Rems-Murr-Kreis

Weinbau im Rems-Murr-Kreis in Gefahr: Das fordern die Winzer von der EU

Die CDU ludt zum Weinbaugipfel in den Trollingersaal der Remstalkellerei ein, 17.11.2022.
Zahlreiche Wengerter waren auf den Weinbaugipfel der CDU gekommen. Digital zugeschaltet war Christine Schneider, christdemokratische Abgeordnete des EU-Parlaments aus Rheinland-Pfalz, als Fachfrau in Umwelt- und Landwirtschaftsfragen. © Benjamin Beytekin

Das Papier hat illustre Adressaten: die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen etwa. Oder den Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Cem Özdemir. Worum geht's? Um die Frage, ob der Weinbau im Rems-Murr-Kreis unmöglich wird. Inklusive der Aufforderung, das zu verhindern. Die CDU hat die „Weinstädter Erklärung“ auf den Weg gebracht.

„Weinbaugipfel“ hieß die Veranstaltung, zu der die CDU in die Weinstädter Remstalkellerei eingeladen hatte. Es ging um die Pläne der Europäischen Kommission, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Naturschutzgebieten vollständig zu verbieten. Inbegriffen in die Naturschutzgebiete: die Landschaftsschutzgebiete, auf deren Flächen die Wengerter im Rems-Murr-Kreis zwei Drittel ihrer Reben stehen haben.

Zur Veranstaltung kamen, heißt es, über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Rems-Murr-Kreis und angrenzenden Landkreisen. Die Sorge der Wengerter – aller übrigen Landwirte übrigens auch – ist groß.

Anschließend wurden Meinungen und Argumente gesammelt, Existenzsorgen formuliert, Vorschläge gemacht und auf Papier gebracht. Dieses schicken die CDU Bundes- und Landtagsabgeordneten aus dem Rems-Murr-Kreis Christian Gehring, Staatsekretär Siegfried Lorek und Christina Stumpp nun als „Weinstädter Erklärung“ nach Brüssel und nach Berlin.

Erklärungen zum Hintergrund:

  • Der Rems-Murr-Kreis steht, heißt es in der „Weinstädter Erklärung“, für Nachhaltigkeit, Naturverbundenheit und eine jahrhundertealte Kulturlandschaft, vor allem geprägt vom Weinbau.
  • Das von der EU-Kommission geplante vollständige Verbot von Pflanzenschutzmitteln in Naturschutzgebieten hat, so wird gefürchtet, für diese Kulturlandschaft und alle, die in und von ihr leben, „gravierende Konsequenzen“.
  • Rund zwei Drittel der Weinanbauflächen im Rems-Murr-Kreis könnten dann nicht mehr bewirtschaftet werden, weder konventionell noch bio.

Forderungen:

  • Die zahlreichen Unterzeichner der „Weinstädter Erklärung“ bekennen sich zum Schutz der Natur, der Umwelt und der Landschaft. Auch der Erhalt der Biodiversität liegt ihnen am Herzen.
  • Da es dennoch ganz ohne Pflanzenschutz nicht geht, soll bei Pflanzenschutzmitteln in der Zukunft – wie in der Vergangenheit auch schon – gelten: So wenig wie möglich, aber eben auch so viel wie nötig.
  • Die Wengerter fordern Unterstützung und Förderung bei der Suche nach Innovationen, die den Weinbau noch umweltverträglicher machen. Es geht um neue Züchtungen, neue Technologien, neue Pflanzenschutzmittel, den Einsatz von digitaler Technologie.
  • Die Bundesregierung soll sich im Bundestag und auf EU-Ebene klar positionieren und nicht tatenlos abwarten und zugucken, was die EU-Kommission aus ihrem Vorhaben noch machen wird.
  • Das baden-württembergische Biodiversitätsstärkungsgesetz, bei dem der Arten- und Umweltschutz zur Zufriedenheit von Naturschützern und Landwirten vorangebracht wurde, soll auf EU-Ebene wahrgenommen werden. Wie auch die Tatsache, dass in Deutschland im europäischen Vergleich längst die strengsten Umweltvorschriften gelten und deutlich mehr Schutzgebiete ausgewiesen wurden.
  • Auch die Ernährungssicherheit soll, in Anbetracht der aktuellen Krisen, bedacht werden.
  • Die EU-Kommission soll, bevor die geplante Umweltschutzrichtlinie Wirklichkeit wird, erst eine sogenannte „Gesetzesfolgenabschätzung“ vornehmen, also durchrechnen, was passiert, wenn ...

Drohungen und Befürchtungen:

  • Die Umweltschutzrichtlinie der EU-Kommission, wie sie bis jetzt geplant ist, würde das Aus für den Weinbau im Rems-Murr-Kreis bedeuten.
  • Der Rückgang der Weinerzeugung in Deutschland würde zu einem verstärkten Import aus Ländern mit geringeren Umweltschutzstandards führen. Für Klima und Umwelt wäre dies schädlicher.
  • Haben die Wengerter in den vergangenen Jahren bei der Ausweisung neuer Schutzgebiete zahlreiche Zugeständnisse gemacht, werde es, wenn ihnen jetzt de facto Bewirtschaftungsbeschränkungen auferlegt werden, keine Unterstützung für freiwillige Maßnahmen beim Naturschutz mehr geben.

85 Menschen, haben, so die Presseinformation von Christian Gehring, Siegfried Lorek, Christina Stumpp und Steffen Bilger, CDU-Mitglied des Bundestags aus dem Wahlkreis Ludwigsburg, die Erklärung unterzeichnet. Darunter viele bekannte Wengerter aus dem Kreis, aber auch die Weinkönigin Carolin Häußer aus Aspach, die Bürgermeister Ronald Krötz aus Alfdorf, Reinhard Molt aus Remshalden, Jochen Müller aus Korb, Benedikt Paulowitsch aus Kernen, Thorsten Englert, Erster Bürgermeister aus Schorndorf, und Michael Scharmann, Oberbürgermeister aus Weinstadt.

Das Papier hat illustre Adressaten: die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen etwa. Oder den Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Cem Özdemir. Worum geht's? Um die Frage, ob der Weinbau im Rems-Murr-Kreis unmöglich wird. Inklusive der Aufforderung, das zu verhindern. Die CDU hat die „Weinstädter Erklärung“ auf den Weg gebracht.

„Weinbaugipfel“ hieß die Veranstaltung, zu der die CDU in die Weinstädter Remstalkellerei eingeladen hatte. Es ging um die

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