Rems-Murr-Kreis

Weihnachtsmarkt abgesagt: Findet im Rems-Murr-Kreis überhaupt noch was statt?

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Symbolfoto. © Benjamin Büttner

„Unter Einhaltung bestimmter Regeln können Weihnachtsmärkte in diesem Winter wieder stattfinden“ – das hatte das Land Baden-Württemberg Ende September verkündet. Die Rede war von frühzeitiger „Planungssicherheit“ und einem „Stück Normalität“. Von wegen. Da die Corona-Lage sich wieder drastisch verschärft hat und seit dem 24. November landesweit noch mal strengere Regeln gelten, kippen wie ein Dominostein nach dem anderen reihenweise die Weihnachtsmarkt-Pläne um. Abgesagt, abgesagt, abgesagt ... wo findet Stand Mittwoch (24.11.) überhaupt noch was statt?

2G plus und Maskenpflicht

Weihnachtsmärkte dürfen nach wie vor stattfinden - nach der neuen Verordnung mit 2G-plus-Regelung und Maskenpflicht. Im Rems-Murr-Kreis zogen in den vergangenen Tagen jedoch einige Veranstalter die Reißleine, und es hagelte Absagen.

Als wir Mitte Oktober mit einer Abfrage bei allen 31 Kreis-Kommunen starteten, war schnell klar, dass in Gemeinden wie Auenwald, Großerlach, Kirchberg an der Murr, Spiegelberg und Urbach keine Weihnachtsmärkte stattfinden werden. Doch mancherorts war man bereits in die Planung gegangen, hatte an (Hygiene-)Konzepten gefeilt, die den damaligen Landesvorgaben entsprachen und einen sicheren Weihnachtsmarkt-Besuch ermöglichen sollten.

Absagen auch in den Großen Kreisstädten

So zum Beispiel in Winterbach. Dort war für den 28. November ein Weihnachtsweg mit im Ort verteilten Stationen als Ersatz für den Weihnachtsmarkt geplant gewesen. Aufgrund der Corona-Lage und der Aussicht auf die neue 2G-plus-Regelung wurde die Veranstaltung rund eine Woche vorher abgesagt. In der Gemeinde Remshalden hätte Anfang Dezember ein Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus stattfinden sollen – abgeblasen. Auch das Welzheimer Weihnachtsdorf samt Weihnachtsmarkt – gecancelt. In Leutenbach wurde der Weihnachtsmarkt vor allem deswegen abgesagt, weil Vereine, die hätten bewirten sollen, bereits von sich aus zurückgezogen hatten.

Die Großen Kreisstädte Backnang, Fellbach, Schorndorf und Winnenden hatten bis vor kurzem noch an ihren Plänen festgehalten. Die Märkte waren verordnungskonform konzipiert, Buden wurden zum Teil schon aufgebaut. Die Eröffnungen waren für den 26. und den 27. November geplant. Doch auch daraus wird nichts: Bis Dienstagmittag hatten alle vier Städte coronabedingt die Absage ihrer Veranstaltungen verkündet. Aus Winnenden hieß es, dass man die Entscheidung mit den Rathausspitzen aus Schorndorf und Backnang abgestimmt habe. Nicht nur in Fellbach befürchtete man aufgrund landesweiter Absagen einen "Weihnachtsmarkt-Tourismus" und ein damit höheres Infektionsrisiko.

Strengere Auflagen für Weihnachtsmärkte

Die Stadt Murrhardt hatte noch am Montag mitgeteilt, ihren Weihnachtsmarkt nur als Warenverkaufsmarkt stattfinden lassen zu wollen. An Ständen, an denen nichts zum Verzehr vor Ort angeboten wird, durften zu diesem Zeitpunkt noch alle Besucher einkaufen. Ein Impf-, Genesenen- oder Testnachweis war nicht nötig. Maskenpflicht galt nur, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden konnte.

Am Dienstagabend verkündete das Land dann seine neue Corona-Verordnung. In der Alarmstufe II, in der wir uns momentan befinden, gilt für Weihnachtsmärkte nun generell 2G plus - Zutritt also nur für Geimpfte und Genesene mit negativem Test. Zudem sind nur maximal 50 Prozent der üblichen Besucherinnen und Besucher zugelassen. Maskenpflicht herrscht jetzt generell. Am Mittwochnachmittag folgte die Markt-Absage aus Murrhardt.

Auch Adventswald-Ersatz in Rudersberg gestrichen

Rudersberg hatte für das dritte und vierte Adventswochenende eine "Weihnachtslichtung" vorgesehen. Doch auch der Adventswald-Ersatz findet nicht statt. "Rechtlich wäre das nach wie vor möglich", sagte Bürgermeister Raimon Ahrens am Mittwochnachmittag. Angesichts der dramatischen Lage sei eine Durchführung jedoch nicht sinnvoll.

Auch in Großaspach war ein Weihnachtsmarkt-Ersatz geplant. Der BDS Aspach hatte auf dem ehemaligen "Löwen-Areal" eine Weihnachtshütte vorgesehen, die ab dem 3. Dezember jeden Freitagabend bis Weihnachten öffnen sollte. Laut Andreas Möhle, dem Ersten Vorstand des Gewerbevereins, wurden die ersten drei Freitage pandemiebedingt bereits abgesagt. Ob die Hütte vor Heiligabend überhaupt einmal öffnet, war am Mittwochnachmittag noch unklar. Das entscheide man je nach Lage, so Möhle. Er rechne aber "eher nicht" mit einer Öffnung.

Alfdorf, Althütte, Allmersbach im Tal, Berglen, Burgstetten, Korb, Oppenweiler, Plüderhausen, Schwaikheim, Sulzbach an der Murr und Weissach im Tal veranstalten in diesem Jahr ebenfalls keine Weihnachtsmärkte.

Welche Veranstaltungen sind momentan noch geplant?

Die Liste der Absagen ist lang. Die Aussicht auf ein "Stück Normalität" so gut wie dahin. Was im Rems-Murr-Kreis momentan (Stand 24. November) noch geplant ist:

In Waiblingen hatte man schon vor zwei Wochen verkündet, keinen klassischen Weihnachtsmarkt zu veranstalten. Man plane stattdessen „Weihnachts-Pop-up-Stände“, verteilt in der Innenstadt. Ursprünglich waren auch Buden vorgesehen, die Speisen und Getränke zum Verzehr vor Ort anbieten. Am Dienstagnachmittag (23.11.) wurde die Weihnachtsmarkt-Alternative coronabedingt weiter reduziert: Jetzt soll es nur noch Stände geben, die in der Innenstadt verteilt Kunsthandwerkliches und Speisen anbieten. Letztere aber nicht zum sofortigen Verzehr.

„Die Entscheidung, ob und in welchem Umfang diese Möglichkeit genutzt wird, ist den einzelnen Standbetreibern überlassen“, hieß es in einer Mitteilung der WTM. Die Betreiber seien auch für die Einhaltung der Corona-Regeln an ihren Ständen verantwortlich. Momentan sieht es so aus, als würden letztlich nur zwei Stände übrig bleiben. Beginnen soll der "weihnachtliche Lichterglanz und Budenzauber in Waiblingen" am Freitag (26. November) um 17 Uhr.

Ob der Christkindlesmarkt in Kernen-Rommelshausen veranstaltet wird, steht noch nicht fest. Am Dienstag hieß es, dass die finale Entscheidung voraussichtlich in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag (25.11.) fallen soll. Stattfinden soll der Markt nach derzeitigem Stand von Freitag, 3. Dezember, bis Sonntag, 5. Dezember, im und um das Bürgerhaus. Das Corona-Konzept der Gemeinde sieht unter anderem 2G plus, Maskenpflicht und Abstand vor.

Update: Der Kernener Christkindlesmarkt ist inzwischen ebenfalls abgesagt worden. Mehr dazu lesen Sie hier.

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