Rems-Murr-Kreis

Wer ist jetzt eigentlich alles impfberechtigt in Baden-Württemberg?

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Symbolfoto. © Gabriel Habermann

Die Liste der Impfberechtigten in Baden-Württemberg ist mittlerweile ellenlang und es ist schwer, den Überblick zu behalten. Zumal die Freigabe von Astrazeneca für alle vorerst nur in den Arztpraxen gilt und auch nicht zwangsläufig bedeutet, dass alle Ärzte tatsächlich auch unter 60-Jährige mit dem Impfstoff impfen wollen. Letztlich liegt dies nämlich im ärztlichen Ermessen je nach individueller Entscheidung.

Nicht zuletzt bedeutet „impfberechtigt“ zu sein ja auch nicht, sofort einen Impftermin bekommen zu können oder gar das Anrecht auf einen sofortigen Termin zu haben. Nach wie vor sind die Impfstoffe knapp und das Landessozialministerium rechnet damit, dass sich daran noch auf Wochen hinweg nicht viel ändern wird. Die Lieferprognosen des Gesundheitsministeriums für die Impfzentren in Baden-Württemberg lauten:

  • Kalenderwoche 18 (3. bis 9. Mai): 234.000 Dosen Biontech, 24.000 Dosen Astrazeneca, 58.800 Dosen Moderna, 26.400 Dosen Johnson & Johnson.
  • Kalenderwoche 19 (10. bis 16. Mai): 193.050 Dosen Biontech, 48.000 Dosen Astrazeneca, 81.600 Dosen Moderna.
  • Kalenderwoche 20 (17. bis 23. Mai): 234.000 Dosen Biontech, 88.800 Dosen Moderna, kein Astrazeneca, kein Johnson & Johnson.
  • Kalenderwoche 21 (24. bis 30. Mai): 234.000 Dosen Biontech, 93.600 Dosen Moderna, kein Astrazeneca, kein Johnson & Johnson.
  • Kalenderwoche 22 (31. Mai bis 6. Juni): 239.850 Dosen Biontech, 87.600 Dosen Moderna, kein Astrazeneca, kein Johnson & Johnson.

Welche Prioritätsgruppen sind impfberechtigt?

In Baden-Württemberg sind mit Stand 9. Mai 2021 Personen der Prioritätsgruppen eins und zwei sowie Vorerkrankte und Kontaktpersonen aus der Priorität drei impfberechtigt. Hinzu kommen unterschiedslos alle über 60-Jährigen. Der Übersicht halber ist eine andere Unterteilung geboten.

Alle über 60-Jährigen

Impfberechtigt sind unterschiedslos alle Baden-Württemberger, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, sprich: alle über 60-Jährigen.

Im Pflege-Bereich

Impfberechtigt sind Personal und Bewohner von Seniorenpflege-Einrichtungen, ambulant betreuten Wohngemeinschaften, Hospizen, geriatrischen Stationen oder Einrichtungen der Kurzzeitpflege.

Zum impfberechtigten Personal gehören hier neben dem Pflegepersonal auch Hauswirtschaftskräfte, Verwaltungsmitarbeiter oder Beschäftigte externer Dienstleister wie zum Beispiel Reinigungskräfte; aber auch in diesen Pflegeeinrichtungen regelmäßig tätige Personen mit Bewohner-, Patienten beziehungsweise Gästekontakt wie Ärzte, Physiotherapeuten, Logopäden, Podologen, Seelsorger, Betreuungsrichter, Berufsbetreuer, Friseure, Ehrenamtliche, Personal von Sanitätshäusern, die Mobilen Impfteams.

Auch die Mitarbeitenden der ambulanten Pflegedienste sind impfberechtigt sowie alle, die beruflich Kontakt zu älteren Pflegebedürftigen haben, auch jene in Altenhilfe-Beratungen und Pflegestützpunkten.

Impfberechtigt sind ebenfalls Personen, die im Rahmen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag im Sinne des § 45a des Elften Buches Sozialgesetzbuch regelmäßig bei älteren oder pflegebedürftigen Menschen tätig sind.

Im medizinischen Bereich und in Heilberufen Tätige

  • Ärzte und medizinisches Personal, das in Einrichtungen mit hohem Corona-Infektionsrisiko arbeitet;
  • Personen, die in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Hochrisiko-Patienten betreuen, behandeln oder pflegen (zum Beispiel Ärzte in Dialyse-Einrichtungen);
  • Personen, die im öffentlichen Gesundheitsdienst oder in besonders relevanter Position zur Aufrechterhaltung der Krankenhaus-Infrastruktur tätig sind;
  • Personen, die regelmäßig Corona-Impfungen verabreichen, etwa das Personal der Impfzentren;
  • Mitarbeitende der Notaufnahmen und der Intensivstationen sowie der Rettungsdienste samt Luftrettung, Krankentransport, Wasserrettung und Bergwachten;
  • Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und Personen, die regelmäßig zum Zwecke der Diagnostik des SARS-CoV-2 Körpermaterial entnehmen;
  • Personen, die regelmäßig Abstriche zum Zweck der SARS-CoV-2-Diagnostik entnehmen (z. B. auch Apotheker);
  • Krankenhaus- und Praxispersonal sowie Heilberufe-Personal mit Patientenkontakt;
  • Hebammen und Geburtshelfer;
  • Reinigungspersonal in Kliniken und Praxen;
  • Augenoptiker/in, Hörakustiker/in, Orthopädieschuhtechniker/in, Orthopädietechniker/in, Zahntechniker/in;

Risikopatienten, Vorerkrankte und Menschen mit Behinderungen

Impfberechtigt sind auch „Personen, bei denen bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 besteht; außerdem.

  • Personen mit Trisomie 21 oder einer Contergan-Schädigung,
  • Personen, die in stationären Einrichtungen für Menschen mit geistiger oder psychischer Behinderung wohnen, gepflegt, oder betreut werden oder tätig sind;
  • Personen nach Organtransplantation,
  • Personen mit einer Demenz oder mit einer geistigen Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung oder schwerer Depression,
  • Personen mit behandlungsbedürftigen Krebserkrankungen:
  • Personen mit HIV-Infektion;
  • Personen mit Immundefizienz, Autoimmunerkrankung oder Rheuma;
  • Personen mit einer Herzinsuffizienz, Arrhythmie, einem Vorhofflimmern, einer koronaren Herzkrankheit oder arterieller Hypertonie (Bluthochdruck);
  • Personen mit interstitieller Lungenerkrankung, COPD, Mukoviszidose oder einer anderen, ähnlich schweren chronischen Lungenerkrankung;
  • Personen mit Asthma bronchiale;
  • Personen mit Muskeldystrophien oder vergleichbaren neuromuskulären Erkrankungen,
  • Personen mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung
  • Personen mit Diabetes mellitus (mit oder ohne Komplikationen),
  • Personen mit Leberzirrhose oder einer anderen chronischen Lebererkrankung,
  • Personen mit chronischer Nierenerkrankung,
  • Personen mit Adipositas (Personen mit Body-Mass-Index über 40 oder über 30).

Lehrkräfte und Kinder-Betreuungspersonal

Impfberechtigt sind Personen, die hauptamtlich oder mit einem Tätigkeitsumfang, der einer hauptamtlichen Beschäftigung entspricht, regelmäßigen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen, Schülerinnen und Schülern oder Studierenden haben. Das können auch Beschäftigte der Heilpädagogische Dienste und Interdisziplinären Frühförderstellen, Schul- und Kitabegleiterinnen und -begleiter oder weiteres Schulpersonal (z. B. Hausmeister) sein.

Betreuungseinrichtungen

Impfberechtigt sind Personen, die in Obdachlosenunterkünfte oder Einrichtungen zur gemeinschaftlichen Unterbringung von Asylbewerbern, vollziehbar Ausreisepflichtigen, Flüchtlingen und Spätaussiedlern oder in sonstigen Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe oder in Frauenhäusern untergebracht oder tätig sind. Impfberechtigt sind auch jeweils das Verwaltungspersonal, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Therapeutinnen und Therapeuten, Küchenpersonal, Reinigungskräfte.


Kontaktpersonen

Impfberechtigt sind bis zu zwei enge Kontaktpersonen

  • von einer nicht in einer Einrichtung befindlichen pflegebedürftigen Person, die das 70. Lebensjahr vollendet oder eine Demenzerkrankung oder eine geistige Behinderung hat oder ein oben genannter Risikopatient mit Vorerkrankungen ist;
  • von einem oben genannten Risikopatienten, Vorerkrankten oder einem Menschen mit geistiger Behinderung oder Demenz;
  • von einer Schwangeren.

Die maximal zwei Kontaktpersonen werden von dieser Person oder von einer sie vertretenden Person bestimmt.

Polizei- und Einsatzkräfte

Impfberechtigt sind Polizei- und Einsatzkräfte, die in Ausübung ihrer Tätigkeit zur Sicherstellung der öffentlichen Ordnung, insbesondere bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, sowie Soldatinnen und Soldaten, die bei Einsätzen im Ausland einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Hierunter zählen auch Feuerwehreinsatzkräfte und Einsatzkräfte der im Katastrophenschutz mitwirkenden Organisationen sowie des Technischen Hilfswerks, die haupt- oder ehrenamtlich als Ersthelferin oder Ersthelfer im unmittelbaren, regelmäßigen Kontakt mit Patientinnen und Patienten/Verletzten stehen und den Rettungsdienst unterstützen.

Personen im Auslandseinsatz

Impfberechtigt sind Personen, die in Auslandsvertretungen der Bundesrepublik Deutschland oder für das Deutsche Archäologische Institut an Dienstorten mit unzureichender gesundheitlicher Versorgung tätig und infolgedessen einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.

Impfberechtigt sind ebenfalls Personen, die im Ausland an Orten mit unzureichender gesundheitlicher Versorgung tätig und infolgedessen einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Zum Beispiel:

  • für von der Bundesregierung geförderte deutsche Auslandshandelskammern einschließlich Delegationen und Repräsentanzen der deutschen Wirtschaft Tätige
  • Mitarbeitende der Entwicklungszusammenarbeit, humanitären Hilfe oder
  • Mitarbeitende der auswärtige Kultur- und Bildungspolitik oder
  • deutsche Staatsangehörige, die in internationalen Organisationen tätig sind.

Perspektive Mitte Mai

Perspektivisch anspruchsberechtigt für eine Corona-Impfung ab Mitte Mai sind weitere Personengruppen, die hier aus Platzgründen nicht aufgeführt werden können, die jedoch teilweise schon Informationen sowie Bescheinigungsvorlagen als vorbereitende Maßnahme zur Verfügung gestellt bekommen haben.

Die Liste der Impfberechtigten in Baden-Württemberg ist mittlerweile ellenlang und es ist schwer, den Überblick zu behalten. Zumal die Freigabe von Astrazeneca für alle vorerst nur in den Arztpraxen gilt und auch nicht zwangsläufig bedeutet, dass alle Ärzte tatsächlich auch unter 60-Jährige mit dem Impfstoff impfen wollen. Letztlich liegt dies nämlich im ärztlichen Ermessen je nach individueller Entscheidung.

Nicht zuletzt bedeutet „impfberechtigt“ zu sein ja auch nicht, sofort einen

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