Auszeichnungen

Theodor-Wolff-Preis für ZVW-Redakteur Peter Schwarz

simsek
Redakteur Peter Schwarz. © Ramona Adolf

Waiblingen. Juchhu, ein Preis, und was für einer! Peter Schwarz, Redakteur beim Zeitungsverlag Waiblingen, hat mit seiner Alt-68er-Reportage "Nicht versöhnt. Reinhard Gebhardt: Eine politische Biografie" den Journalistenpreis der deutschen Zeitungen (Theodor-Wolff-Preis) in der Kategorie "Lokales" gewonnen.

Der Preis ist mit 6000 Euro dotiert. Dieser Preis ist auch für ein Haus, das seit 1985 immer wieder Journalisten-Preise eingeheimst hat, etwas Besonderes. Entsprechend stolz sind nicht nur wir als Kolleginnen und Kollegen von Peter Schwarz, sondern ist auch die Geschäftsleitung. Schließlich, betont Geschäftsführer Ulrich Villinger, "ist das der erste Theodor-Wolff-Preis in der über 30-jährigen Geschichte des Zeitungsverlags Waiblingen". Peter Schwarz, 36 Jahre jung, zweifacher Familienvater und seit 1995 zunächst als Volontär und dann als Redakteur beim Zeitungsverlag, reiht sich mit dieser Auszeichnung die offizielle Preisverleihung findet am 9. September in Berlin statt in eine lange Reihe von prämierten Beiträgen von ZVW-Redaktions-Mitgliedern und -Teams ein. Genannt seien in diesem Zusammenhang der Drexel-Preis für Werner Müller für seine Enthüllungen über Euthanasie in der Anstalt Stetten ("Als die grauen Busse kamen"), der Preis der Adenauer-Stiftung für die Aktion "Wälder warten nicht auf Wunder", der Euro-Solar -Preis für die Aktion "100-Dächer-Programm" von Martin Winterling und ein wiederum von der Adenauer-Stiftung vergebener Sonderpreis im Jahre 1998 für unsere neue Jugendseite "nicht jugendfrei", der ebenfalls Peter Schwarz und dem Kollegen Jörg Nolle zuerkannt wurde.

Bundesverband der deutschen Zeitungsverleger: eine Geschichte, die den Wirrungen der großen Politik im Lokalen nachspürt

Und jetzt also der Theodor-Wolff-Preis. Für eine Geschichte, die, um die Bewertung des Bundesverbandes der deutschen Zeitungsverleger zu zitieren, "den Wirrungen der großen Politik im Lokalen nachspürt". Die Wirrungen der großen Politik, das war in diesem Fall die Debatte um die Turnschuh- und angebliche oder tatsächliche Molotow-Cocktails-Vergangenheit von Außenminister Joschka Fischer, dessen Name auch im Impressum einer seinerzeit am Staufer-Gymnasium herausgegebenen Schülerzeitung mit dem verheißungsvollen Titel "Rotkehlchen" aufgetaucht ist. Die Spurensuche zurück in die Zeit der 68er und zu den Protagonisten dieser Zeit hat über den Umweg Jugendseite dann zu jenem jetzt bei Heidelberg lebenden Reinhard Gebhardt geführt, der im Gegensatz zu vielen anderen seiner damaligen Weggefährten eben nicht den Marsch durch die Instanzen angetreten hat und Lehrer, Schulleiter oder Minister geworden, sondern je nach Deutung ein Unbequemer, ein Konsequenter oder ein Unbelehrbarer geblieben ist. Und das war's unter anderem auch, was den Kollegen Peter Schwarz an dieser Geschichte (erschienen übrigens am 12. Mai 2001) gereizt, was sie ihm auch selber als etwas Besonderes erscheinen lassen hat.

Die Frage nach politischem Engagement, "und was sich draus ergeben kann", hat Schwarz persönlich interessiert. Dass sich hier ein Thema aufgetan hat, das gleichermaßen aktuell wie zeitgeschichtlich war, war ein weiterer besonderer Aspekt. Und dann ist's natürlich auch schön und etwas Besonderes, wenn das Alltagsgeschäft dank der Unterstützung der Kollegen Raum lässt für aufwändigere Recherchen und eine Geschichte, die auch vom Format und der Gestaltung her den Alltagsrahmen sprengt. Dass Peter Schwarz jetzt abhebt und sich fürs Alltagsgeschäft zu schade ist, diese Sorge haben wir nicht. Schließlich ist so ein Preis zwar einerseits eine tolle Auszeichnung und Anerkennung, andererseits aber "nicht die Welt" (sagt er selbst). "Das Geschäft in einer Lokalredaktion ist schön, wie es ist", sagt er. Abends in ein Konzert (es darf auch Marianne und Michael sein), am nächsten Vormittag zu einem Briefmarkensammler, nachmittags zum Kreisjugendring und am Wochenende ein Besuch bei der Sportabzeichenabnahme: Was will ein Allrounder wie Peter Schwarz, der in der Kultur und bei der Jugend genau so daheim ist wie auf dem Amtsgericht und auf dem Fußballplatz, mehr?! Der Alltag ist schön, es lebe das Besondere! Und natürlich ist ein Theodor-Wolff-Preis als Form der Rückmeldung auf ein journalistisches Werk etwas Besonderes. Schließlich passieren einem da im Alltag ganz andere Dinge (womit wir wieder bei Marianne und Michael wären).

In diesem Sinne noch einmal von all deinen Kolleginnen und Kollegen: Herzlichen Glückwunsch, Peter. Mach weiter so! So normal und sympathisch sieht ein Theodor-Wolff-Preisräger aus: Peter Schwarz an seinem Arbeitsplatz in der Waiblinger Redaktion des Zeitungsverlags.