Auszeichnungen

Köhler würdigt Lokaljournalisten

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Braunschweig/Waiblingen. Die Arbeit der deutschen Lokaljournalisten ist eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren unserer Demokratie. Das sagte gestern Bundespräsident Horst Köhler bei der Verleihung des Deutschen Lokaljournalistenpreises im Braunschweiger Dom. Der Zeitungsverlag Waiblingen erhielt für sein Konzept der Familienzeitung einen von insgesamt elf Preisen.

Der Preis, den die Konrad-Adenauer-Stiftung jedes Jahr ausschreibt, ist ein „Ritterschlag für guten Lokaljournalismus“, sagte Horst Köhler in seinem Grußwort. Er betonte: „Journalismus braucht gute Ideen, um die Leser zu informieren und möglichst sogar zu begeistern. Der Lokaljournalistenpreis der Adenauer-Stiftung ist eine wichtige Börse für solche Ideen.“ In diesem Jahr musste die Jury unter Vorsitz von Dr. Dieter Golombek mehr als 470 Einsendungen aus ganz Deutschland auswerten.

„Guter Lokaljournalismus lädt die Menschen ein, sich in die eigenen Angelegenheiten einzumischen“, betonte der Bundespräsident. „Das ist eine anspruchsvolle Vermittlungsaufgabe, es ist ein Bildungsangebot, und je besser es gelingt, desto mehr wachsen die Ansprüche der Leser an ihr Blatt. Ich danke allen Journalistinnen und Journalisten, die sich dieser wichtigen Herausforderung stellen.“

Dabei habe guter Lokaljournalismus „natürlich nicht allein die örtliche Ebene im Blick“, fügte Horst Köhler hinzu. „Er stellt Bezüge und Zusammenhänge her: zur Politik auf Landes- und Bundesebene, zu vergessenen Kapiteln der Lokalgeschichte, zu aktuellen Debatten und zu Ereignissen an anderen Orten. In der lokalen Berichterstattung werden abstrakte Begriffe durchbuchstabiert, sie werden fasslich, bekommen ein Gesicht: Was bedeutet Globalisierung für das Arbeiten und Leben in der eigenen Stadt? Was bedeutet der demografische Wandel für den Bedarf an Kindergartenplätzen, an Alten- und Pflegeheimen in meiner Gemeinde und meinem Landkreis? Wo hakt es, was können Bürger für Bürger tun? Und es ist gewiss auch kein Zufall, dass Umfragen zufolge die Menschen ihrer Lokalzeitung deutlich mehr vertrauen als manchen anderen Medien.“

Fragwürdig sei allerdings der Trend zu immer mehr Monopolen im Zeitungsgeschäft, kritisierte der Bundespräsident. „Schöner wäre es, wenn der Wettbewerb zwischen den Lokalzeitungen nicht nur bei solchen Wettbewerben, sondern auch wieder verstärkt im journalistischen Tagesgeschäft stattfinden würde.“ An die Adresse der Verleger gerichtet sagte der Bundespräsident, Qualität habe ihren Preis. „Niemand weiß das besser als Sie. Geben Sie Ihren Redaktionen den Spielraum und die Unabhängigkeit, die sie brauchen, um ihre Informationsaufgabe für die Öffentlichkeit weiterhin verantwortungsvoll zu erfüllen.“

Der erste Preis ging in diesem Jahr an die Braunschweiger Zeitung. Honoriert wurde die Idee einer „Bürgerzeitung“ mit einer engen Bindung an die Leser und verschiedenen Angeboten, um diese am Zeitungsmachen zu beteiligen. „Die Leser können sich einbringen und über den Inhalt der Zeitung in gewissem Umfang mitbestimmen“, lobte der Stiftungsvorsitzende Bernhard Vogel. Die Zeitung hat unter anderem eine Leserkonferenz und eine Leserredaktion und bringt jede Woche ein Interview, bei dem nur Leser die Fragen stellen.

Zu den weiteren Preisträgern gehören beispielsweise die Berliner Morgenpost, die Abendzeitung aus München, der Reutlinger General-Anzeiger, die Passauer Neue Presse, das Bocholt-Borkener Volksblatt, die Hannoversche Allgemeine Zeitung oder der Fränkische Tag in Bamberg.

Der Zeitungsverlag Waiblingen erhielt den Preis in der Kategorie „Redaktionelles Marketing“ für das Konzept einer Familienzeitung. Dazu gehören das Familien-Forum jeden Dienstag, das Sie heute auf der Seite C 3 finden. Weitere Elemente sind der Kinogutschein, verbilligte Eintrittskarten für unsere Abonnenten für die Wilhelma und Freizeitparks, die Sie in unseren Geschäftsstellen in Waiblingen, Schorndorf, Winnenden und Welzheim erhalten, oder zahlreiche Veranstaltungen für Kinder und Eltern.

Der Lokaljournalistenpreis wird seit 1980 von der Konrad-Adenauer-Stiftung vergeben. Vor zwei Jahren erhielt der Zeitungsverlag Waiblingen den ersten Preis für das Konzept der Extra-Seiten.