Auszeichnungen

Deutscher Lokaljournalistenpreis für die Serie „Der Amoklauf in Winnenden - zehn Jahre danach“

Amok-Lichterkette
Alljährlich gedenken die Jugendlichen in Winnenden der Opfer des Amoklaufes mit einer Lichterkette. Archivfoto: Büttner © Benjamin Buettner

Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat den Zeitungsverlag Waiblingen (ZVW) für die Serie „Der Amoklauf in Winnenden - zehn Jahre danach“ mit einem zweiten Platz beim renommierten Deutschen Lokaljournalistenpreis ausgezeichnet. Der Preis gilt als „Oscar“ für Lokaljournalisten und wird alljährlich vergeben für herausragende Arbeiten und Konzepte im Lokalteil. Der Preis soll Redaktionen anspornen, die Qualität im wichtigsten Ressort der Zeitung hochzuhalten.

Die Begründung der Jury für die Preisvergabe an den ZVW lautet: „Mit ihrer Berichterstattung über den Amoklauf in Winnenden am 11. März 2009 hatte die Lokalzeitung bereits damals Maßstäbe gesetzt und bis heute nachwirkende Debatten in der Gesellschaft, Politik und Medien befördert. Zum zehnten Jahrestag greift sie das Thema noch einmal in einer 15-teiligen Serie auf, und erneut wählt die Redaktion einen Weg, der die lokale Berichterstattung fundamental von der überregionalen und internationalen Darstellung unterscheidet. Ihre Maxime: die Opfer und die ihnen nahestehenden Menschen nicht ein zweites Mal zu Opfern zu machen. Nüchtern und sachlich erzählen die Journalisten, was geschehen ist, wie es den Menschen heute geht und – vor allem – welche Lehren aus dem Amoklauf gezogen wurden und wo nach wie vor Defizite bestehen. Ein Lehrbeispiel für verantwortungsvollen, professionellen Lokaljournalismus.“

Die Serie

Unsere 15-teilige Serie begann im Februar 2019 mit einer dreiseitigen Chronik der Ereignisse und den Sätzen: „Der 11. März 2009 war der einschneidendste, vernichtendste Tag in der Geschichte des Rems-Murr-Kreises – in den zehn Jahren seit dem Winnender Amoklauf aber hat das Gemeinwesen oft seine Stärke bewiesen. Debatten um Schuld und Verantwortung, um würdige Formen des Gedenkens und um das deutsche Waffenrecht haben diese Jahre geprägt.“ Die Serie endete mit Berichten über den Gedenktag zum Amoklauf am 11. März und die abendliche Lichterprozession, mit der die Winnender Jugendlichen alljährlich des Amoklaufs gedenken.

Es handelt sich nicht um die erste Auszeichnung für den ZVW beim Deutschen Lokaljournalisten-Preis. 2014 wurde die Redaktion für die Serie „Christentum heute“ ausgezeichnet, 2013 für die Serie „Was passiert in unseren Moscheen?“, davor gab es Preise für unsere Berichterstattung über den Amoklauf Winnenden, für das „Familien-Forum“, das Extraseiten-Konzept (1. Preis), die Jugendseite „nicht jugendfrei“ und die Naturschutz-Serie „Wälder warten nicht auf Wunder“.

Gewonnen hat den Lokaljournalistenpreis in diesem Jahr der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag (sh:z) für das multimediale Langzeitprojekt „Man kann nicht jedes Kind retten – Wie eine Grundschule gegen Gewalt unter den Kleinsten kämpft“. Der dritte Preis ging an die Badischen Neuesten Nachrichten für die investigative Recherche „Das Gift in uns – der PFC-Skandal in Mittelbaden“. Den Volontärspreis bekommen die Volontäre der Südwest-Presse, der Märkischen Oderzeitung und der Lausitzer Rundschau für ihr gemeinsames Wende-Magazin „Ein Land“ zu 30 Jahren Mauerfall. Zum 2019er-Wettbewerb der Konrad-Adenauer-Stiftung gab es insgesamt 362 Einsendungen, davon 47 zum Volontärswettbewerb. Die Preise werden im Herbst verliehen in Berlin anlässlich einer Festveranstaltung zum 40. Jubiläum des Deutschen Lokaljournalistenpreises.

Die 15-teilige Serie „Der Amoklauf in Winnenden – zehn Jahren danach“ lässt sich hier nachlesen: www.zvw.de/specials/amoklauf-winnenden/