Rems-Murr-Kreis

Zeitumstellung in der Nacht auf Sonntag (27.03.): Darum gibt es die Sommerzeit

Zeitumstellung Uhr Zeit Wecker
Es ist wieder soweit: Durch die Umstellung auf Sommerzeit wird uns eine Stunde Schlaf geraubt. © ZVW/Gabriel Habermann

In der heutigen Nacht auf Sonntag (27.03.) ist es wieder so weit: Die Uhr wird umgestellt. Warum uns im Frühling eine Stunde gestohlen wird, wieso es die Sommerzeit überhaupt gibt und was die Ölkrise von 1973 damit zu tun hat - das lesen Sie hier.

Die "Daylight-Saving-Time": Umstellung auf Sommerzeit

Zweimal im Jahr wird die Uhr umgestellt. Entweder wir dürfen eine Stunde länger schlafen - oder die Zeitumstellung raubt uns eine Stunde Schlaf. Letzteres ist in dieser Nacht der Fall, um 2 Uhr wird die Uhr auf 3 Uhr gestellt. Dadurch gilt ab dem 27. März um 3 Uhr wieder die mitteleuropäische Sommerzeit. 

Der Bundestag, der das Zeitgesetz und damit die Einführung der Sommerzeit im Jahr 1978 verabschiedete, hatte mit der Umstellung ein klares Ziel: Nach dem Schrecken der Ölkrise von 1973 sollte das Tageslicht besser genutzt werden, um so Energie und Kosten einzusparen. Denn: Wenn im Frühling die Zeit umgestellt wird, bleibt es abends eine Stunde länger hell. Deshalb spricht man im englischsprachigen Raum auch von "Daylight-Saving-Time", also von einer Tageslicht-Sparzeit. Das neue Zeitgesetz wurde zum ersten Mal im Jahr 1980 umgesetzt.

Geschichtlicher Rückblick: Uhrzeit-Chaos in den Nachkriegsjahren

Das erste Mal wurde die Uhr allerdings schon Anfang des 20. Jahrhunderts umgestellt, genauer gesagt im Deutschen Reich während des Ersten Weltkriegs in den Jahren 1916 bis 1918. In der Weimarer Republik wurde die Idee aber wieder verworfen, ehe die Nationalsozialisten die Sommerzeit zur Unterstützung der Kriegswirtschaft von 1940 bis 1945 wieder einführten.

In den Nachkriegsjahren bis 1949 bestimmten die Besatzungsmächte, wann in ihren Besatzungszonen die Zeit umgestellt wurde. So kam es zu einem regelrechten Zeitchaos: Orientiert an der Moskauer Zeit galt in der sowjetischen Besatzungszone und Berlin beispielsweise von Ende Mai 1945 bis zum September 1945 die sogenannte Hochsommerzeit - mit einer Zeitdifferenz von zwei Stunden zur mitteleuropäischen Zeit. Da in Deutschland damit mehrere Zeitzonen galten und dies zu großem Chaos führte, wurde die Zeitumstellung im Jahr 1950 ausgesetzt - bis sie 1980 wieder ins Leben gerufen wurde.

EU: Zeitumstellung wurde eigentlich abgeschafft - aber es gibt Ärger

Es ist gut möglich, dass die Zeitumstellung bald wieder Geschichte ist. Die EU-Kommission hat im Jahr 2018 das Ende der Zeitumstellung beschlossen. Grundlage war eine Online-Umfrage, bei der rund 4,6 Millionen EU-Bürger teilnahmen und gegen die Zeitumstellung votierten.

Warum wir in diesem Jahr dann trotzdem die Uhr umstellen müssen, liegt an einem Grund: Unter den EU-Mitgliedsstaaten gibt es Ärger. Unter den 4,6 Millionen Abstimmenden befanden sich hauptsächlich Deutsche. Länder wie Portugal, Zypern oder Griechenland etwa sind völlig gegen eine Abschaffung der Zeitumstellung. Die anderen Nationen, die für die Abschaffung gestimmt haben, können sich nicht auf eine gemeinsame Linie einigen. Soll ab sofort immer die Sommerzeit oder doch lieber die Winterzeit gelten? Darauf kann sich niemand einigen.

Solange sich die EU-Mitgliedstaaten also weiter um das Thema streiten, werden wir weiterhin unsere Uhren umstellen müssen. Und das, obwohl die EU-Kommission die Zeitumstellung bereits vor vier Jahren offiziell abgesschafft hat.

In der heutigen Nacht auf Sonntag (27.03.) ist es wieder so weit: Die Uhr wird umgestellt. Warum uns im Frühling eine Stunde gestohlen wird, wieso es die Sommerzeit überhaupt gibt und was die Ölkrise von 1973 damit zu tun hat - das lesen Sie hier.

Die "Daylight-Saving-Time": Umstellung auf Sommerzeit

Zweimal im Jahr wird die Uhr umgestellt. Entweder wir dürfen eine Stunde länger schlafen - oder die Zeitumstellung raubt uns eine Stunde Schlaf. Letzteres ist in dieser Nacht der

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper