Schwabenpark

Warten auf die Wilde Hilde

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Symbolbild. © Ramona Adolf
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Von links nach rechts: Projektleiter Viktor Mazzoleni, Parkmanager André Hudelmaier und Geschäftsführer Thomas Hudelmaier.
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Zentimeter für Zentimeter wird die Gondel auf den Schienen bewegt.
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Die Hühnerdeko wurde bereits angebracht. Es fehlen nur noch wenige Thematisierungselemente.
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An den Sitzbügeln muss noch der Schaumstoff ausgetauscht werden.

Welzheimer Wald. Schon vom Parkplatz aus sticht die „Wilde Hilde“ direkt ins Auge. Die Schienen der neuen Achterbahn stehen, obenauf thront ein fast drei Meter hoher Hahn. Doch wann können die Besucher endlich mit der neuen Attraktion im Schwaben Park fahren? Ein Besuch auf der Baustelle.

Die Arbeiten an der „Wilden Hilde“ begannen mit Verzögerungen. Ein Lkw-Fahrer, der die Teile der neuen Achterbahn anliefern sollte, erlitt auf der Autobahn einen Herzinfarkt. Dem Mann geht es inzwischen besser, die Teile kamen am 19. Juli im Schwaben Park an. Am 25. Juli war „Schienenschluss“, das heißt, alle Streckenteile wurden vollständig zusammengesetzt. „Jetzt geht es um die Feinjustierung“, erklärt Projektleiter Viktor Mazzoleni. Er hatte vor Jahren schon die Idee, eine Achterbahn einer Murmelbahn nachzuempfinden. Nun wird sein Prototyp im Schwaben Park umgesetzt.

Ein Kran bringt die Arbeiter auf 25 Meter Höhe. Dort ist eine der Gondeln bereits angebracht. Mit ihr wird die Strecke überprüft. Für eine Testfahrt, auch ohne Menschen, hat es bislang noch nicht gereicht. Stattdessen wird die Gondel Zentimeter für Zentimeter über die Schienen bewegt. Zunächst geht es um die reinen technischen Aspekte und die Sicherheit, später auch um den Fahrspaß. „Man kann am Computer alles planen und berechnen. Aber ob die Fahrt am Ende langweilig ist, oder die Menschen das Gefühl bekommen aus der Gondel zu kippen, muss alles getestet werden“, erklärt Mazzoleni. Um das Gewicht der Fahrgäste zu simulieren, werden dann mit Wasser gefüllte Dummies eingesetzt.

Interaktiver Wartebereich mit eigenem Soundtrack

Während oben an den Schienen gearbeitet wird, nimmt am Boden der Wartebereich Gestalt an. Ein Lkw lädt Rindenmulch ab, der zwischen den Pflanzen verteilt wird. 5 000 Euro hat allein die Pflanzendeko gekostet. Eine Hütte im Eingangsbereich steht bereits. Im einen Teil wird der Kran untergebracht, der dann nur noch zu Wartungsarbeiten und im Notfall bei einer Evakuierung zu Einsatz kommt. Im anderen Teil soll ein interaktiver Wartebereich mit mehreren Bildschirmen entstehen. sechs große Hühner sitzen bereits im Gerüst, eines, das Flügel, Schnabel und Augen bewegen kann soll noch hinzu kommen. Für mehr Hühnerstall-Atmosphäre soll ein eigens für die „Wilde Hilde“ komponierter Soundtrack sorgen. Die Melodie erinnert an Gershon Kingsleys „Popcorn“, nur mit Gegacker untermalt. „Wer dann Popcorn hört, denkt sofort an die „Wilde Hilde“, erklärt Pressesprecher Marcel Bender die Strategie.

Zwei weitere Gondeln liegen noch neben der Baustelle auf dem Boden. Der TÜV hatte vorgeschrieben, dass ein Stück Schaumstoff an den Sicherheitsbügeln angebracht wird, damit kleinere Kinder nicht aus dem Sitz rutschen können. Nun würde dieses Schaumstoffstück Erwachsenen aber schmerzhaft in den Bauch drücken. Es musste also nachgearbeitet werden. Die neuen Schaumstoffteile sind bereits bestellt. Am Ende werden die Gondeln noch thematisch passend verkleidet. Vielen Freizeitparks ist das Risiko zu groß, eine Achterbahn zu bauen, die es so noch nicht gibt“, weiß Mazzoleni. „Prototypen sind zeitintensiv.“ Wegen der fehlenden Erfahrungswerte kann sich der Bau verzögern, Verbesserungen sind immer nötig.

Damit das Fahrgeschäft bald eröffnen kann, arbeitet Mazzoleni mit vier bis fünf Arbeitern täglich von morgens um 8 Uhr bis in die späten Abendstunden an der Achterbahn. Sieben Tage die Woche. Dabei packen sowohl die beiden Geschäftsführer Thomas und Guido Hudelmaier als auch Parkmanager André Hudelmaier mit an. „Sommer 2018“ steht als Eröffnungstermin auf den Plakaten. „Daran hat sich auch noch nichts geändert“, verspricht Thomas Hudelmaier. Einen konkreten Termin lassen sich aber weder er noch der Pressesprecher entlocken. Auch darum, wann der TÜV die Bahn abnehmen will, wird bislang ein großes Geheimnis gemacht. Wir bleiben dran.


Die Wilde Hilde

  • In die Achterbahn „Wilde Hilde“ hat der Schwaben Park rund 1,3 Millionen Euro investiert.
  • Etwa 90 Sekunden wird eine Fahrt auf der 100 Meter langen Strecke dauern.
  • In einer Gondel haben vier Leute Platz. Drei Gondeln sollen im 40 Sekunden-Takt auf die Strecke gelassen werden und so bis zu 360 Personen pro Stunde befördern.
  • Auch wenn es theoretisch möglich wäre, überschlagen sich die Gondeln nicht. Der Park will mit der neuen Attraktion keine „Thrill-Fans“ anlocken, sondern Familien mit Kindern ein weiteres Highlight bieten.
  • Die Thematisierung ist eine Hommage an den verstorbenen Parkgründer Sieghard Hudelmaier, der einst eine Geflügelzucht betrieb.
  • Der Soundtrack der neuen Attraktion stammt von der Firma IMAscore, die bereits den Soundtrack für die Schiffschaukel Santa Lore produzierte.