Rems-Murr-Kreis

Zum Tod Gerhard Häusers: Ein Appell von Landrat Richard Sigel

Gedenken an Häuser
Eine Rose, eine Kerze – Erinnerung an Gerhard Häuser in der Sitzung des Rems-Murr-Verwaltungsausschusses am Montag im Rommelshäuser Bürgerhaus. © Peter Schwarz

Leise, aber bei aller Differenziertheit doch bestimmte Worte zum Tod des Schwaikheimer Bürgermeisters Gerhard Häuser hat Landrat Richard Sigel am Montag in einer Ausschuss-Sitzung des Kreistages gefunden. Sigels Appell richtete sich an die ganze Gesellschaft - aber wohl auch recht konkret an die Schwaikheimer Kommunalpolitik.

Eine Rose, eine Kerze: Ein Platz bleibt leer im Verwaltungsausschuss

Sie alle hier haben ihn gekannt, manche eher flüchtig, andere standen ihm nahe; haben in der Bürgermeister-Fußballmannschaft an der Seite des unermüdlichen Mittelfeld-Dauerläufers gekickt oder sind dem Konditionswunder bei Volksläufen hinterdreingehechelt: An dem Platz, an dem Gerhard Häuser, Mitglied des Kreistags-Verwaltungsausschusses, an diesem schwülen Montagnachmittag im Rommelshäuser Bürgerhaus hätte sitzen sollen, stehen nun nur sein Namensschild, das Logo seiner „Freie Wähler“-Fraktion und eine blassgelbe Rose neben brennender Kerze.

Die Stimmung zu Beginn der Sitzung ist gedämpft. „Ein Platz ist heute leer geblieben“, sagt Landrat Richard Sigel. Er habe Häuser „persönlich sehr geschätzt als Mensch“, als „guten Wegbegleiter“ und „Kamerad auf dem Sportplatz“. Warum hat der Bürgermeister von Schwaikheim sich das Leben genommen? „Die Frage kann ich Ihnen nicht beantworten, auch wenn sie mich seit seinem Tod nicht mehr loslässt.“ Es ist dem Landrat aber doch offenkundig ein Bedürfnis, ein paar Gedanken mit den Ausschussmitgliedern zu teilen. Es sind leise – und auf leise Art doch bestimmte – Worte, die der Landrat findet.

Landrat Sigel: "Es wurde oft sehr persönlich" bei Schwaikheimer Debatten

Das Amt des Bürgermeisters sei „kein einfaches“ – und das gelte „sicher besonders“ für Schwaikheim. Hier sei „oft mehr als eine politische Debatte“ um den „besten Weg der Gemeinde“ geführt worden, es sei nicht immer „nur um die Sache“ gegangen, „es wurde sehr oft persönlich“; er wisse das, sagt Sigel, weil das Landratsamt als Kommunalaufsicht bisweilen bei Problemen in einer Gemeinde eingeschaltet wird und „ich in vermittelnder Rolle dabei war“.

Er will sich, das ist Sigel anzuspüren, nicht zu nassforschen Schuldzuweisungen oder billigen Erklärungen versteigen – was geschehen ist, könne aber doch „Anlass“ sein für einen Appell: „achtsam mit unseren Mitmenschen umzugehen“ und „in der Sache sicher hart zu diskutieren“, dabei aber einen „respektvollen Umgang“ zu pflegen.

Seit 2004 hatte Gerhard Häuser dem Kreistag angehört, er war stellvertretender Vorsitzender der Freie-Wähler-Fraktion. „Er wird uns nicht nur im Ausschuss fehlen“, sagt Sigel, bevor er die anwesenden Kreisräte bittet, sich für eine stille Gedenkminute zu erheben. „Seiner Familie gilt unsere respektvolle Anteilnahme.“

Leise, aber bei aller Differenziertheit doch bestimmte Worte zum Tod des Schwaikheimer Bürgermeisters Gerhard Häuser hat Landrat Richard Sigel am Montag in einer Ausschuss-Sitzung des Kreistages gefunden. Sigels Appell richtete sich an die ganze Gesellschaft - aber wohl auch recht konkret an die Schwaikheimer Kommunalpolitik.

Eine Rose, eine Kerze: Ein Platz bleibt leer im Verwaltungsausschuss

Sie alle hier haben ihn gekannt, manche eher flüchtig, andere standen ihm nahe;

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