Rems-Murr-Kreis

Zu schnell ist Unfallursache Nummer eins: Drei schwere Motorradunfälle am Vatertag

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Am vergangenen Wochenende kontrollierte die Polizei landesweit Motorradfahrer wie zum Beispiel im Fischbachtal in Sulzbach an der Murr, einer beliebten Bikerrennstrecke. Das Ziel der Schwerpunktaktion war, Motorradfahrer zu einer angepassten Fahrweise zu erziehen und auf diese Weise Verkehrsunfälle und Lärm zu verringern. © Ralph Steinemann Pressefoto

Der Vatertag endete für zwei Motorradfahrer im Krankenhaus. Sie verunglückten bei ihren Ausfahrten. Die Unfallursache war in zwei von drei Fällen zu hohe Geschwindigkeit. Am vergangenen Wochenende hatte die Polizei bei einer landesweiten Schwerpunktaktion mit Dutzenden Kontrollen im Rems-Murr-Kreis versucht, mäßigend auf Motorradfahrer einzuwirken, was Tempo und Lärm angeht. Doch der Donnerstag zeigte einmal mehr die Risiken auf, wenn Biker zu sehr den Gashahn aufdrehen.

„Zu hohe Geschwindigkeit“

Schwere Verletzungen erlitt gegen Mittag ein 50-jähriger Motorradfahrer in Rudersberg, der gegen 12.10 Uhr mit seiner Ducati die Kreisstraße 1883 zwischen Oberndorf und Mannenberg befuhr. Im Bereich einer Kurve verlor er vermutlich aufgrund zu hoher Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Motorrad und stürzte. Er wurde schwer verletzt mit einem Rettungswagen in eine Klinik eingeliefert, sein Bike wurde abgeschleppt.

Kurz nach 16 Uhr verunglückte ein 26-jähriger Biker auf der Rommelshausener Straße in Waiblingen. Er war alleinbeteiligt gegen den Bordstein geprallt und stürzte. Er zog er sich leichte Verletzungen zu, an seiner Kawasaki entstand Sachschaden in Höhe von etwa 3000 Euro.

„Zu hohe Geschwindigkeit“

Schlimmer erging es einem 17-jährigen Motorradfahrer in Kernen. Er war am Abend gegen 19.50 Uhr beim Befahren der Esslinger Straße im Bereich der Aussichtsplattform „Tor ins Remstal“ aufgrund zu hoher Geschwindigkeit ins Rutschen geraten und kollidierte mit einem geparkten Motorrad. Beim Sturz zog sich der Jugendliche schwere Verletzungen zu, er musste mit einem Rettungswagen in eine Klinik eingeliefert werden. An den beiden Motorrädern entstand Sachschaden in Höhe von rund 7000 Euro, die Kawasaki des 17-Jährigen wurde abgeschleppt.

Zu hohe Geschwindigkeit ist die Unfallursache bei zwei von drei Unfällen, bei denen Motorradfahrer schwer oder gar tödlich verunglücken. In der Mehrzahl dieser Unfälle, an denen Biker beteiligt waren, lag die Schuld bei den Motorradfahrern selbst, zeigte die Polizeistatistik 2020 des Polizeipräsidiums Aalen auf. Grund genug für die Polizei, zum Auftakt der Motorradsaison am vergangenen Wochenende verstärkt Kontrollen durchzuführen. Und zwar waren es im Rems-Murr-Kreis insgesamt 23, bei denen 510 Motorradfahrende angehalten wurden. Die Polizisten stellten 44 Verstöße fest. In 20 Fällen bemängelte die Polizei die verbaute Technik. In 18 Fällen wurde die zulässige Geschwindigkeit nicht eingehalten. Im krassesten Fall raste ein Biker mit 124 km/h in eine Radarfalle, wo 50 erlaubt sind.

Zu hohe Geschwindigkeit und nervtötender Lärm sind oft zwei Seiten derselben Medaille. Im Rems-Murr-Kreis haben sich mehr als zehn Gemeinden von Althütte über Kernen bis Weinstadt und der Landkreis selbst der baden-württembergischen Initiative Motorradlärm angeschlossen. Ihr gehören mittlerweile mehr als 150 Kommunen und Kreise aus zumeist reizvollen Gegenden mit kurvigen Straßen an, die den Lärmpegel senken wollen – bis hin zur Forderung, besonders stark frequentierte Strecken an Wochenende für Biker zu sperren.

Der Vatertag endete für zwei Motorradfahrer im Krankenhaus. Sie verunglückten bei ihren Ausfahrten. Die Unfallursache war in zwei von drei Fällen zu hohe Geschwindigkeit. Am vergangenen Wochenende hatte die Polizei bei einer landesweiten Schwerpunktaktion mit Dutzenden Kontrollen im Rems-Murr-Kreis versucht, mäßigend auf Motorradfahrer einzuwirken, was Tempo und Lärm angeht. Doch der Donnerstag zeigte einmal mehr die Risiken auf, wenn Biker zu sehr den Gashahn aufdrehen.

„Zu hohe

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