Rems-Murr-Kreis

Weihnachten und Corona: Warum die sinkende Zahl an Infizierten im Rems-Murr-Kreis über die wahre Lage hinwegtäuscht

Impfen Corona Impung
Hoffen auf die Impfung. © Benjamin Büttner

Das Robert-Koch-Institut schätzt die Gefährdung der Bevölkerung weiterhin als insgesamt sehr hoch ein. Mittlerweile ist in Deutschland ein erster Fall des aus Großbritannien stammenden Coronavirus entdeckt worden - und zwar bei einer Frau aus Freudenstadt. Das RKI lässt sich von den über die Weihnachtstage fallenden Infiziertenzahlen nicht täuschen. Sie rühren von einem statistischen Effekt her, weil weniger Fälle den Gesundheitsämtern gemeldet wurden, und deuten nicht auf einen Rückgang der Ansteckungen hin.

Im Rems-Murr-Kreis wurden seit Heiligabend rund 260 Neuinfektionen gemeldet. Am Sonntag waren es 42. Exakt 898 Infizierte befinden sich in Quarantäne. Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Fälle je 100 000 Einwohner, ist zwar auf von über 200 nun auf 164 gesunken. Doch kann damit gerechnet werden, dass dieser beruhigend klingende Wert im Nachhinein deutlich nach oben korrigiert werden muss. Die kritische Marke liegt bei 50, ab dem ein Landkreis zum Risikogebiet erklärt wird.

74 Covid-19-Patienten werden momentan in den Rems-Murr-Kliniken behandelt

Die Lage in den Rems-Murr-Kliniken über Weihnachten war „stabil auf hohem Niveau“, sagte ein Sprecher am Sonntag auf Anfrage. Den Umständen entsprechend habe es sich um ruhige Weihnachten gehandelt. Derzeit werden 74 Covid-19-Patienten in den beiden Krankenhäusern behandelt (Stand: 26.12., 11.30 Uhr). Davon liegen 18 auf der Intensivstation, 13 Patienten müssen beatmet werden. Laut Intensivregister sind vier von zehn Betten an den Kliniken durch Covid-19-Patienten belegt. Die Versorgung der Patienten im Rems-Murr-Kreis sei damit gewährleistet.

Die Zahl der Todesfälle ist weiter gestiegen. Seit Dienstag erhöhte sich die Zahl von 189 auf 197 Menschen, die seit Frühjahr an oder mit Covid-19 gestorben sind. Laut RKI hat seit Anfang September der Anteil älterer Personen unter den Covid-19-Fällen wieder zu genommen. Die hohen bundesweiten Fallzahlen werden durch zumeist diffuse Geschehen, mit zahlreichen Häufungen insbesondere in Haushalten und Alten- und Pflegeheimen verursacht.

Laut RKI sei noch nicht abschließend geklärt, wie sich die neue Variante des Virus auf das Infektionsgeschehen auswirkt. Nachdem ein Fall mit Nachweis dieser Variante aus Baden-Württemberg übermittelt worden sei, erwartet das RKI, dass weitere bekannt werden.

Mobile Impftrupps unterwegs

Mittlerweile haben auch in Baden-Württemberg die Impfungen gegen Corona begonnen. Dem Klinikensprecher lagen am Sonntag keine Informationen vor, wann auch im Rems-Murr-Kreis die ersten Impfdosen eintreffen und wann die ersten Personen geimpft werden. Das Kreisimpfzentrum in der Rundsporthalle in Waiblingen nimmt erst am 15. Januar den Betrieb auf. Bei voller Auslastung können bis zu 800 Personen pro Tag geimpft werden. Wie viele Personen es tatsächlich werden, hänge aber von der Menge des gelieferten Impfstoffes ab. Bereits von dieser Woche an sollen mobile Einheiten des Landesimpfzentrums in Alten- und Pflegeheimen zwischen Rems und Murr die ersten Impfungen vornehmen.

Wie das baden-württembergische Sozialministerium mitteilt, wird schrittweise geimpft: Zuerst müssten Menschen geschützt werden, die das höchste Risiko haben. Personen, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen untergebracht sind oder dort arbeiten, bekommen über mobile Impfteams die Möglichkeit einer Impfung und benötigen keinen Termin in einem Impfzentrum.

Die Impfungen in einem Impfzentrum erfolge nur mit Termin. Bei der Terminvereinbarung, telefonisch über eine zentrale Telefonnummer (116 117) werden gleichzeitig die Termine für Erst- und Zweitimpfung vergeben. So könne sichergestellt werden, dass die Zeiträume bis zur zweiten Impfung eingehalten werden. Für die Bürger ist die Impfung unabhängig von ihrem Versicherungsstatus kostenlos. Die Kosten für den Impfstoff übernimmt der Bund.

Das Robert-Koch-Institut schätzt die Gefährdung der Bevölkerung weiterhin als insgesamt sehr hoch ein. Mittlerweile ist in Deutschland ein erster Fall des aus Großbritannien stammenden Coronavirus entdeckt worden - und zwar bei einer Frau aus Freudenstadt. Das RKI lässt sich von den über die Weihnachtstage fallenden Infiziertenzahlen nicht täuschen. Sie rühren von einem statistischen Effekt her, weil weniger Fälle den Gesundheitsämtern gemeldet wurden, und deuten nicht auf einen Rückgang der

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