VfB Stuttgart

Santiago Ascacibar: "Die Mannschaft hat Potenzial"

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Santiago Ascacibar: Defensiv stark, in der Vorwärtsbewegung kommt vom aggressiven Argentinier aber noch zu wenig und wenn, dann sind seine Bälle zu ungenau. „El Rusito“ ist ein Zerstörer, kein Gestalter - Note: 3,5 © Danny Galm

Stuttgart.
Mit bis zu acht Millionen Euro Ablöse ist Santiago Ascacibar der teuerste Neuzugang des VfB Stuttgart in dieser Transferperiode. "Ganz grundsätzlich darf man von einem jungen Spieler keine Wunderdinge erwarten, aber Santiago wird uns schon in dieser Saison entscheidend helfen können", erklärte VfB-Sportvorstand Michael Reschke bei seiner Vorstellung.

Erstmals nach seinem Wechsel hat sich der 20-jährige Mittelfeldspieler jetzt zu Wort gemeldet. Im Interview spricht der Argentinier über seine ersten Eindrücke vom Verein und der Mannschaft, seinen aggressiven Spielstil und sein fußballerisches Vorbild:

Herr Ascacibar, was waren ihre ersten Eindrücke vom Verein, der Stadt und ihren Mitspielern?

„Ich bin zufrieden und glücklich, dass ich hier in dieser schönen Stadt sein kann. In den ersten Tagen konnte ich das Umfeld und die Mannschaft kennenlernen und die ersten Eindrücke waren sehr positiv. Fußballerisch habe ich sehr gute Mitspieler. Das gibt mir Ruhe. Jetzt gebe ich im Training richtig Gas.“

In ihrem ersten Training haben Sie sich eine kleine Verletzung am Ellenbogen zugezogen. Wie geht es Ihnen jetzt?

„Mit dem Ellbogen gibt es keine Probleme mehr.“

Sehen wir Sie am Sonntag gegen den FC Schalke 04 schon auf dem Platz?

„Wenn es der Trainer so will, dann bin ich für das Spiel natürlich einsatzbereit. Es gab aber noch kein Signal vom Trainer. Für die erste Elf muss man hart trainieren.“

Warum haben Sie sich für den Wechsel zum VfB Stuttgart entschieden?

„Es hat fußballerisch einfach gepasst. Die Mannschaft ist sehr gut aufgestellt und hat Potenzial. In meinen Augen war es der beste erste Schritt, um nach Europa zu kommen. Die Bundesliga ist eine der besten Ligen der Welt.“

Der nächste Karriereschritt für Sie?

„Als ich es geschafft hatte in der argentinischen Liga dauerhaft zu spielen, kam der Wunsch auf nach Europa zu wechseln. Dort kann man sich am besten für die Nationalmannschaft empfehlen. “

Ist es Ihr Ziel im nächsten Jahr mit der argentinischen Nationalmannschaft zur WM nach Russland zu fahren?

„Klar. Das muss auch ein Ziel von mir sein. Ich habe die Hoffnung, dass ich es schaffen kann.“

Was erwarten Sie sich noch von ihrem Schritt ins Ausland?

„Selbstverständlich steht zunächst der Fußball im Vordergrund. Darauf bin ich voll fokussiert. Das ist meine Aufgabe. Mit der Zeit lernt man dann aber auch die Leute und die Stadt Stuttgart besser kennen.“

Die Kollegen von der Bild-Zeitung haben Sie aufgrund ihrer Spielweise den „Gift-Gaucho“ genannt. Woher kommt ihr aggressives Spiel?

„Zum einen ist das Teil des südamerikanischen Fußballs. Die Bereitschaft immer alles zu geben und der Einsatzwille zeichnen den Fußball in Argentinien aus. Es gibt mehr Reibung und Kontakt. Zum anderen hat es auch mit meiner Körpergröße (1,68 Meter, Anm. d. Red.) zu tun. Ich kann mich mit meiner Statur im Luftkampf nicht durchsetzen und muss die Dinge dann eben am Boden regeln. Das ist meine Stärke.“

Gibt es ein fußballerisches Vorbild?

„Arturo Vidal. Er ist für die Position im defensiven Mittelfeld ein kompletter Spieler. Arturo bündelt viele Eigenschaften in einer Person. Ein hervorragender Spieler.“

Wie passt das mit dem Tattoo von Diego Maradona auf ihrer rechten Wade zusammen?

„Vidal ist mein Vorbild auf meine Position bezogen. Was aber den Fußball allgemein angeht, ist es Diego Maradona. Er wird in meiner Heimat immer noch wie ein Heiliger verehrt - zusammen mit Lionel Messi.“Der Stuttgarter Kader ist gerade im defensiven Mittelfeld eigentlich schon gut besetzt. Welche Rolle wollen Sie beim VfB spielen?

„Ich will natürlich in der ersten Elf spielen. Das wird nicht leicht, dafür muss ich im Training hart arbeiten, aber das ist schon mein Ziel.“

Wie kommunizieren Sie mit ihrem Teamkollegen und dem Trainerteam?

„Mein Sprachunterricht setzt zuerst bei den fußballerischen Vokabeln an. Die will ich so schnell wie möglich lernen. Co-Trainer Miguel Moreira ist Portugiese und spricht auch ein bisschen Spanisch, das klappt ganz gut.“

Was erwarten Sie von der Spielweise in der Bundesliga?

„In der Bundesliga wir schneller und technisch besser Fußball gespielt. Ich hoffe, dass ich mich persönlich und mein Spiel verbessern kann.“


Die Gebrüder Ascacibar

  • Santiago Lionel Ascacibar wurde am 25. Februar 1997 im argentinischen La Plata, die Hauptstadt der Provinz Buenos Aires, geboren
  • Von 2006 bis 2015 spielte er in der Jugend von Estudiantes de La Plata und schaffte im vergangenen Jahr den Sprung zu den Profis
  • In seinem Heimatland absolvierte er 41 Pflichtspiele in denen ihm weder ein Treffer noch eine Vorlage gelangen. Dafür kassierte er zwölf gelbe Karten und wurde einmal mit glatt Rot vom Platz gestellt. 
  • Im Sommer wechselte er nach Stuttgart. Der VfB soll für den Transfer bis zu acht Millionen Euro an Estudiantes de La Plata überwiesen haben.
  • Der Argentinier hat vier Brüder, von denen drei ebenfalls bei Estudiantes Fußball spielen