Rems-Murr-Kreis

Zwei Monate 3G-Regel im ÖPNV: Halten sich Fahrgäste im Rems-Murr-Kreis daran?

Schwerpunktkontrollen zu 3G im ÖPNV
Im Dezember gab es unter anderem in Waiblingen eine Schwerpunktkontrolle. © Alexandra Palmizi

Seit 24. November gilt im öffentlichen Nahverkehr die 3G-Regel, mitfahren darf nur, wer geimpft, genesen oder getestet ist. Wer ohne einen gültigen entsprechenden Nachweis einsteigt, muss mit einem Bußgeld von 200 Euro rechnen. Halten sich die Fahrgäste daran?

Als die Regelung vor zwei Monaten eingeführt wurde, hatte Markus Dannenmann ein mulmiges Gefühl: „Ich hatte Angst, es könnte zu Konfliktsituationen kommen mit einzelnen Fahrgästen, die keinen Nachweis haben und unbedingt mitfahren wollen oder müssen“, sagt der Geschäftsführer des Omnibusunternehmens Dannenmann mit Sitz in Weinstadt. In den Bussen kontrollieren – neben den vom Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) organisierten Schwerpunktkontrollen – die Fahrer die Tickets und seit Neuestem nun eben auch die 3G-Nachweise, zumindest stichprobenartig.

Land unterstützt Verkehrsunternehmen nun finanziell

Mehr als die gelegentliche Sichtkontrolle ist sowohl personell als auch zeitlich nicht möglich, sagt Dannenmann: „Busbetriebe sind durch Corona ohnehin getroffen, die Kosten für zusätzliches Personal oder einen externen Sicherheitsdienst waren deshalb nicht zu stemmen.“ Das könnte sich nun ändern. Das Verkehrsministerium stellt bis zu sechs Millionen Euro bereit, um Verkehrsunternehmen bei der Finanzierung von externen Sicherheitskräften in Bus und Bahn zu unterstützen. Auch Dannenmann hofft unter diesen Umständen, nun einen externen Dienstleister mit freien Kapazitäten zu finden.

Beim Omnibus-Verkehr Ruoff (OVR) in Waiblingen sind bereits seit längerem Mitarbeiter eines solchen externen Dienstleisters im Einsatz, um die Busfahrer bei der Fahrscheinkontrolle zu unterstützen. Diese helfen nun auch bei der Kontrolle der 3G-Regel. Zusätzliche Kräfte und damit eine Finanzspritze vom Land brauche das Unternehmen derzeit deshalb nicht, sagt Geschäftsführer Marc Trovato. Sowohl bei Dannenmann als auch bei OVR verliefen sämtliche Kontrollen bisher problemlos und ohne Zwischenfälle: „Es gab kaum Beanstandungen und die Regelung ist bei den Fahrgästen gut akzeptiert“, sagt Trovato.

Sowohl Verkehrsunternehmen als auch VVS ziehen nach zwei Monaten eine positive erste Bilanz. „Kontrolliert wurden in den Landkreis-Verkehren mehr als 12.500 Fahrgäste“, sagt eine VVS-Sprecherin. „Die bisherigen stichprobenartigen Kontrollen haben ergeben, dass sich im Rems-Murr-Kreis bis jetzt mehr als 98 Prozent der kontrollierten Fahrgäste an die 3G-Regel gehalten haben.“ Seit dem 24. November wurden im VVS-Gebiet mehr als 30 Schwerpunktkontrollen durchgeführt. Der VVS koordiniert diese Aktionen, die Kontrollen vor Ort übernehmen Mitarbeiter der Verkehrsunternehmen sowie die lokalen Ordnungsbehörden.

Immer weniger Beanstandungen in den Zügen

Oliver Conradt, Leiter der Abteilung Ordnungswesen der Stadtverwaltung Waiblingen, betont, dass diese Kontrollen nicht zu den Kernaufgaben des städtischen Vollzugsdiensts gehören: „3G-Kontrollen können nur stichprobenartig oder in Schwerpunktaktionen vorgenommen werden.“ Im Dezember hatten Mitarbeiter des Vollzugsdiensts die Verkehrsunternehmen zweimal bei Kontrollaktionen unterstützt und insgesamt rund 250 Personen kontrolliert. Fünf davon konnten laut Conradt keinen gültigen 3G-Nachweis vorzeigen.

In Regionalverkehrszügen und S-Bahnen kontrolliert die Deutsche Bahn stichprobenartig die 3G-Nachweise der Fahrgäste. Bundesweit sind neben 9000 Mitarbeitenden des Sicherheits- und Kontrollpersonals inzwischen auch die Schaffner in diese Kontrollen einbezogen. „In den Regionalexpress- und Regionalbahn-Zügen wird das Zugpersonal vom Sicherheitspersonal unterstützt. Wir setzen somit stets zwei Mitarbeitende bei der Kontrolle ein, um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten“, sagt ein Bahnsprecher. Die 3G-Regel sei von Anfang an gut akzeptiert worden und es gebe immer weniger Beanstandungen: „Die Quote liegt im Regional- und S-Bahn-Verkehr deutschlandweit bei rund zwei Prozent, Tendenz weiter abnehmend.“

Seit 24. November gilt im öffentlichen Nahverkehr die 3G-Regel, mitfahren darf nur, wer geimpft, genesen oder getestet ist. Wer ohne einen gültigen entsprechenden Nachweis einsteigt, muss mit einem Bußgeld von 200 Euro rechnen. Halten sich die Fahrgäste daran?

Als die Regelung vor zwei Monaten eingeführt wurde, hatte Markus Dannenmann ein mulmiges Gefühl: „Ich hatte Angst, es könnte zu Konfliktsituationen kommen mit einzelnen Fahrgästen, die keinen Nachweis haben und unbedingt

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