Auszeichnungen

Journalistenpreis für Peter Schwarz

Peter Schwarz
Peter Schwarz, Redakteur beim Zeitungsverlag Waiblingen. © Joachim Mogck

Stuttgart / Freiburg. Die Preisträger des 27. Caritas-Journalistenpreises stehen nun fest: Der mit 3000 Euro dotierte erste Preis geht an Peter Schwarz, Redakteur des Zeitungsverlag Waiblingen.

Ausgezeichnet wird er für seine vier Reportagen aus der Waiblinger Notunterkunft für Flüchtlinge im Rahmen der Serie „Die Flüchtlinge kommen“. Eine Woche lang hat Schwarz dort mitgearbeitet. In mehreren Beiträgen beschreibt er seine Erfahrungen dort und zeichnet Bilder von Menschen und ihren Lebens- und Fluchtgeschichten.

Die Begründung der Jury

Kaum ein anderes Wort, so die Jury, tauche derzeit in der gesellschaftlichen Diskussion mehr auf als die Vokabel „Flüchtlinge“. Mit dem Wort verbänden sich unterschiedlichste Vorstellungen, deren Bandbreite von der „Willkommenskultur“ bis hin zur Sorge vor „Überforderung und Überfremdung“ reiche. Jenseits theoretischer Erörterungen und Problematisierungen habe sich Peter Schwarz mitten hinein begeben in die konkrete Wirklichkeit: Eine Woche lang hat er in einer Notunterkunft für Flüchtlinge in Waiblingen mitgelebt und mitgearbeitet.

Seine Eindrücke und Erfahrungen, die Begegnungen, die der 50-Jährige dort erlebte, seien facettenreich, ehrlich, berührend. "Entstanden ist so eine beeindruckende vierteilige Reportage, die bewusst unterschiedliche Schwerpunkte setzt und gerade dadurch ein realistisches Bild zeichnet: von den geflüchteten Menschen, ihren Geschichten, Ängsten und Hoffnungen, aber auch von engagierten Helferinnen und Helfern, die sich um die „Flüchtlinge“ kümmern."

Während seines einwöchigen Mitlebens in der Flüchtlingsunterkunft sei er auf Menschen getroffen, die ihm außerordentlich offen und spontan ihre Geschichten erzählen, die aber manchmal auch von Sorge und Angst gequält werden und lieber nichts über sich in der Zeitung geschrieben haben wollen. "Mit hohem persönlichem Engagement lässt sich der Autor auf Menschen und Situationen ein, gibt dabei seine journalistische Distanz auf, markiert das allerdings auch deutlich und reflektiert es." Mit seinen Beobachtungen und (Selbst)Erfahrungen, illustriert mit ausdrucksstarken authentischen Porträtfotos und ergänzt mit zusätzlichen Informationen, Grafiken und Videos im Internet, baue Peter Schwarz Brücken zwischen den Bewohnern der Notunterkunft und den Bürgerinnen und Bürgern, indem er die „Flüchtlinge“ zu Personen macht und ihnen ein Gesicht gebe.

Hier die einzelnen Teile der preisgekrönten Reportage:

1) Alltag im Ausnahmezustand

2) Die Suche nach Frieden und Freiheit

3) Das Trauma Syriens

4) Tage des Abschieds, Tage der Begegnung

In der Folge hat Peter Schwarz die Notunterkunft noch dreimal besucht.


Hier die Folgeberichte:

5) Asylunterkunft Waiblingen: Die Entwicklungen und Veränderungen

6) Paris geschieht jeden Tag

7) Die Zukunft hat begonnen

Weitere Preise für Redakteure von SWR und Stuttgarter Zeitung

Die beiden zweiten Preise mit einem Preisgeld von jeweils 1000 Euro erhalten Susanne Beßler für ihren im SWR-Fernsehen gesendeten Film „Aus mit dem Haus? Wie ein Familientraum doch noch wahr wird“ sowie Robin Szuttor (Autor) und Andreas Reiner (Fotograf) für den Beitrag „Paule – Nachruf auf einen Außenseiter“, der in der Stuttgarter Zeitung erschienen ist. Beßler erzählt die Geschichte einer jungen türkischen Familie, deren Traum vom eigenen Heim über Nacht buchstäblich ins Wasser fällt, aber Dank einer außergewöhnlichen Hilfsbereitschaft doch noch Wirklichkeit wird. Szuttor und Reiner lassen das äußerlich unscheinbare (Ab)Leben eines einfachen Mannes Revue passieren, dessen Freund dafür sorgt, dass er nicht namenlos auf einem anonymen Gräberfeld bestattet wird.

Eine „Lobende Erwähnung“ bekommen Sandra Müller und Katharina Thoms für ihre Multimediareportage „Jeder sechste ein Flüchtling. 1000 Asylsuchende als Nachbarn“ über die Landeserstaufnahmeeinrichtung in Meßstetten, die auf der Internetseite des SWR publiziert wurde.

Der Caritas-Journalistenpreis Baden-Württemberg wird von den beiden Caritasverbänden für die Erzdiözese Freiburg und der Diözese Rottenburg-Stuttgart vergeben. Mit der Auszeichnung würdigen die beiden katholischen Wohlfahrtsverbände im Land Autorinnen und Autoren für herausragende publizistische Beiträge aus dem sozialen Bereich. Für den 27. Caritas-Journalistenpreis lagen insgesamt 83 Wettbewerbsbeiträge aus Presse, Hörfunk, Fernsehen und Online-Medien vor, aus denen eine unabhängige Jury die Preisträger ermittelte.

Die Verleihung der Preise erfolgt am 3. Februar 2016 in Stuttgart im Rahmen der Jahresauftaktveranstaltung der Caritas in Baden-Württemberg.