Rems-Murr-Kreis

Wie sich Corona auf Hochzeiten und Geburten im Rems-Murr-Kreis ausgewirkt hat

Trauungen
In Waiblingen wurde während der Pandemie seltener geheiratet, in Winnenden und Schorndorf blieben die Zahlen konstant. © ALEXANDRA PALMIZI

Noch fast nie haben in Deutschland so wenige Menschen geheiratet wie im vergangenen Jahr. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts ließen sich 2021 rund 357.800 Paare trauen. Das waren 4,2 Prozent weniger als im Jahr 2020. Auch von 2019 auf 2020 war die Zahl der geschlossenen Ehen bereits um 10,3 Prozent gesunken.

Weniger Eheschließungen gab es nur in den Jahren 1915 bis 1918 während des Ersten Weltkriegs. Für die Kriegsjahre 1944 und 1945 liegen keine Daten vor. Bundesweit wurden 2021 349.000 Ehen (2020: 363.000) zwischen Mann und Frau und 8700 Ehen zwischen Partnern gleichen Geschlechts (2020: 9900) geschlossen.

Deutlich weniger standesamtliche Trauungen in Waiblingen

Der Bundestrend spiegelt sich auch in Baden-Württemberg wider: Im zweiten Pandemiejahr sank die Zahl der Eheschließungen nach Angaben des Statistischen Landesamts auf knapp 49.000. Im Jahr 2019 wurden noch rund 54.600 und im Jahr 2020 noch circa 50.500 Ehen geschlossen.

„Im Gegensatz zu Deutschland ist deren Zahl allerdings im vergangenen Jahr nicht auf einen historischen Tiefstand gesunken; vielmehr wurden seit der Gründung des Landes Baden-Württemberg in den Jahren 1978, 2006 bis 2009 sowie 2013 noch weniger Ehen geschlossen“, sagt Werner Brachat-Schwarz vom Statistischen Landesamt. Beliebtester Heiratsmonat war im vergangenen Jahr der Monat Juli, im Januar wurde am seltensten geheiratet.

Auch in Waiblingen wurde während der Corona-Pandemie deutlich weniger geheiratet. 2020 gab es 210, 2021 211 Trauungen. Zum Vergleich: 2019 waren es 293. Das könnte auch mit den Corona-Regeln zusammenhängen, denn Heiraten und Feiern waren wegen der Pandemie häufig nur im kleinsten Kreis möglich: „In den Jahren 2020 bis 2021 hatten wir aufgrund der pandemischen Situation eine Zeit lang nur Eheschließungen mit dem Brautpaar und dem Standesbeamten vorgenommen. Diese Zahl wurde im Lauf der Zeit auf zehn Gäste inklusive des Standesbeamten erhöht“, sagt Benjamin Schock, Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste. Seit 20. Mai sind die Regeln noch lockerer. Die beliebtesten Heiratsmonate sind Mai, Juni, Juli, August und September.

Zahl der Trauungen in Schorndorf und Winnenden konstant

In Schorndorf ist zusätzlich der Dezember ein beliebter Heiratsmonat. Außerdem scheint das Coronavirus Heiratswillige dort nicht abgeschreckt zu haben. 225 standesamtliche Trauungen gab es 2021, im Jahr 2020 waren es 223 und im Jahr 2019 226 Eheschließungen.

Auch in Winnenden blieb die Zahl der Eheschließungen relativ konstant. 2021 wurden in der Stadt 90 Paare standesamtlich getraut, 2020 waren es 113 und im Jahr 2019 97.

Während die Zahl der Eheschließungen insgesamt gesunken ist, kamen zugleich im zweiten Jahr der Corona-Pandemie in Deutschland so viele Kinder zur Welt wie seit 1997 nicht mehr. Auch in Baden-Württemberg wurden im zweiten Pandemiejahr deutlich mehr Kinder geboren. „Wurden im Jahr 2019 rund 109.000 und im Jahr 2020 circa 108.000 Kinder geboren, waren es im vergangenen Jahr nach vorläufigen Angaben etwa 113.600“, erklärt Brachat-Schwarz. Das war wie auf Bundesebene die höchste Zahl seit 1997 (116.400). Gegenüber dem Jahr 2020 waren dies immerhin circa fünf Prozent mehr.

Viele gemeldete Geburten in Winnenden

Vor allem in den Monaten Februar und März 2021 sowie November und Dezember 2021 lag die Geborenenzahl deutlich höher als in den beiden Vorjahren. „Es ist zu vermuten, dass nicht nur die Geborenenzahl, sondern auch die Geburtenrate, also die durchschnittliche Kinderzahl je Frau, gestiegen ist. Hierzu können wir aber erst eine Aussage treffen, wenn die Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2021 vorliegen werden.“

Dieser Bundes- und Landestrend zeigt sich auch in Winnenden. 2021 wurden 2495 Geburten gemeldet. 2020 waren es 2449 und 2019 2141. In den Zahlen der gemeldeten Geburten in Waiblingen und Schorndorf spiegelt sich diese Entwicklung nicht wider. In Schorndorf wurden dem Standesamt 2019 701 Geburten gemeldet, 2020 waren es 650 und 2021 677. In Waiblingen wurden 2019 620 Geburten gemeldet, 2020 waren es 564 und 2021 573.

Noch fast nie haben in Deutschland so wenige Menschen geheiratet wie im vergangenen Jahr. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts ließen sich 2021 rund 357.800 Paare trauen. Das waren 4,2 Prozent weniger als im Jahr 2020. Auch von 2019 auf 2020 war die Zahl der geschlossenen Ehen bereits um 10,3 Prozent gesunken.

Weniger Eheschließungen gab es nur in den Jahren 1915 bis 1918 während des Ersten Weltkriegs. Für die Kriegsjahre 1944 und 1945 liegen keine Daten vor.

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