VfB Stuttgart

Schockstarre nach Derby-Pleite: Verspielt der VfB den Aufstieg auf der Zielgeraden?

Fußball  2.Bundesliga  Karlsruher SC vs. VfB Stuttgart
Lukas Fröbe schoss im Derby gegen den VfB das Siegtor für den KSC. © Pressefoto Baumann

Nein, ein Tor des Monats war es mit Sicherheit nicht, aber der Kullerball, den KSC-Mittelfeldspieler Lukas Fröde nach einer Ecke über die Linie drückte, könnte für den abstiegsbedrohten Club aus der Fächerstadt noch Gold wert sein. Während sich der KSC über den ersten Derbysieg gegen den VfB Stuttgart seit 13 Jahren und drei wichtige Zähler im Kampf um den Klassenverbleib freuen durfte, herrschte im Lager des hochgehandelten Bundesliga-Absteigers nach dem Abpfiff eine gewisse Schockstarre.

Einmal mehr hatte es die Mannschaft von Trainer Pellegrino Matarazzo nicht geschafft, ihre spielerische Überlegenheit auf den Platz zu bringen. Zu behäbig, zu fehlerbehaftet und zu pomadig agierten die VfB-Profis im Karlsruher Wildparkstadion. Von 16 Auswärtsspielen konnten lediglich drei gewonnen werden. 52 Punkte und Tabellenplatz drei stehen nach 31 Spieltagen zu Buche. Dass der VfB überhaupt noch eine Chance auf die direkte Rückkehr in die Bundesliga hat, liegt einzig und allein an der schwachen Konkurrenz auf Hamburg und Heidenheim. Trotzdem flattern die Nerven der VfB-Profis im Liga-Schlussspurt gewaltig. Verspielt haben die Stuttgarter ihre Chance auf die erste Liga zwar noch nicht, aber nach der doppelt schmerzhaften Derby-Niederlage sinkt die Stimmung rund um den Cannstatter Wasen wieder in Richtung Nullpunkt.

Wir haben nach dem Schlusspfiff die Stimmen zum Spiel gesammelt:

VfB-Mittelfeldspieler Philipp Klement: „Wir sind schlecht ins Spiel gekommen, haben durch einen Fehlpass das 0:1 kassiert. Danach haben wir uns gut gewehrt und sind mit dem Ausgleich zurückgekommen. In der Halbzeit hatten wir uns vorgenommen, weiter Druck zu machen, hatten aber um den Strafraum zu viele Situationen, wo wir ungenau waren und uns dadurch zu viele Torchancen zunichte gemacht haben. Hinten raus war es dann einfach zu wenig, wir konnten nach dem Gegentor kein Druck mehr aufbauen. Der Aufstieg ist noch nicht verspielt. Man sieht von Woche zu Woche, dass sich die Tabelle ständig ändert.“

VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo: „Die Niederlage tut natürlich weh. Unsere erste Viertelstunde hat mir nicht gut gefallen, wir haben zu ängstlich gespielt, zu viele Fehlpässe, zu viel zum Torwart zurückgespielt. Nach dem Gegentor haben wir ein bisschen gebraucht, bis wir wieder unsere Richtung gefunden haben, der Ausgleichstreffer war verdient. Wir sind auch gut in die zweite Halbzeit gekommen, haben versucht, den Druck hochzuhalten und zu hochwertigen Torchancen zu kommen. Dann kassieren wir das Standard-Gegentor, dass uns komplett aus dem Spiel gerissen hat.“

KSC-Trainer Christian Eichner: „Ich bin heute stolz auf meine Mannschaft, wie sie 90 Minuten gearbeitet hat. Sie hatte keine einfachen Wochen hinter sich, wurde oft nicht für ihren Einsatz und die vorhandene Spielfreude belohnt. Meine Mannschaft war von Minute eins an aggressiv, aktiv, hat den Gegner zu Fehlern gezwungen. Das einzige was wir uns vorwerfen lassen müssen, ist, dass wir nicht schon 2:0 in Führung gehen. Danach übernahm der VfB mehr und mehr die Überhand, mit ein bisschen Pech liegst du mit 1:2 zur Halbzeit zurück. Der einzige Auftrag an meine Mannschaft in Halbzeit zwei war, genau so aktiv weiterzuspielen. Wir mussten ein zwei Aktionen überstehen, aber in Summe ist der Sieg für uns nicht unverdient.“

KSC-Torschütze Lukas Fröde: „Ich wäre gerne in Champagner-Laune, aber es steht schon das nächste schwere Spiel gegen Regensburg an. Wir genießen das einfach, die ganze Stadt genießt das. Es geht für uns um das große Ziel Klassenverbleib. Aber wir sind noch nicht am Ziel angekommen. Wir sind stabiler und reifer geworden und haben das erwachsen zu Ende gespielt. Jetzt müssen wir dran bleiben. Wir haben gute Fußballer in unseren Reihen. Viele Spiele waren eng, wir haben viele Punkte liegen lassen. Jetzt sind wir einen Schritt weiter, sind erwachsener geworden.“

Der Blick auf die Tabelle