Rems-Murr-Kreis

Zusätzliche 1120 Biontech-Dosen für den Rems-Murr-Kreis: Impf-Warteliste wird von der Kreisverwaltung abgearbeitet

Impftruck 7
Wann aktualisiert die Bundesregierung endlich die Impfverordnung und lässt Astrazeneca auch für ältere Menschen zu? © Gabriel Habermann

Die Bundesregierung hinkt auch im Bereich der Corona-Impfungen der Realität und den Erfordernissen der Pandemiebekämpfung hinterher. Die Ständige Impfkommission hat zwar endlich am 4. März den Astrazeneca-Impfstoff auch für über 64-Jährige empfohlen, doch die entsprechende Anpassung der Bundes-Impfverordnung fehlt weiterhin. „Erst wenn die Impfverordnung geändert wurde, können wir auch für Baden-Württemberg über mögliche Anpassungen informieren“, sagte Pascal Murmann, Sprecher des Landes-Sozialministeriums am Montag (08.03.).

Er meint damit die Erweiterung der Impfberechtigten. Biontech und Moderna sollen ja aufgrund des Mangels ausschließlich an Ü-80-Jährige verimpft werden. Und erst mit der Zulassung von Astrazeneca für alle wird sich der Kreis der Impfberechtigten in Baden-Württemberg auf die 65- bis 80-Jährigen ausweiten lassen. Daten aus England und Schottland zeigen, dass Astrazeneca sehr gut bei Älteren wirkt. Auch deshalb hofft Rems-Murr-Landrat Dr. Richard Sigel, dass der Zulassungsprozess für Astrazeneca nun zügig über die Bühne geht.

Zusätzliche Biontech-Impfdosen für den Kreis

Gute Neuigkeiten gibt es bezüglich der Verfügbarkeit des Biontech-Impfstoffes. Baden-Württemberg erhält vom Bund im März rund 52 000 zusätzliche Dosen. Diese sollen vor allem dafür genutzt werden, die Warteliste schneller abzuarbeiten. Die Landkreise sind nunmehr mit in der Verantwortung die Warteliste abzutelefonieren, sagte Murmann.

So auch der Rems-Murr-Kreis, bestätigte Juliane Jastram von der Pressestelle des Landratsamtes: „Da wir vom Land 1120 Impfdosen von Biontech zusätzlich geliefert bekommen haben, legen wir an zwei bisher als Ruhetage gedachten Montagen zusätzliche Impftage ein, an denen wir die Warteliste abarbeiten. Geimpft werden über 80-Jährige, am 15. und 22. März.“

Die vom Sozialministerium übermittelte Warteliste umfasse 3200 Einträge aus dem Rems-Murr-Kreis. „Dahinter verbergen sich 4100 Personen (900 Ehepartner wurden mitgemeldet). Wir vergeben nun zunächst also Termine an 1120 Personen davon. Dabei halten wir uns an die Reihenfolge, in der die Menschen angerufen haben. Die Liste wird im Laufe dieser Woche von Mitarbeitenden der Kreisverwaltung abtelefoniert“, sagte Juliane Jastram.

Rund 120 000 Menschen haben sich landesweit in Baden-Württemberg bislang (Stand: 5.3.) auf der Warteliste registriert. Davon konnten schon rund 45 000 mit Terminen versorgt werden, so die offiziellen Zahlen des Landes-Sozialministeriums. Seit Anfang Februar besteht das Warteliste-Angebot für Menschen über 80. Was als Erleichterung für die durch die stressige Impflotterie über die 116 117 oder www.impfterminservice.de geplagten Nerven gedacht war, führte bei vielen zu noch mehr Gram, Groll und Verzweiflung.

„Da läuft doch irgendetwas grundsätzlich falsch“

Wie berichtet hatte zum Beispiel ein 89-jähriger Winnender dieser Zeitung Folgendes offenbart: „Ich stehe seit Wochen auf der Warteliste, bekomme keine Rückmeldung und keinen Termin, während Bekannte, die sich nicht auf die Warteliste haben setzen lassen, jetzt Termine kriegen konnten. Da läuft doch irgendetwas grundsätzlich falsch.“

Ministeriumssprecher Florian Mader erläuterte: „Die Anzahl der einlaufenden Impftermine zur freien Vergabe unter 116 117 und www.impfterminservice.de und die Anzahl der Impftermine für die Warteliste halten sich ungefähr die Waage. Das hängt auch immer von der regionalen Termin-Verfügbarkeit ab und wird täglich justiert.“ Anders als früher laufen Termine nicht mehr nach Mitternacht im System ein, sondern über den ganzen Tag verteilt. „Dann hängt es davon ab, wie viele Menschen sich in dem Moment aktiv um Termine bemühen, wie viele Menschen gerade auf der Warteliste stehen, wie überlastet das Call-Center oder die Plattform gerade ist, und auch davon, wie viele Menschen auf der Warteliste gerade erreicht werden können.“

So könne es durchaus sein, dass jemand, der nicht auf der Warteliste steht, Glück hat und einen Termin ergattert, oder dass jemand, der auf der Warteliste steht und es weiterhin parallel versucht, dann doch direkt einen Termin bekommt. „Das können wir nicht verbieten, dass sich Menschen von der Warteliste parallel weiter aktiv um einen Termin bemühen“, so Mader.

Impfwillige auf der Warteliste postalisch zu informieren wäre nicht sinnvoll, weil nur durch den persönlichen Kontakt herauskommt, ob überhaupt noch ein Termin gewollt oder benötigt wird: „Die Leute können ihre Telefonnummer oder eine Mailadresse hinterlassen. Der Terminvergabeservice kontaktiert sie viermal in zeitlichem Abstand. Es muss niemand ständig vor dem Telefon oder Computer sitzen und fürchten, er verpasst die Benachrichtigung.“

Gesundheitsminister Manfred Lucha ließ schon am Freitag verkünden: „Zeitgleich möchten wir darum bitten, von Nachfragen bei der Hotline zur Warteliste abzusehen. Jede Anfrage bindet zusätzliche Kapazitäten, die wir angesichts der großen Nachfrage für die Terminvergabe und für die Abarbeitung benötigen.“

Im Rems-Murr-Kreis wurden mit Stand vom Montag (8.3.) bereits 11 893 Menschen gegen Corona geimpft. Davon im Kreisimpfzentrum (KIZ) in der Waiblinger Rundsporthalle 5571. Die Alten- und Pflegeheime im Rems-Murr-Kreis sind so gut wie „durchgeimpft“: 4408 Menschen, Bewohner und Mitarbeiter, sind von den Mobilen Impfteams des Zentralen Impfzentrums des Robert-Bosch-Krankenhauses (RBK-MIT) geimpft worden und 1914 von den KIZ-MIT.

Die Bundesregierung hinkt auch im Bereich der Corona-Impfungen der Realität und den Erfordernissen der Pandemiebekämpfung hinterher. Die Ständige Impfkommission hat zwar endlich am 4. März den Astrazeneca-Impfstoff auch für über 64-Jährige empfohlen, doch die entsprechende Anpassung der Bundes-Impfverordnung fehlt weiterhin. „Erst wenn die Impfverordnung geändert wurde, können wir auch für Baden-Württemberg über mögliche Anpassungen informieren“, sagte Pascal Murmann, Sprecher des

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper