Rems-Murr-Kreis

Wie durchseucht sind wir? Zahlen zu Corona-Infektionen im Rems-Murr-Kreis

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Wie viele Menschen sind eigentlich infiziert und mehrfach infiziert? © Pixabay

Die Corona-Durchseuchung, und das ist positiv gemeint, weil die Immunkräfte ja dadurch tendenziell zugenommen haben, ist im Rems-Murr-Kreis womöglich am weitesten fortgeschritten in Alfdorf, Winterbach, Backnang, Kernen und Schorndorf. Am wenigsten durchseucht könnte Fellbach sein. Aufgrund von Schätzungen des Gesundheitsamtes und von Medizinern auch zu Dunkelziffern und Mehrfachinfizierten lässt sich auf Basis von Wahrscheinlichkeitsrechnungen eine Rangliste des Durchseuchungsgrades aller Kommunen in unserem Landkreis erstellen.

Positiv zu bewerten ist in der jetzigen Pandemiephase der hohe Durchseuchungsgrad auch deshalb, weil parallel dazu die Impfquote hoch ist und Omikron und seine Untervarianten eher milde Krankheitsverläufe bei dem Gros der Infizierten auslösen. Dadurch bleibt die Zahl der Covid-Intensivpatienten gering. Knackpunkt könnte in diesem Coronawinter 2022/23 jedoch der dann möglicherweise hohe Krankenstand beim Personal sein, nicht nur in den Krankenhäusern (wir berichteten mehrfach).

„Die offizielle Impfquote liegt bei über 75% und in den potenziell gefährdeten älteren Bevölkerungsgruppen nochmals deutlich höher“, erläutert Prof. Dr. Jan Steffen Jürgensen, Vorstandsvorsitzender des Klinikums Stuttgart. „30 Millionen durchgemachte Infektionen wurden in Deutschland erfasst, die Dunkelziffer wird um den Faktor zwei bis drei höher eingeschätzt. In Summe ist das Immunitätsniveau also viel besser als in den Vorjahren.“

Aktuell sind laut Gesundheitsamt des Rems-Murr-Kreises rund sechs Prozent der gemeldeten Corona-Infizierten im Rems-Murr-Kreis (die sich in Corona-Quarantäne befinden) mehrfachinfiziert. „Leider ist die Dunkelziffer der Mehrfachinfizierten vermutlich sehr hoch“, sagt Rodja Firat von der Pressestelle der Kreis-Verwaltung.

„Das hat mehrere Gründe: Es wird nicht mehr so viel getestet, privat durchgeführte positive Antigen-Tests werden nicht mehr übermittelt und/oder viele Menschen infizieren sich erneut mit dem Virus, ohne es zu merken“, sagt Rodja Firat. Insgesamt, so schätze das Team des Gesundheitsamts, dass es sich bei circa zehn Prozent aller bisher im Rems-Murr-Kreis Infizierten um Mehrfachinfizierte handelt.

Auf diesen Schätzungen aufbauend lässt sich für den Rems-Murr-Kreis eine Rangliste der Kommunen mit den schätzungsweise meisten Infizierten seit Corona-Pandemiebeginn in Relation zu ihren Einwohnerzahlen aufstellen:

  • Alfdorf: rund 82 %.
  • Winterbach: rund 78 %
  • Backnang: rund 77 %.
  • Kernen: rund 76 %.
  • Schorndorf: rund 75 %.
  • Aspach: rund 74 %.
  • Kaisersbach: rund 74 %.
  • Waiblingen: rund 74 %.
  • Burgstetten: rund 73 %.
  • Urbach: rund 73 %.
  • Welzheim: rund 73 %.
  • Oppenweiler: rund 72 %.
  • Sulzbach an der Murr: rund 72 %.
  • Weissach im Tal: rund 72 %.
  • Allmersbach im Tal: rund 71 %.
  • Berglen: rund 71 %.
  • Leutenbach: rund 71 %.
  • Remshalden: rund 71 %.
  • Rudersberg: rund 71 %.
  • Weinstadt: rund 71 %.
  • Korb: rund 70 %.
  • Murrhardt: rund 70 %.
  • Plüderhausen: rund 70 %.
  • Schwaikheim: rund 69 %.
  • Spiegelberg: rund 68 %.
  • Althütte: rund 67 %.
  • Auenwald: rund 67 %.
  • Kirchberg an der Murr: rund 67 %.
  • Winnenden: rund 67 %.
  • Großerlach: rund 66 %.
  • Fellbach: rund 60 %.

Nur für Viel- und Genauleser: Die Detail-Rechenwege je Kommune

Von den offiziellen Infiziertenzahlen ziehen wir jeweils die Mehrfachinfizierten (10 %) ab und multiplizieren mit dem konservativen Dunkelziffer-Faktor zwei. Quelle für die offiziellen Infiziertenzahlen war das Kreis-Dashboard vom Sonntag (18.9.). Die sich daraus ergebenden Zahlen der schon einmal Infizierten bleiben freilich ganz grobe Schätzungen:

  • Alfdorf: 7100 Einwohner, offiziell 3224 Infizierte (45 %) minus 322 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt rund 5800. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten Alfdorfer: rund 82%.
  • Winterbach: 7700 Einwohner, 3359 Infizierte (43 %) minus 335 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt 6048. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten Winterbacher: rund 78 %.
  • Backnang: 37.300 Einwohner, 15.953 Infizierte (42 %) minus 1590 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt rund 28.730. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten Backnanger: rund 77 %.
  • Kernen: 15.400 Einwohner, 6573 Infizierte (42 %) minus 657 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt rund 11.830. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten Kernener: rund 76 %.
  • Schorndorf: 39.600 Einwohner, 16.678 Infizierte (42 %) minus 1667 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt rund 30.020. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten Schorndorfer: rund 75 %.
  • Aspach: 8200 Einwohner, 3372 Infizierte (41 %) minus 337 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt rund 6070. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten: rund 74 %.
  • Kaisersbach: 2500 Einwohner, 1028 Infizierte (41 %) minus 102 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt rund 1850. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten Kaisersbacher: rund 74 %.
  • Waiblingen: 55.400 Einwohner, 23.011 Infizierte (41 %) minus 2301 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt 41420, Möglicher Anteil der schon einmal Infizierten: rund 74 %.
  • Burgstetten: 3700 Einwohner, 1516 Infizierte (40 %) minus 151 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt rund 2730. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten Burgstettener: rund 73 %.
  • Urbach: 8900 Einwohner, 3631 Infizierte (40 %) minus 363 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt 6536. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten Urbacher: rund 73 %.
  • Welzheim: 11.200 Einwohner, 4555 Infizierte (40 %) minus 455 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt 8200. Möglicher Anteil der schon einmal Infizierten:
    rund 73 %.
  • Oppenweiler: 4300 Einwohner, 1733 Infizierte (40 %) minus 173 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt 3120. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten:
    rund 72 %.
  • Sulzbach an der Murr: 5300 Einwohner, 2129 Infizierte (40 %) minus 212 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt 3834. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten Sulzbacher: rund 72 %.
  • Weissach im Tal: 7400 Einwohner, 2994 Infizierte (40 %) minus 299 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt 5390. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten Weissacher: rund 72 %.
  • Allmersbach im Tal: 4800 Einwohner, 1916 Infizierte (40 %) minus 191 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt rund 3450. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten Allmersbacher: rund 71 %.
  • Berglen: 6400 Einwohner, 2547 Infizierte (39 %) minus 254 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt 4586. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten Berglener: rund 71 %.
  • Leutenbach: 11.500 Einwohner, 4594 Infizierte (39 %) minus 459 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt 8270. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten Leutenbacher: rund 71 %.
  • Remshalden: 14.000 Einwohner, 5597 Infizierte (39 %) minus 559 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt 10.076. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten Remshaldener: rund 71 %.
  • Rudersberg: 11.400 Einwohner, 4530 Infizierte (39 %) minus 453 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt rund 8150. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten Rudersberger: rund 71 %.
  • Weinstadt: 27.000 Einwohner, 10.666 Infizierte (39 %) minus 1066 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt 19.200. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten Weinstädter: rund 71 %.
  • Korb: 10.800 Einwohner, 4205 Infizierte (38 %) minus 420 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt 7570. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten Korber:
    rund 70 %.
  • Murrhardt: 14.100 Einwohner, 5527 Infizierte (39 %) minus 552 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt 9950. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten Murrhardter: rund 70 %.
  • Plüderhausen: 9500 Einwohner, 3722 Infizierte (39 %) minus 372 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt 6700. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten Plüderhausener: rund 70 %.
  • Schwaikheim: 9500 Einwohner, 3687 Infizierte (38 %) minus 368 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt 6638. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten Schwaikheimer: rund 69 %.
  • Spiegelberg: 2100 Einwohner, 796 Infizierte (36 %) minus 79 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt 1434. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten Spiegelberger: rund 68 %.
  • Althütte: 4200 Einwohner, 1577 Infizierte (37 %) minus 157 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt rund 2840. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten Althüttener: rund 67 %.
  • Auenwald: 6800 Einwohner, 2553 Infizierte (37 %) minus 255 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt 4600. Möglicher Anteil der schon einmal Infizierten:
    rund 67 %.
  • Kirchberg an der Murr: 3900 Einwohner, 1455 Infizierte (37 %) minus 145 mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt 2620. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten: rund 67 %.
  • Winnenden: 28.300 Einwohner, 10.631 Infizierte (37 %) minus 1063 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt 19.136. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten Winnender: rund 67 %.
  • Großerlach: 2400 Einwohner, 889 Infizierte (37 %) minus 88 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt rund 1600. Möglicher Anteil der schon einmal infizierten Großerlacher: rund 66 %.
  • Fellbach: 55.400 Einwohner, 18.672 Infizierte (33 %) minus 1867 Mehrfachinfizierte mal Dunkelziffer ergibt 33.610. Möglicher Anteil der schon einmal Infizierten:
    rund 60 %.

Die Corona-Durchseuchung, und das ist positiv gemeint, weil die Immunkräfte ja dadurch tendenziell zugenommen haben, ist im Rems-Murr-Kreis womöglich am weitesten fortgeschritten in Alfdorf, Winterbach, Backnang, Kernen und Schorndorf. Am wenigsten durchseucht könnte Fellbach sein. Aufgrund von Schätzungen des Gesundheitsamtes und von Medizinern auch zu Dunkelziffern und Mehrfachinfizierten lässt sich auf Basis von Wahrscheinlichkeitsrechnungen eine Rangliste des Durchseuchungsgrades aller

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