VfB Stuttgart

Schindelmeiser: "Unser Kader muss verstärkt werden"

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VfB-Sportvorstand Jan Schindelmeiser: „Grundsätzlich gilt: Wir wollen uns so verstärken, dass wir uns in der Bundesliga behaupten können. © Danny Galm

Stuttgart.
Fußballfreie Zeit gleich Urlaubszeit? Nicht für Jan Schindelmeiser! "Meine Frau hat aber gesagt, das war kein Urlaub, ich hätte nur das Büro gewechselt", erklärte der Sportvorstand des VfB Stuttgart schmunzelnd am Montag.

Auf einer Pressekonferenz in der Mercedes-Benz Arena kündigte der Sportvorstand weitere Veränderungen im Kader an, vor allem in der Defensive soll noch nachgerüstet werden. Zudem gab der Sportvorstand einen Einblick in seine Arbeit während der heißen Transferphase und erklärte: „Wir suchen fast gar nicht mehr. Es geht jetzt viel mehr um die Realisierung von Transfers."

Sportvorstand Jan Schindelmeiser über…

…den Vorbereitungsstart: „Wir freuen uns alle, dass es jetzt wieder los geht. Wir versuchen jetzt die personellen und infrastrukturellen Voraussetzungen zu schaffen, um die große Aufgabe Bundesliga zu meistern. Dort wollen wir uns wieder etablieren und die Vorrausetzungen schaffen, dass wir in den nächsten Jahren Schritt für Schritt vorankommen.“

…die Suche nach Neuzugängen: „Wir suchen fast gar nicht mehr. Es geht jetzt viel mehr um die Realisierung von Transfers. Das ist beinahe noch schwieriger, als in die Bundesliga aufzusteigen. Die Suche nach Neuzugängen ist ein laufender Prozess, der ist nie zu einhundert Prozent abgeschlossen. Aber für das was wir in den nächsten Wochen vorhaben, ist die Orientierung jetzt abgeschlossen. Wir wissen, was wir wollen und jetzt geht es um die Frage, ob wir in der Lage sind, unsere Vorstellungen umzusetzen. Unser Kader muss verstärkt werden und wirtschaftlich gut ausgeglichen sein – diese beiden Elemente gehören fest zueinander.“

…die konkreten Anforderungen an einen Neuzugang: „Grundsätzlich gilt: Wir wollen uns so verstärken, dass wir uns in der Bundesliga behaupten können. Das betrifft immer den gesamten Kader. Im vorderen Bereich und im Zentrum sind wir sehr gut aufgestellt. Auf den anderen Positionen versuchen wir der Mannschaft mehr Substanz zu verleihen. Das müssen wir auch!“

…die Situation auf dem Transfermarkt: „Es geht nicht nur darum über die besten Spieler nachzudenken, sondern auch darum die am besten zu uns passenden Spieler zu verpflichten. Wir werden keine Gespräche mit Spielern führen, die sich nicht klar zum VfB Stuttgart bekennen. Die Qualität, die Perspektive und die wirtschaftliche Umsetzbarkeit sind das Gesamtpaket, das wir betrachten müssen.“

…die Attraktivität des VfB Stuttgart: „Wir möchten Spieler gewinnen, die bereit sind unseren Weg mitzugehen. Wir wollen wieder nach vorne. Dazu brauchen wir Spieler, die sich klar zu uns bekennen und sagen: „Wir möchten Teile dieser „Abenteuer-Reise“ mit dem VfB Stuttgart werden.“ Die Attraktivität dieser Aufgabe, jetzt hier etwas zu gestalten, zusammen mit Spielern, die sich parallel zu unserem Verein entwickeln wollen, ist groß. Dazu brauchen wir eine gute Balance zwischen dem sportlichen Wert, der Perspektive und der aktuellen Situation des Spielers.“

…das Gehaltsgefüge des VfB Stuttgart: „Die Neuzugänge müssen in unser Gefüge passen. Aufgrund ihres Alters und ihrer Entwicklungsfähigkeit. Hat der Spieler dann aber ein attraktives Angebot von anderen Clubs, dann ist das für uns von Belangen, weil wir uns daran orientieren müssen und eventuell sagen müssen: Nein, das geht jetzt nicht. Natürlich wollen wir gerne wieder dahin, dass wir wieder für außergewöhnlich gute Spieler auch wieder höhere Gehälter zahlen können.“


…mögliche Abgänge: „Da sind wir aktuell in ganz offenen und fairen Gesprächen mit Spielern. Wir schicken niemanden weg, aber wir versuchen zusammen mit den Spielern eine Perspektive für die nächste Saison oder die allgemeine Zukunft zu finden.“

…Zeitpunkt der Transfers: „Es ist meine Absicht, den Kader für die nächste Saison möglichst früh zusammenzuhaben. Das muss auch der Wunsch von Trainer Hannes Wolf sein. Aber wir müssen kämpfen, dass wir mit unserem Budget das beste Ergebnis erzielen und das dauert dann zwei, drei Tage länger. Es ist nicht ausgeschlossen, dass ganz am Ende der Transferperiode noch ein Spieler dazukommt, aber das ist nicht unsere Planung.“

…den Wunsch der Fans nach „gestandenen Spielern“: „Wir haben uns viele Optionen geschaffen, dass wir auf unterschiedlichen Positionen Entscheidungen treffen können. Der Fokus liegt auf entwicklungsfähigen Spielern, die jetzt auch schon die Qualität für die Bundesliga mitbringen sollen. Darüber hinaus sollen die Spieler aber noch Potential haben sich weiterzuentwickeln. Das ist unser Weg. Selbstverständlich machen wir daraus kein Dogma. Finden wir einen Spieler, der richtig gut zu uns passt, schon erfahren ist und die Fähigkeit hat eine junge Mannschaft zu führen, dann ist das kein Ausschlusskriterium. Was die Fans angeht, so sind die meisten relativ entspannt und haben Vertrauen in unsere Personalpolitik.“

…die Spielweise in der Bundesliga: „Wir werden mehr Druck bekommen. Deshalb wird es auf den Positionen, die zuvorderst dafür verantwortlich sind unser Tor schützen, noch die eine oder andere Verstärkung geben.“

…die Nationalität der Neuzugänge: „Da geht es vielmehr um die Frage der Mentalität. Das kann man nur über persönliche Gespräche herausfinden. Der Charakter und die Sprache spielen da eine nicht unwesentliche Rolle. Kann ein Spieler Englisch sprechen vereinfacht das vieles. Natürlich hätten wir gerne Spieler, die Deutsch sprechen. Das macht vieles einfacher. Französisch, Portugiesisch und Spanisch kriegen wir auch ganz gut gehändelt. Die Nationalität steht nicht an aller erster Stelle, aber sie beeinflusst auch unsere Entscheidung.“