Auszeichnungen

Diakonie-Journalistenpreis für Pia Eckstein

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Pia Eckstein. © Ramona Adolf

Waiblingen. Unser Redaktionsmitglied Pia Eckstein hat den Diakonie-Journalistenpreis 2017 gewonnen. Mehr als ein halbes Jahr hat sie den schwer behinderten Dimitrios auf seinen ersten Schritten in eine normale Schule begleitet. Ihre vierteilige Serie „Wie funktioniert Inklusion?“ ist nun ausgezeichnet worden.

Die beiden Diakonischen Werke Baden und Württemberg zeichnen seit 15 Jahren sozialpolitische Berichterstattung aus. Es gibt einen Preis in der Kategorie Online und einen Sonderpreis zum Thema Kinderarmut. Darüber hinaus gab es Preise für die Bereiche Print, Fernsehen und Hörfunk (kurz/lang). In der Kategorie Print ist die Zeitungsserie „Wie funktioniert Inklusion?“ ausgezeichnet worden. Autorin Dr. Pia Eckstein hat Dimitrios begleitet, der trotz einer schweren körperlichen Behinderung in eine allgemeine Grundschule in Backnang geht, begründete die Jury ihre Wahl. „Er ist das erste Kind mit einer so starken Einschränkung, das in Baden-Württemberg inklusiv beschult wird. Als Dimitrios in die erste Klasse kam, waren noch nicht einmal alle Gesetze zur Inklusion geschrieben. Pia Eckstein erzählt einfühlsam von schönen Erlebnissen, der Freundschaft mit Tin, benennt aber auch klar diverse Hindernissen bei der Umsetzung von Inklusion in der Schule.“

Die weiteren Preisträger des Diakonie-Journalistenpreises 2017:

Hermann Abmayr vom SWR-Fernsehen wird ausgezeichnet für seine Reportage „Harte Arbeit – schlechter Lohn. Wie Menschen abgehängt werden“. Die Jury wertete den Beitrag als einen „gelungenen Überblick über das System der Leiharbeit und die Funktionsweise der Leiharbeitsfirmen“.

Johanna Bentz von SWR 2 erhält die Auszeichnung für ihren Hörfunkbeitrag „Freiwillige Abschiebung – ein Feature über Balkanflüchtlinge und ihre erzwungene Rückkehr“. Jury: „Die Autorin hat eine schlüssige Reportage über Flüchtlinge gefertigt, die freiwillig in ihre Heimat zurückgehen.“

Der Preis für den Hörfunk-Kurzbeitrag geht an Sebastian Krämer für seine Hörfunkreportage „Vom Rollstuhl in den Beiwagen“, die auf SWR 4, Stuttgart, lief. „In einem kurzen Format gelingt es ihm, dem Zuhörer Einblick in das Seelenleben behinderter Menschen zu geben. Der Beitrag lebt von unglaublichen Emotionen der behinderten Menschen, die von Motorradfahrern im Beiwagen ihrer Maschinen mitgenommen werden. Ein ergreifender und mitreißender Beitrag zugleich.“

Den Preis Online-Publikation erhält Christin Hartard für ihren Beitrag „Letzte Chance – Jugendliche im freien Strafvollzug“ im Internetauftritt der Schwäbischen Zeitung. „Sie zeigt an der Biografie von Sven, wie im Seehaus Leonberg junge Männer ihre Haft im freien Vollzug verbringen“, bewertete die Jury die Texte, Fotos und Videos als preiswürdig.

Ein Sonderpreis „Kinderarmut“ geht an Kai Diezemann. Im SWR-Fernsehen lief sein Beitrag „Abgehängt! Diezemanns Reisen ins arme Deutschland“. Der Autor stelle die entscheidenden Fragen zum Thema Armut. “Sein Film ist deshalb außerordentlich facettenreich und ganz nah an den Betroffenen dran. Trotz der Nähe ist der Beitrag nicht voyeuristisch und begegnet den Menschen respektvoll auf Augenhöhe.“

Die Jury

Die Jury des Diakonie-Journalistenpreises besteht aus Redakteuren von Zeitung, Funk und Fernsehen, Wissenschaftlern sowie Vertretern der Diakonie. 119 Beiträge wurden in diesem Jahr eingereicht. Die Verleihung findet am 20. September in Stuttgart statt. Es werden Preisgelder von insgesamt 13.500 Euro vergeben. Der Preis wird auch 2018 wieder ausgeschrieben.