Rems-Murr-Kreis

Wie wirkt Corona-Impfung mit Novavax? Termine ab 4. März im Rems-Murr-Kreis

Novavax coronavirus vaccine in doctors or nurses hands in blue rubber gloves. Prevention of sars-cov-2 or Covid-19, January 2021
Wird Novavax bei der Impfkampagne ein Game-Changer? Man darf zweifeln. © Adobestock/vladim_ka

Wird das die Zeitenwende? Oder verpufft der Novavax-Effekt? Am Freitag, 4. März, startet im Rems-Murr-Kreis die Kampagne mit dem neuen Protein-Impfstoff. Wie wirkt er? Was macht ihn besonders? Wo gibt es Termine? Alles Wichtige im Überblick.

Welche Hoffnungen verbinden sich mit Novavax?

Der Impfstoff Nuvaxovid des Herstellers Novavax könnte viele Leute, die bisher gezögert haben, endlich zum Umdenken bringen. Denn es handelt sich um einen Proteinimpfstoff. Das Vakzin enthält winzige, im Labor hergestellte Partikel des Coronavirus; konkret: die sogenannten Spike-Proteine. Gelangen sie per Impfung in den Körper, werden sie als fremd erkannt und regen das Immunsystem an. Wichtig: Es handelt sich also nicht um einen mRNA-Impfstoff, bei dem nur die Erbinformation in Form von Boten-RNA (Messenger RNA) verabreicht wird. Immer wieder haben Impfskeptiker da von einem „experimentellen“ Vakzin geredet. Dieser Vorbehalt entfällt bei Novavax.

Wie ist es um die Impfquote bestellt?

Die Impfkampagne könnte einen neuen Schub dringend gebrauchen, denn sie ist zuletzt kollabiert. Daten des Robert-Koch-Instituts: In den vergangenen sieben Tagen wurden nur etwa 54.000 Erstimpfungen verabreicht – in der gesamten Bundesrepublik.

Deutschlandweit sind mittlerweile 75,5 Prozent der Menschen doppelt geimpft; 57,1 Prozent haben auch ihren Booster. Fast noch wichtiger, als einen Panoramablick aufs große Ganze zu werfen, ist es aber, die Lupe auf einzelne Altersgruppen zu richten.

Rund 62 Prozent der Menschen zwischen 12 und 17 Jahren sind mittlerweile doppelt geimpft – das ist ziemlich gut. Aber sie sind viel weniger in Gefahr als die Älteren. Deshalb bereitet es immer noch Sorge, dass in der Gruppe 60 plus die Impfquote weiterhin unter 90 Prozent liegt. Das birgt ein Risiko für den Fall einer harten Herbstwelle. Andere Länder stehen viel besser da, in Dänemark beträgt die Quote in der gefährdetsten Altersgruppe etwa 98 Prozent.

Wie gut wirkt Novavax?

Der Impfstoff wurde in zwei Studien mit etwa 45.000 Teilnehmenden erprobt und zeigte eine mit den mRNA-Vakzinen vergleichbare Wirksamkeit. Vorübergehende Nebenwirkungen wie Einstichstellen-, Kopf- oder Muskelschmerzen sind zwar häufig, bleiben aber meist leicht. Für einen vollständigen Impfschutz sind zwei Impfungen im Abstand von mindestens drei Wochen nötig.

Ist der Rems-Murr-Kreis bereit für die Novavax-Kampagne?

Absolut, teilt Gerd Holzwarth mit, beim Rems-Murr-Kreis zuständig für die Impf-Koordination. Angeliefert werden 6000 Impfdosen Novavax. Die Hälfte wandert erst mal in den Kühlschrank und wird zurückgehalten für die Zweitimpfung, die nach drei Wochen fällig ist.

Von den verbleibenden 3000 Dosen geht die eine Hälfte an Dr. Jens Steinat – der Oppenweilermer ist Pandemiebeauftragter der Kreisärzte und übernimmt die Weiterverteilung an zwölf Interessenten, die sich bei ihm gemeldet haben; eine Apotheke und elf Arztpraxen. Ab Montag können sie dann durchstarten.

Die andere Hälfte, also 1500 Dosen, geht an die diversen zentralen Stellen, zum Beispiel in den Waiblinger Remspark und den Impfstützpunkt Winnenden, Linsenhalde 5, der am Freitag um 9 Uhr mit der Novavax-Kampagne beginnt.

Wie ist bislang die Nachfrage nach Novavax-Terminen?

„Durchaus noch überschaubar“, fasst Gerd Holzwarth mit diplomatischer Eleganz zusammen. Bislang seien 213 Termine gebucht über die angenehm leicht zu handhabende Anmeldeplattform auf www.rems-murr-kreis.de.

Für Freitag in Winnenden sind noch viele Termine frei, dasselbe gilt für Samstag in Backnang (Wilhelmstraße 32), Murrhardt (Festhalle), Welzheim (Postweg 2) und für Samstagabend von 17 bis 18.30 Uhr beim Feierabendangebot in Winnenden.

Angebot übersteigt Nachfrage: Das gilt erst recht nächste Woche täglich.

Gibt es ein Extra-Angebot für Leute, die einer Impfpflicht unterliegen?

Ja! Leute, die in Gesundheitsberufen arbeiten und für die ab dem 16. März die Impfpflicht gilt, bekommen vom Rems-Murr-Kreis exklusive Terminfenster zugewiesen, damit garantiert niemand, der will, zu kurz kommt. Das war „der Sorge geschuldet, dass der Run größter ist“ als der Vorrat. Man wollte unbedingt allen Impfpflichtigen einen sicheren Zugang verschaffen.

Die Sorge war – Stand Mittwochmittag – unbegründet: Für Freitag, 4. März, waren in Winnenden erst drei von 90 Terminen gebucht; für Montag, 7. März, etwa 20 von 90; und für Mittwoch sieben von 90.

Warum ist die Nachfrage bislang ziemlich gering?

Mehrere Aspekte dürften eine Rolle spielen.

Erstens: Da sich Omikron als eher harmlose Virusvariante entpuppt hat, lässt der Druck auf bislang noch Ungeimpfte derzeit insgesamt nach.

Zweitens: Im Kampf gegen die Skepsis ist Novavax offenbar schlicht kein Game-Changer. Auch wenn die Zweifel am Piks bislang oft mit der mRNA-Technologie begründet wurden, scheint das nicht die ganze Wahrheit zu sein. Viele halten wohl grundsätzlich nichts vom Impfen.

Drittens: Was die Gesundheitsberufe im Speziellen betrifft, ist der Bedarf möglicherweise gar nicht mehr so groß. Eine ZVW-Abfrage bei Altenheimen im Rems-Murr-Kreis hat dieser Tage zum Beispiel ergeben, dass die Impfquote in den Einrichtungen schon vor dem Novavax-Start fast überall beeindruckend ist und in der Regel zwischen 85 und 100 Prozent liegt.

Verfällt der Impfstoff, wenn er nicht bald verabreicht wird?

Mit der Sorge muss sich Gerd Holzwarth nicht herumschlagen: Novavax sei „bei normaler Kühlschranktemperatur neun Monate haltbar. Da sind wir tiefenentspannt.“

Wird das die Zeitenwende? Oder verpufft der Novavax-Effekt? Am Freitag, 4. März, startet im Rems-Murr-Kreis die Kampagne mit dem neuen Protein-Impfstoff. Wie wirkt er? Was macht ihn besonders? Wo gibt es Termine? Alles Wichtige im Überblick.

Welche Hoffnungen verbinden sich mit Novavax?

Der Impfstoff Nuvaxovid des Herstellers Novavax könnte viele Leute, die bisher gezögert haben, endlich zum Umdenken bringen. Denn es handelt sich um einen Proteinimpfstoff. Das

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