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Von Schorndorf nach Welzheim: Mit Volldampf durchs Wieslauftal

Schwäbische Waldbahn
Die nostalgische Dampflok legt zwischen Schorndorf und Welzheim knapp 23 Kilometer zurück. © Gabriel Habermann

Ein Ausflug, der allen Familienmitgliedern gefällt, ist gar nicht so einfach zu finden. Historische Eisenbahnen sind etwas für jedes Alter und begeistern Kinder und Erwachsene. Und für eine Fahrt mit der Schwäbischen Waldbahn muss noch nicht einmal die Sonne scheinen, der Ausflug ist auch bei schlechtem Wetter ein Erlebnis.

Dieses beginnt schon vor der Fahrt, denn die Lok und die Wagen sehen so ganz anders aus als die Züge, die die Kinder kennen. Es lohnt sich deshalb, so rechtzeitig am Bahnhof zu sein, dass genügend Zeit bleibt, die Fahrzeuge von außen genau unter die Lupe zu nehmen.

Nostalgisches Flair im historischen Zug

Die Fahrt von Schorndorf nach Welzheim dauert eine Stunde und ist zugleich eine kleine Reise in die Vergangenheit. In den Waggons der Schwäbischen Waldbahn versinkt man tief in den durchgesessenen Lederpolstern. Die Fenster können noch weit geöffnet werden. Anstatt auf einen leuchtenden Knopf zu drücken, schließt und öffnet man die Zugtüren von Hand mit einem lauten Knall.

Und dann geht es los. Der Zug erzittert, als der Lokführer den Motor anwirft, und rumpelt los. Es zischt, rattert, rumpelt, dampft und quietscht, während vor dem Fenster grüne Täler und Ortschaften vorbeiziehen. Ehrensache, dass in diesem Zug die Fahrkarte noch stilecht mit einem Knipser entwertet wird. Wichtig zu wissen: Während der Corona-Pandemie müssen Fahrkarten vorab online oder bei einer Vorverkaufsstelle gekauft werden und im Zug herrscht Maskenpflicht.

Seit mehr als 100 jahren fahren Züge durchs Wieslauftal

Die Geschichte der Schwäbischen Waldbahn reicht übrigens mehr als 100 Jahre zurück: Die „Talbahn“ von Schorndorf bis Rudersberg wurde 1908 eingeweiht. Schwieriger gestaltete sich der Bau der Bergstrecke bis hinauf nach Welzheim, und das lag nicht nur an der extremen Steigung, die die Schienen zwischen Oberndorf und Breitenfürst überwinden müssen. Weil es fast das ganze Jahr 1910 hindurch starke Regenfälle gab, rutschten einige der großen, neu angelegten Dämme ab und die Strecke musste gegen den Berg verlegt werden. 1911 wurde die „Bergbahn“ schließlich eröffnet. In den 80er Jahren allerdings wurden zunächst der Fahrgast- und schließlich auch der Güterverkehr eingestellt und erst seit 2010 dampfen wieder historische Züge durchs Wieslauftal und bis nach Welzheim.

Wer von dort nicht direkt wieder zurück nach Schorndorf fahren möchte, kann in Welzheim die berühmte „Champagnerluft“ schnuppern, ein Eis essen und im Archäologischen Park mit dem rekonstruierten Ostkastell in die römische Geschichte eintauchen.

Schöne Ausflusgziele entlang der Strecke

Aber auch ein Ausstieg unterwegs lohnt sich an vielen Stellen der Strecke. In Michelau zum Beispiel steht nur wenige Hundert Meter vom Bahnhof entfernt eine Ölmühle. Sie gilt als älteste Ölmühle Baden-Württembergs, von 1754 bis 1955 wurde dort aus Leinsamen, Walnüssen, Bucheckern, Kürbiskernen und Raps Speiseöl hergestellt. Das kleine Museum im Inneren kann derzeit wegen der Corona-Pandemie zwar nur vom Eingang aus begutachtet werden, vor allem für kleine Kinder sind der Bach und das große Mühlrad aber sowieso viel interessanter. Der Kiosk bei der Ölmühle ist sonntags von 9.30 bis 18.30 Uhr geöffnet (außer am 16. und 23. August) und bietet mehr als Pommes und Currywurst: Hier gibt es Frühstück, Kaffee, Eis und sogar kleine Hauptgerichte zur Stärkung und Tische, Bänke und Liegestühle zum Ausruhen. Für Familien gibt es wenige Schritte vom Kiosk entfernt außerdem einen kleinen Spielplatz und Platz zum Fußballspielen.

Ein Ausflug, der allen Familienmitgliedern gefällt, ist gar nicht so einfach zu finden. Historische Eisenbahnen sind etwas für jedes Alter und begeistern Kinder und Erwachsene. Und für eine Fahrt mit der Schwäbischen Waldbahn muss noch nicht einmal die Sonne scheinen, der Ausflug ist auch bei schlechtem Wetter ein Erlebnis.

Dieses beginnt schon vor der Fahrt, denn die Lok und die Wagen sehen so ganz anders aus als die Züge, die die Kinder kennen. Es lohnt sich deshalb, so rechtzeitig

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