber das Gespräch am Stand der Zeitarbeitsfirma war interessant. Da soll sie auch ihre Bewerbungsunterlagen vorbeibringen. Und der Immobilienmakler interessiert sie auch noch.

Job-Speed-Dating: schneller Kontakt, unkompliziert, ohne jegliche Hürde

Im Innenhof des Jobcenters Waiblingen kommen am Mittwoch, 22. Juni, immer mehr Frauen an. Ganz unterschiedliche: junge und ältere, mit und ohne Kopftuch, mit Bewerbungsunterlagen und ohne, mit und ohne Akzent beim Sprechen. Sie hoffen auf Arbeit. Und sie wollen diese schnell, unkompliziert und im direkten persönlichen Kontakt finden. Sie kommen zum Job-Speed-Dating. Michael Schäfer hat dieses Event organisiert. Und er will, dass keine der Frauen, die heute den wichtigen Schritt in eine Zukunft mit Arbeit tut, ohne Idee und ohne Angebot wieder geht. Sollte also tatsächlich keiner der Arbeitgeber vor Ort was Passendes haben, gibt’s noch einen QR-Code zum Scannen mit dem Handy. Mit dem geht’s direkt zur Online-Jobbörse mit all ihren Angeboten, und zwar schon gefiltert in Bezug auf passende Orte und passende Arbeitszeiten.

Frauen haben’s besonders schwer bei der Arbeitssuche? Frauen, sagt Michael Schäfer, haben vor allem manchmal besondere Lebensumstände – wie eigentlich jeder Mensch die hat. Immer ganz persönlich besonders. Michael Schäfer ist beim Jobcenter für die Chancengleichheit zuständig. Und weil er viele besondere Situationen kennt, ist beim Speed-Dating auch noch das Jugendamt dabei, das in Sachen Kinderbetreuung berät. Und die Rentenversicherung, die den Frauen erklärt, was beispielsweise ein Minijob bei der Rente ausmacht. Und dass man Kindererziehungszeiten beantragen muss. Kurz: dass man sich um seine Rente kümmern muss.

Ach übrigens, das weiß Michael Schäfer auch noch: Es werden nicht nur bestens ausgebildete Fachkräfte gesucht. Im Gegenteil: Verschiedenste Unternehmen suchten verzweifelt Leute für Jobs, die jeder machen kann, der sich anlernen lässt. Es geht um den Verkauf im Supermarkt, ums Bedienen in der Gastronomie, ums Sitzen an der Kasse. „Diese Jobs werden gerade ohne Ende angeboten“, sagt er. „Hier fehlt Personal!“

Gut vorbereitet kommen: Das lohnt sich auch beim Speed-Dating

Vera ist Fachkraft. Zumindest in dem Bereich, wo sie sich gerade vorstellt. Einzelhandel. Genauer: Supermarkt. Vera hat auch einen Lebenslauf dabei. Und hat sich schon genau ausgerechnet, wann sie wie viele Stunden arbeiten kann und wo und von wem dann ihre zwei kleinen Kinder betreut werden. Denn auch Vera ist alleinerziehend. Sie stößt auf großes Entgegenkommen. Eigentlich müsse jeder alle Schichten arbeiten. Aber Alleinerziehenden kommt man entgegen. Und sie zeige mit ihrer Vorstellung und der Vorbereitung für die Vorstellung richtig viel Engagement. Gerne könne sie einen Tag zum Hospitieren kommen, sagt Sabine Juppe von der Gemeinnützigen Gesellschaft für Schulung und berufliche Reintegration, unter deren Dach auch die Bonus-Supermärkte gehören.

Sie sagt auch: „Wir suchen immer“ und sie nehme auch Leute ohne Ausbildung oder Menschen, die viele Jahre lang arbeitslos waren. Vera aber braucht nicht mal mehr eine Bewerbungsmappe nachzureichen. Sie habe sich ja persönlich vorgestellt. „Sie gehen da einen guten Weg!“

Marion hatte ein eigenes Restaurant. Sie musste schließen – wegen Corona. Inzwischen geht’s ihr auch gesundheitlich nicht mehr so gut. Sie sucht eine Arbeit in Teilzeit. 50 Prozent wären machbar. Gerne wieder im Gastro-Bereich. Aber beim Stand vom Immobilienmakler will sie sich auch noch vorstellen.

Valeria hat einen kleinen Sohn und ist alleinerziehend. Das heißt: Sie hat einen streng getakteten Tageszeitplan. Sie könnte Optikerin sein, doch sie ist kurz vor dem Abschluss der

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