Rems-Murr-Kreis

Zahl der Todesfälle steigt schockierend schnell: Corona-Lage im Rems-Murr-Kreis spitzt sich zu

Feature Krankenhaus
Blick in eine Intensivstation. © Habermann

Höchst alarmierende Nachricht aus dem Landratsamt: Die Behörde hat am Montagnachmittag, 14. Dezember, für den Rems-Murr-Kreis so viele neue Corona-Todesfälle gemeldet wie noch nie zuvor an einem einzigen Tag seit Beginn der Krise im März.

Es war angesichts der sehr hohen Infektionszahlen seit Anfang Dezember leider allzu klar absehbar, dass es ab Mitte des Monats vermehrt zu Todesfällen kommen würde – aber dass die schlimme Entwicklung so schnell derartig dramatischen Schwung aufnehmen würde, hatten wohl nicht einmal Pessimisten kommen gesehen: Am Montag, 14. Dezember, hat das Landratsamt 16 Todesfälle gemeldet - die Zahl der Menschen, die im Rems-Murr-Kreis nach Infektion verstorben sind, hat sich damit von 146 auf 162 erhöht.

Leider ist das mehr als eine bedrückende Momentaufnahme. Um die beklemmende Dynamik verstehen zu können, müssen wir zunächst zurückblicken.

  • In den ersten drei Monaten der Pandemie im Rems-Murr-Kreis, vom 3. März bis zum 31. Mai, verstarben 90 Menschen nach Infektion.
  • Während der vier infektionsarmen Monate vom 1. Juni bis zum 30. September starben nur 9 Covid-Patienten.

Die zweite Infektionswelle im Rems-Murr-Kreis nahm dann um den 5. Oktober Fahrt auf. Die Inzidenz – Zahl der Neu-Ansteckungen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen -, die am 5. noch bei 13 gelegen hatte, kletterte bis Anfang November auf über 100. Bei den Todesfallzahlen schlug sich das zunächst allerdings kaum nieder:

  • Vom 1. bis zum 31. Oktober verstarben nur 4 weitere Menschen.

Daraus folgerten manche Corona-Skeptiker, eine zweite Welle gebe es in Wahrheit gar nicht, vermutlich seien einfach viele Testergebnisse falsch-positiv, diesen PCR-Test habe doch sowieso Christian Drosten erfunden, und dieser Virologe mache alles falsch. Das allerdings war ein schrecklicher Trugschluss. Die Inzidenz nämlich stieg weiter, am 7. November lag sie bereits bei 178 - und nun offenbarten sich auch die Folgen:

  • Vom 1. bis zum 30. November verstarben weitere 32 Menschen im Rems-Murr-Kreis nach Infektion.
  • Allein in den ersten beiden Dezember-Wochen indes sind bereits weitere 27 Menschen verstorben.

Dieser zeitverzögerte Effekt – erst steigen nur die Infektionszahlen, Wochen später dann die Sterbezahlen - lässt sich leicht erklären: Menschen, die aufgrund einer Corona-Infektion so schwer erkranken, dass sie schließlich sterben, erliegen den Folgen der Virus-Krankheit im statistischen Mittel etwa drei Wochen nach Auftreten der ersten Symptome.

Mit anderen Worten: Die derzeit zu beklagenden hohen Sterbezahlen gehen zu einem guten Teil auf das Infektionsgeschehen Ende November zurück. Dabei fiel in jenen Tagen die Inzidenz sogar für ein paar Tage lang leicht, bis auf 148 am 1. Dezember. Seither aber strebt die Inzidenz steil empor auf neue Rekordhöhen: Seit dem 9. Dezember liegt sie über 200. Und damit steht nun zu befürchten, dass es im Laufe der nächsten Wochen zu einer noch beklemmenderen Häufung des Todesfälle kommen wird.

Die Folgen der derzeitigen Rekord-Inzidenz werden sich womöglich etwa um Weihnachten in ihrem vollen Ausmaß offenbaren. Der Rems-Murr-Kreis geht auf düstere und bedrückende Feiertage zu.

Höchst alarmierende Nachricht aus dem Landratsamt: Die Behörde hat am Montagnachmittag, 14. Dezember, für den Rems-Murr-Kreis so viele neue Corona-Todesfälle gemeldet wie noch nie zuvor an einem einzigen Tag seit Beginn der Krise im März.

Es war angesichts der sehr hohen Infektionszahlen seit Anfang Dezember leider allzu klar absehbar, dass es ab Mitte des Monats vermehrt zu Todesfällen kommen würde – aber dass die schlimme Entwicklung so schnell derartig dramatischen Schwung

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper