Rems-Murr-Kreis

Wie bitte, das Ferienhaus existiert nicht? - Bei Online-Buchungen lieber genau hinschauen, damit kein böser Reinfall folgt

Symbol Urlaub
Symbolbild. © Gabriel Habermann

Klick, klick, klick – flugs ist eine Ferienwohnung gebucht oder ein Hotelzimmer reserviert und bezahlt. Statt Freude auf den Urlaub folgen Frust und Wut, sofern Reisende eine gefälschte Plattform nicht als solche erkannt und statt eines Feriendomizils nichts weiter als eine Luftnummer gebucht haben. „Fake Shops“, also gefälschte Verkaufsplattformen, gibt’s nicht nur im Bereich Online-Einkauf. Gerade jetzt, da so viele Menschen nach all der Corona-Unbill wieder Ferien auswärts genießen möchten, nutzen Betrüger das Fernweh der Menschen schamlos aus und locken im Internet mit günstigen Angeboten, die keine sind. Kund/-innen sollten ein Buchungsportal genau prüfen, bevor sie auf „Bezahlen“ klicken, rät die Polizei. Auf eine Anfrage dieser Zeitung antwortete Kriminaloberrat Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes:

Wer eine Reise oder einen Aufenthalt in einer Ferienunterkunft buchen möchte, soll ein Buchungsportal vor Bezahlung einer Leistung immer auf ausreichende und stimmige Informationen zum Anbieter prüfen, rät die Polizei. Aber wie macht man das im Detail?

Interessenten können den Namen des Online-Shops in eine Suchmaschine eingeben. Dadurch können sie negative Erfahrungen anderer Kunden herausfinden und müssen sich nicht auf die Versprechungen der Shop-Betreiber verlassen. In vielen Selbsthilfeforen erfährt man außerdem, ob ein bestimmter Online-Händler unseriöse Geschäftspraktiken anwendet. In der Regel führt auch ein Anruf bei einer Verbraucherzentrale zur gewünschten Information über einen Online-Händler.

Wie erkennt man eine gefälschte Buchungsplattform?

Fake-Shops, also gefälschte Internet-Verkaufsplattformen, sind auf den ersten Blick schwer zu erkennen. Sie sind teilweise Kopien real existierender Websites, wirken daher seriös und lassen beim Käufer selten Zweifel an ihrer Echtheit aufkommen. Das ist das Ziel der Betrüger: Mit aus dem Internet kopierten Produktbildern und Informationen, professionell aufgemachten Allgemeinen Geschäftsbedingungen und einem gefälschten Impressum wollen diese das Vertrauen der Online-Shopper gewinnen und sie so zum Kauf animieren. Ein weiteres Lockmittel ist der scheinbar besonders günstige Preis des gesuchten Produkts.

Was tun, wenn sich eine Kundin, ein Kunde nicht ganz sicher ist?

Kein Einkauf bei Zweifel: Wenn sich jemand unsicher ist, sollte er oder sie am besten gar nicht im gewählten Shop kaufen. Interessenten sollten das gewünschte Produkt, wie eben auch eine Ferienwohnung, nur beim Händler ihres Vertrauens buchen.

Vermutlich wird zurzeit besonders im Bereich Urlaubsbuchungen versucht, Leute abzuzocken, oder?

Da wir keine gesonderten Zahlen durch die Polizeiliche Kriminalstatistik dazu haben und es unter Computerbetrug fällt, können wir es nur erahnen und möchten darum die Bevölkerung zur Vorsicht aufrufen.

Haben Sie Beispielfälle: Auf welche Weise waren Betrüger in der Vergangenheit erfolgreich?

Nein, es gibt keine gesonderten Angaben dazu, das läuft mit unter Computerbetrug. Aber wir haben von Fällen gehört, bei denen die Urlauber dann an einem Ort standen und nach der Ferienwohnung gesucht haben, die es gar nicht gab.

Was tun, wenn man recht schnell merkt, einem Betrug aufgesessen zu sein: Gibt es eine Chance, das Geld zurückzuholen?

Zunächst ist es wichtig, alle Beweise für den Online-Kauf zu sichern: Ob Kaufvertrag, Bestellbestätigung oder E-Mails, Betroffene sollten alle Belege aufbewahren und am besten auch ausdrucken. Mit den gesicherten Unterlagen sollten sich Betroffene möglichst sofort an die Polizei wenden und Strafanzeige erstatten. Auch wenn die strafrechtliche Verfolgung von Tätern schwierig ist, weil diese aus dem Ausland agieren, sollte man sich nicht von einer Anzeige abbringen lassen. Nur dann können Löschungen von Fake-Shops konsequent vorangetrieben werden. Wer bereits Geld überwiesen hat, sollte sich umgehend bei der Bank informieren, ob sich die Zahlung rückgängig machen lässt. Dies ist innerhalb eines bestimmten Zeitraums in der Regel noch möglich. Bei anderen Zahlungsarten, etwa bei Bargeldtransfer, sollten Betroffene sofort den Dienstleister kontaktieren und die Transaktion stoppen lassen.

Sollte man bei Buchungen im Internet im Grunde besser nie Vorkasse leisten?

Der Kauf auf Rechnung kann vor Betrug durch Fake-Shops schützen. Überweisungen können allenfalls kurzfristig rückgängig gemacht werden. Beim Lastschriftenverfahren können Abbuchungen auch noch später storniert werden. Unser Rat: Nutzen Sie beim Onlinekauf keine Zahlungsdienste wie Western Union oder paysafecard.

Weitere Informationen gibt es hier: www.polizei-beratung.de.

Klick, klick, klick – flugs ist eine Ferienwohnung gebucht oder ein Hotelzimmer reserviert und bezahlt. Statt Freude auf den Urlaub folgen Frust und Wut, sofern Reisende eine gefälschte Plattform nicht als solche erkannt und statt eines Feriendomizils nichts weiter als eine Luftnummer gebucht haben. „Fake Shops“, also gefälschte Verkaufsplattformen, gibt’s nicht nur im Bereich Online-Einkauf. Gerade jetzt, da so viele Menschen nach all der Corona-Unbill wieder Ferien auswärts genießen

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