Klimakrise im Rems-Murr-Kreis

Klimaschutz-Wünsche der Bürger: Mehr ÖPNV und Unverpackt-Läden

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Landrat Richard Sigel und Felicia Wurster, die Klimaschutzbeauftragte des Kreises, pflückten den Wunschbaum ab. © Christine Tantschinez

Waiblingen. Die Wünsche hängen diesmal nicht am Himmel, sondern am Baum. Die Bürgerinnen und Bürgerinnen des Rems-Murr-Kreis haben ihre konkreten Wünsche für Klimaschutz im Kreis aufgeschrieben und an einen Wunschbaum gehängt. Dessen Früchte wurden nun ausgewertet, wie das Landratsamt am Donnerstag mitteilte. 

233 Wünsche auf 148 Wunschkarten trug der Baum. Während der Aktionswoche Klimaschutz vom 20 bis 28. September konnten Besucher der Kinoabende und Vorträge auf Kärtchen notieren, was für ein besseres Klima im Rems-Murr-Kreis getan werden soll. Landrat Dr. Richard Sigel hatte den Baum persönlich abgeerntet und versichert, die Anregungen abzuarbeiten. Nun haben sich Sigel und die Klimaschutz-Experten im Landratsamt mit den Vertretern des Aktionsbündnisses Klimaschutz Rems-Murr zur gemeinsamen Sichtung und Auswertung der abgegebenen Wünsche getroffen.

Mehr ÖPNV und Radwege

Bei den Wünschen haben sich Schwerpunkte herauskristallisiert: Mobilität, Konsum, Bildung und erneuerbarer Energien. Die meisten Anregungen betrafen mit Abstand den Bereich Mobiltät. Ein Ausbau der Radwege sowie der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrsnetzes liegt den Bürgern demnach am Herzen. Dicht gefolgt vom Wunsch nach günstigeren Verkehrsmitteln im öffentlichen Personennahverkehr. Achtmal standen alternative Antriebe und Nutzungsformen im Kern des Wunsches, siebenmal wurde der Wunsch nach einem autofreien Tag oder eine autofreie Stadt geäußert.

Laut Einschätzung von Landrat Dr. Sigel setze man im Kreis schon auf die richtigen Themen: "Wir haben mit der Tarifzonenreform bereits einiges erreicht: Konkret ist das Bus- und Bahnfahren einfacher und günstiger geworden. Das ist eine nachhaltige Investition des Landkreises in den Klimaschutz".

 

Die Aktionswoche Klimaschutz

Bunt und abwechslungsreich hat die „Aktionswoche Klimaschutz“ mit Kinofilmen, Workshops, Vorträgen vielfältige Ansätze für alternatives Wirtschaften, klimabewusstes Leben und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt gerückt. Die Aktionswoche wurde unterstützt von 20 Bündnis-Partnern, der Stadt Waiblingen, dem Landkreis sowie von mehreren Firmen und Kooperationspartnern. Markus Koch, Sprecher des Aktionsbündnisses Klimaschutz Rems Murr, zeigte sich zufrieden. Alle Kinoabende seien gut besucht gewesen und an den Abenden mit Schülervorstellungen im Schwanen und in Schorndorf hätten ebenfalls viele den Weg ins Kino gefunden. Elf Interessierte besuchten am Mittwoch beim nachhaltigen Spaziergang Winnender Unternehmen (POIS, Lavendula, Biobäcker Weber, Weltladen, Green Lavadee) und lernten aus erster Hand Herausforderungen mit Fair Trade kennen sowie den Alltag mit umweltfreundlichem Handel und Produktionsweisen. Zehn Interessierte ließen sich von Florian Keimer von der Demetergärtnerei Großhöchberg das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft erläutern.

 

Unverpackt-Läden werden gewünscht

Beim Thema Abfall wünschte sich eine Vielzahl weniger Verpackung. Elf Wünsche forderten konkret einen Unverpackt-Laden, wie er etwa schon in Stuttgart oder Schwäbisch Gmünd zu finden ist, aber leider noch nicht im Rems-Murr-Kreis. Mehr Bio-Landwirtschaft in der Region und mehr Bäume sowie die Pflege der Streuobstwiesen wurden ebenfalls angeregt.

 

Mehr Solarenergie und Vorbilder in der Politik

Sechs Wünsche drehten sich um einen Ausbau der Solarthermie- und Photovoltaikanlagen, fünf waren allgemein für den verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien. Beim Thema Bildung sollte Klimaschutz als Schulfach oder in Projektfach in die Schulen einziehen. Von der Politik erwarteten sich Bürger auch mehr Akitivität in Sachen Klimaschutz, gerne auch als Vorbildrolle der öffentlichen Verwaltung.