Rems-Murr-Kreis

Zusteller krank, Briefe kommen zu spät: Wie die Post auf Beschwerden reagiert

Post Feature
Symbolfoto. © pixabay

Wir könnten unsere Nachrichten wieder wie in der Steinzeit per Rauchzeichen übermitteln, schlägt Hartmut Keppler aus Urbach vor. Womöglich funktioniert diese Methode zuverlässiger, als auf Papier verfasste Schreiben in gelbe Kästen zu stecken.

Hartmut Kepplers Vorschlag passt in die Kategorie „schwarzer Humor“. Sein Anliegen: Servicemängel bei der Post mag er nicht mehr hinnehmen. Von „Ärgernis höchsten Grades“ spricht der Urbacher. Briefe, die er in der Wochenmitte aufgegeben habe, erreichten den Empfänger „in der Regel erst am Dienstag der Folgewoche“. Auf seine Beschwerden habe die Post „entweder herablassend oder gar nicht“ reagiert. Hartmut Keppler zeigt durchaus Verständnis, dass auch die Post in der Urlaubszeit mit Personalengpässen zu kämpfen hat. Doch solche „Ausreden“ könnten „bei allem Verständnis nicht über Monate angeführt werden“. Im Übrigen bewältigen „die wenigen noch verbliebenen Austrägerinnen und Austräger ihre Tagesarbeit wie zu Akrobaten mutierte Fahrrad-Artisten in meinem Zustellungsgebiet Urbach“.

Laut Post läuft jetzt alles wieder reibungslos

Rückfrage bei der Post: Wie schlimm ist es? Pressesprecher Dieter Nawrath räumt ein, „leider“ habe die Zustellung „in besagter Region nicht in der Qualität“ funktioniert, „wie es unsere Kundinnen und Kunden gewohnt sind“. Der Grund: ein erhöhter Krankenstand. Die gute Nachricht: „Erfreulicherweise“ laufe die Zustellung dort jetzt wieder „reibungslos“.

Dieter Nawrath gewährt in seiner Antwort auf eine entsprechende Anfrage dieser Zeitung Einblicke in Problemlagen, mit welchen nicht nur die Post seit geraumer Zeit zu kämpfen hat: Personal ist eh schon knapp, und den Sommer über kam es coronabedingt zu einer Vielzahl von Krankmeldungen. Der Pressesprecher spricht von einer regelrechten „Sommer-Infektionswelle“, die auch in der betreffenden Region grassiert sei, sprich: An Corona erkrankte Beschäftigte mussten und müssen zu Hause bleiben, weshalb es „vorübergehend auch einmal zu Verzögerungen in den Betriebsabläufen“ kommen kann.

Dank einer laut Nawrath „vorausschauenden Notfall- und Pandemieplanung“ seien die Auswirkungen „für unsere Kunden jedoch eher gering“. Zumal die Post von Erfahrungen aus den beiden vorangegangenen Corona-Jahren profitiert, in welchen „wir bereits auf pandemiebedingte Einschränkungen reagieren mussten und größere Ausfälle in unseren Betriebsstätten und in der Zustellung von Briefen und Paketen erfolgreich verhindern konnten“. Die Post tue „alles“ dafür, „dass die Verzögerungen maximal einen Tag betragen“. Doch könne die Post „Unregelmäßigkeiten nicht gänzlich ausschließen“, wirbt Nawrath um Verständnis: „So gibt es immer wieder Fälle, in denen es aus unterschiedlichen Gründen zu betrieblichen Problemen kommen kann, zum Beispiel kurzfristige Erkrankungen, Witterungseinbrüche oder Ähnliches.“

Richtet sich der Unmut zu Recht gegen die Deutsche Post?

Wer sich über verspätete Zustellung ärgert, sollte unterdessen prüfen, ob der Unmut sich wirklich in jedem Fall zu Recht gegen die Deutsche Post richtet. Denn seit geraumer Zeit tummeln sich im Markt auch andere Unternehmen, die Briefe und Pakete transportieren und ausliefern.

Der Pressesprecher der Post nutzt seine Antwort auf die Anfrage dieser Zeitung sicher nicht ohne Grund für einen Aufruf: Die Post sucht Personal. Das entsprechende Bewerberportal heißt www.werde-einer-von-uns.de. Frauen sind selbstverständlich mitgemeint, und gleich auf der ersten Seite wirbt Violeta für die Post als Arbeitgeber. Große Versprechungen stellt das Bewerberportal in den Raum: „Es sind unsere Kultur, unsere Werte, die Art und Weise, wie wir auf die individuellen Talente jeder und jedes Einzelnen eingehen, die uns von anderen Arbeitgebern abheben. Genauso wie die Wertschätzung, die alle unsere Beschäftigten in Form von Anerkennung und Bezahlung für ihren ganz persönlichen Beitrag erfahren.“

Ferner nehme die Post, darauf weist Sprecher Nawrath abschließend hin, jede einzelne Beschwerde von Kundinnen und Kunden ernst und biete „zahlreiche Kontaktmöglichkeiten über unterschiedliche Kanäle“, etwa telefonisch via Kunden-Hotline unter 02 28/4 33 31 12 – „oder unsere Social-Media-Kanäle“.

Wir könnten unsere Nachrichten wieder wie in der Steinzeit per Rauchzeichen übermitteln, schlägt Hartmut Keppler aus Urbach vor. Womöglich funktioniert diese Methode zuverlässiger, als auf Papier verfasste Schreiben in gelbe Kästen zu stecken.

Hartmut Kepplers Vorschlag passt in die Kategorie „schwarzer Humor“. Sein Anliegen: Servicemängel bei der Post mag er nicht mehr hinnehmen. Von „Ärgernis höchsten Grades“ spricht der Urbacher. Briefe, die er in der Wochenmitte aufgegeben habe,

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