VfB Stuttgart

Selbstbewusste Stuttgarter: „Sind in der Lage, gegen fast alle Mannschaften zu punkten“

Fußball Bundesliga VfB Stuttgart vs. Eintracht Frankfurt
Kapitän Gonzalo Castro (li.) und Stürmer Nicolas Gonzalez trafen gegen Eintracht Frankfurt. © Pressefoto Baumann

„Mit Blick auf die statistischen Werte war es ein gerechtes Unentschieden“, so das Fazit von Sven Mislintat nach dem 2:2 gegen Eintracht Frankfurt. Doch bei genauerer Betrachtung des Spielverlaufs vom Samstagnachmittag kommt der Sportdirektor des VfB Stuttgart dann doch ein wenig ins Grübeln: „Im Detail betrachtet ist es für mich eher ein unglückliches Remis.“ 

Gonzalez und Klimowicz verpassten die Vorentscheidung

Im Heimspiel gegen die Hessen lag der Aufsteiger nach Toren von Nicolas Gonzalez (17./FE) und Kapitän Gonzalo Castro (37.) zur Pause mit 2:0 in Führung. Nach dem Wiederanpfiff vergaben die Schwaben dann die große Chance auf den dritten Treffer: Gonzalez versemmelte freistehend aus sieben Metern (51.), wenig später landete ein Kopfball von Mateo Klimowicz auf der Torlatte (56.). „In den 15 Minuten nach der Pause waren wir dann näher am 3:0 als Frankfurt am 1:2“, findet Sven Mislintat.

Aber statt der Vorentscheidung durch ein drittes Stuttgarter Tor kam die Eintracht durch einen Treffer von Andre Silva (61.) zurück ins Spiel - und durch Innenverteidiger David Abraham letztlich zum nicht unverdienten Ausgleich (76.).

„Man hat gesehen, wie physisch präsent und abgezockt eine solch international erfahrene Mannschaft spielt“, sagt VfB-Kaderplaner Mislintat, „und mit welchen Widerständen wir noch lernen müssen, umzugehen.“

„Nach dem 2:1 sind wir in eine gewisse Passivität reingerutscht“

Wirklich zufrieden mit der Punkteteilung war im Nachgang weder die VfB- noch die Eintracht-Delegation. Während Frankfurts Cheftrainer Adi Hütter auf der Pressekonferenz nach der Partie die Comeback-Qualitäten seiner Elf lobte („Wenn man zur Pause 0:2 zurückliegt und das Spiel dann fast noch umdreht, ist es ein gewonnener Punkt“), schmerzte sein Gegenüber Pellegrino Matarazzo die verspielte Zwei-Tore-Führung: „Nach dem 2:1 sind wir in eine gewisse Passivität reingerutscht.“

VfB seit sechs Spielen ungeschlagen

Unter dem Strich wollte beim Aufsteiger aus dem Schwabenland allerdings niemand in all zu großes Wehklagen verfallen. Zwar wartet der VfB weiter auf den ersten Heimsieg der Saison, doch mit zehn Punkten aus den ersten sieben Partien steht die Wasenelf mehr als ordentlich da.

Zudem haben sich die Stuttgarter zügig in der Bundesliga akklimatisiert und sind seit nunmehr sechs Spielen in Serie (zwei Siege, vier Remis) ungeschlagen. Was sich wiederum positiv auf das Selbstvertrauen der jungen Truppe auswirkt: „Wir haben in den bisherigen Spielen gesehen, dass wir in der Lage sind, gegen fast alle Mannschaften zu punkten“, so Sportdirektor Mislintat.

Die wirklich großen Herausforderung gegen Bayern, Dortmund und Leipzig warten zwar noch auf den Liga-Rückkehrer, doch schon jetzt fühlt man sich aufgrund des starken Saisonstarts gut gerüstet. Sven Mislintat: „Wir haben zu Hause gegen Leverkusen und Frankfurt sowie auswärts gegen Hertha gegen drei Teams gespielt, die um die Plätze hinter diesem Trio kämpfen. Aus diesen Partien mitnehmen zu können, dass wir punkten und auch Spiele gewinnen können, tut gut.“

Keine Quarantäne: VfB lässt seine Nationalspieler reisen

  • Der VfB Stuttgart lässt seine Profis in der bevorstehenden Bundesliga-Pause trotz der derzeitigen Pandemielage zu ihren jeweiligen Nationalteams reisen.
  • „Es gibt keine Quarantäne für die Spieler und deswegen eine Abstellungspflicht“, sagte Trainer Pellegrino Matarazzo nach dem 2:2 (2:0) der Schwaben gegen Eintracht Frankfurt am Samstag. „Deshalb werden wir es ihnen ermöglichen.“
  • Bereits vor der Partie gegen Frankfurt hatte Matarazzo berichtet, dass der VfB im Austausch mit den Gesundheitsämtern stehe und er davon ausgehe, dass sich die Spieler nach der Rückkehr von ihren Reisen nicht in Quarantäne begeben müssten.
  • Insgesamt sind sieben VfB-Profis für die bevorstehenden Partien ihrer Auswahlen nominiert: Nicolas Gonzalez (Argentinien), Wataru Endo (Japan), Gregor Kobel (Schweiz), Sasa Kalajdzic (Österreich), Orel Mangala (Belgien U21), Borna Sosa (Kroatien U21) und Darko Churlinov (Nordmazedonien U21). (dpa)