Rems-Murr-Kreis

Wie das Einkaufen mit Termin ab Montag funktioniert, welche Geschäfte weniger eingeschränkt offen bleiben, was sich bei steigender Inzidenz noch ändern wird

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Waiblinger Postplatz-Forum am „Öffnungstag“, dem 8. März. Ab Montag, 22. März, gelten erneut Einschränkungen für den Einzelhandel. © ALEXANDRA PALMIZI

Einige seit 8. März geltenden Lockerungen des Lockdowns im Rems-Murr-Kreis werden ab Montag, 22. März, zurückgenommen. Dann bleibt vielen Einzelhändlern und ihren Kunden aber zum Beispiel noch das „Einkaufen mit Termin“. Schon länger praktiziert wird dieses in Ludwigsburg und Stuttgart – auf sehr pragmatische Weise. Gewisse Handelssparten indes dürfen weiterhin uneingeschränkter öffnen.

Weitere Begrenzungen des öffentlichen Lebens ergäben sich erst bei einer dauerhaften Inzidenz von über 100. Diese lag am Dienstag bei 52, am Mittwoch bei 57, am Donnerstag bei 57 und am Freitag bei 63.

Was gilt für den Einzelhandel im Rems-Murr-Kreis ab kommendem Montag und bis auf weiteres?

Bestimmte Sparten des Einzelhandels dürfen ab Montag, 22. März, nur noch sogenanntes „Click & Meet“ (Einkaufen mit Termin) anbieten, aber dies auch nur solange bis die Inzidenz dauerhaft über 50 und unter 100 bleibt. Kundinnen und Kunden können sich dabei nach vorheriger Terminabsprache in einem festen Zeitfenster in einem Laden beraten lassen und einkaufen.

Der Einzelhandel darf zudem auch weiterhin „Click & Collect“, also Warenbestellungen und Waren-Abholungen, sowie Lieferungen nach Hause organisieren. Dies übrigens selbst dann noch, wenn die Inzidenz über 100 steigt (Stand: Freitag, 19. März).

Wer darf komplett geöffnet bleiben?

Komplett geöffnet bleiben und Kunden ohne Termin empfangen dürfen unter den Hygieneauflagen selbst bei einer Inzidenz von über 100 (Stand: Freitag, 19. März):

  • Buchhandlungen und Bürofachmärkte;
  • Gärtnereien und Blumenläden sowie Baumschulen;
  • Garten-, Bau-, und Raiffeisenmärkte (alle, auch die Baumärkte, mit komplettem Sortiment);
  • Friseure und Barbershops („Wenn bei einer Behandlung oder aus anderen Gründen keine Maske getragen werden kann, müssen die Kunden einen tagesaktuellen negativen Schnelltest haben“, so das Sozialministerium);
  • Natürlich haben alle Geschäfte des täglichen Bedarfs weiter komplett geöffnet, wie Supermärkte, der Lebensmittelhandel wie Metzgereien, Bäckereien, Apotheken und Drogerien, Tierfuttermittelhandel et cetera.

Weiterhin gültige Hygieneauflagen für alle:

  • Maskenpflicht (medizinische oder FFP2-/KN95-/N95-Maske),
  • Begrenzung der Kundenzahl auf einen Kunden pro zehn Quadratmeter für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche und einem weiteren Kunden für jede weiteren 20 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Nagel-, Massage-, Tattoo-, Sonnen- und Piercingstudios sowie kosmetische Fußpflege (hier gelten jeweils dieselben Regeln wie für Friseure) dürfen nur geöffnet bleiben, solange die Inzidenz unter 100 bleibt.

Sind auch spontane Einkaufstermin-Vergaben vor Ort erlaubt?

Ja. Unter Einhaltung gewisser Vorgaben in der Coronaverordnung spreche rechtlich nichts gegen die Praxis von Terminvergaben für den Einkauf auch direkt vor Ort im Rahmen von Click & Meet, sagt Pascal Murmann vom Landes-Sozialministerium. Im Rahmen ihres Hygienekonzeptes zur Regelung von Personenströmen und Warteschlangen sind Geschäftsbetreiber weiterhin verpflichtet, die Einhaltung der Abstandsregel zu gewährleisten. Zudem müssen Masken getragen werden, und jegliche Terminvergabe, auch eine vor Ort, müsse so ausgestaltet sein, dass die begrenzten Zeitfenster für eine durchgängige Einhaltung der Vorgabe maximal ein Kunde pro 40 Quadratmeter eingehalten werden, erläutert Murmann.

„Außerdem müssen die Kontaktdaten der Kunden aufgenommen werden“, ergänzt der Ludwigsburger Citymanager Markus Fischer vom Verein der Innenstadt-Händler Luis. Im Nachbarkreis Ludwigsburg, wo die Inzidenz schon länger über 50 liegt, hat man sehr gute Erfahrungen mit der pragmatischen Handhabung des Einkaufens mit Termin gemacht. „In Stuttgart wird das auch so gemanagt mit Vor-Ort-Terminvergabe direkt an der Ladentür.“ Lange Schlangen oder Pulkbildungen vor Geschäften sollten jedoch auch beim Einkaufen mit Termin freilich vermieden werden, sagt Fischer. „Unserer Erfahrung nach gab es zudem hin und wieder Diskussionen mit Kunden, die ihre Kontaktdaten nicht angeben wollten. Aber das muss halt sein, das ist so vorgeschrieben.“ Große Kunden-Andränge habe es in Ludwigsburg durch das Einkaufen mit Termin bislang aber nicht gegeben. Gleichwohl sollte der zusätzliche Personalaufwand der Geschäfte für die Terminvergabe nicht unterschätzt werden.

Der Leiter des Ordnungsamtes des Rems-Murr-Kreises, Roman Böhnke, lässt mitteilen, dass grundsätzlich die Ortspolizeibehörden für etwaige Kontrollen zuständig seien. „Unser Ordnungsamt steht ihnen dabei nur beratend zur Seite, wenn erforderlich. Click & Meet heißt klassischerweise eineTerminvereinbarung. Es ist ja gerade der Sinn der Regelung, dass die Kunden gezielt zu einem Termin kommen und sich keine Menschenansammlungen vor den Läden bilden.“

Jörn Rieg, kommissarischer Leiter des Schorndorfer Ordnungsamtes, plädiert für pragmatische Lösungen wie in Stuttgart und Ludwigsburg. „Es kommt ja darauf an, wie man das Wortauslegt. Solange alle Regeln eingehalten werden, sind unserer Auffassung nach Vor-Ort-Terminvergaben rechtens.“

Auch in Waiblingen folgt man der pragmatischen Rechtsauslegung, bestätigt der Ordnungsamtsleiter Oliver Conradt. Dr. Marc Funk, Wirtschaftsförderer und Geschäftsführer der WTM GmbH Waiblingen, ergänzt: „Unsere Einzelhändler sind gut informiert und vorbereitet, um Termine online mittels Software-Tool oder telefonisch zu vereinbaren. Das spontane Nachfragen am Ladeneingang ist nicht explizit verboten, so dass dies im Konzept der Ladenbesitzer eine weitere Möglichkeit der Terminvergabe sein kann. Aber auch dann muss der Termin in einem fest begrenzten Zeitraum erfolgen. Während des Shopping-Termins ist nicht nur das Einkaufen selbst erlaubt, sondern auch die Beratung, die Anprobe und der Umtausch von Waren.“

Was ist mit anderen gesellschaftlichen Bereichen bei einer Inzidenz von über 50 und unter 100 wie jetzt gerade?

Ab Montag gilt: Museen, Galerien, Gedenkstätten, zoologische, botanische Gärten, Archive, Bibliotheken und Büchereien dürfen zwar weiter besucht werden, aber wie im Falle bestimmter Einzelhandelssparten nur nach vorheriger Terminbuchung und Dokumentation der Kontaktdaten.

Treffen von bis zu fünf Personen aus nicht mehr als zwei Haushalten sind weiter möglich, so das Sozialministerium. „Die Kinder der beiden Haushalte bis einschließlich 14 Jahre zählen dabei nicht mit. Paare, die nicht zusammenleben, gelten als ein Haushalt. Sollte ein Haushalt bereits aus fünf oder mehr Personen über 14 Jahren bestehen, so darf sich dieser Haushalt mit einer weiteren nicht dem Haushalt angehörigen Person treffen.“

Wie geht es mit dem Sport weiter?

Für den Sport seit 8. März geltende Lockerungen werden im Rems-Murr-Kreis ab Montag zurückgenommen. Ab dann gilt bis auf weiteres (bis die Inzidenz dauerhaft über 100 steigt):

  • Der Betrieb von Sportanlagen und Sportstätten im Freien und geschlossenen Räumen (ohne Schwimmbäder) ist für den kontaktarmen Freizeit- und Amateurindividualsport mit maximal fünf Personen aus nicht mehr als zwei Haushalten erlaubt. Die Kinder der beiden Haushalte bis einschließlich 14 Jahre zählen nicht mit. Paare, die nicht zusammenleben, gelten als ein Haushalt.
  • Weitläufige Anlagen dürfen auch von mehreren individualsportlichen Gruppen genutzt werden (nicht mehr als fünf Personen aus maximal zwei Haushalten).
  • Kontaktarmer Sport in Gruppen von bis zu 20 Kindern bis einschließlich 14 Jahren ist nur im Freien möglich.
  • Die Nutzung von Umkleiden, sanitären Anlagen und anderen Aufenthaltsräumen oder Gemeinschaftseinrichtungen ist in keinem Fall erlaubt.

Was passiert bei einer dauerhaften Überschreitung des Inzidenzwertes 100 im Rems-Murr-Kreis?

Steigt im Rems-Murr-Kreis die Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 100, sind wir größtenteils zurück im Lockdown, womöglich inklusive lokaler nächtlicher Ausgangsbeschränkungen von 21 bis 5 Uhr, „wenn bei Berücksichtigung aller bisher getroffenen anderen Schutzmaßnahmen eine erhebliche Gefährdung der wirksamen Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus besteht“. Dann würde laut Sozialministerium zum Beispiel gelten (Stand: Freitag, 19. März):

  • Der Einzelhandel darf kein Click & Meet mehr anbieten.
  • Erweiterte Kontaktbeschränkungen: Ein Haushalt plus eine weitere nicht zum Haushalt gehörende Person; Kinder bis 14 Jahre zählen nicht mit.
  • Schließung von Museen, Galerien, zoologischen, botanischen Gärten sowie Gedenkstätten für den Publikumsverkehr.
  • Schließung der meisten Außensportanlagen. Individualsport ist nur mit den Angehörigen des eigenen Haushalts plus einer weiteren nicht zum Haushalt gehörenden Person erlaubt. Kinder der jeweiligen Haushalte bis 14 Jahre zählen nicht mit. Nur weitläufige Anlagen im Freien wie Golfplätze, Reitanlagen oder auch Tennisplatzanlagen dürfen auch von mehreren individualsportlich aktiven Personen unter Einhaltung der Abstandsregeln genutzt werden.

Einige seit 8. März geltenden Lockerungen des Lockdowns im Rems-Murr-Kreis werden ab Montag, 22. März, zurückgenommen. Dann bleibt vielen Einzelhändlern und ihren Kunden aber zum Beispiel noch das „Einkaufen mit Termin“. Schon länger praktiziert wird dieses in Ludwigsburg und Stuttgart – auf sehr pragmatische Weise. Gewisse Handelssparten indes dürfen weiterhin uneingeschränkter öffnen.

Weitere Begrenzungen des öffentlichen Lebens ergäben sich erst bei einer dauerhaften Inzidenz von

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