Rems-Murr-Sport

Beim Stürmerfoul haben es die Handball-Schiedsrichter schwer

BaumgartenS63
Simon Baumgarten, hier noch im Trikot des Erstligisten TVB Stuttgart. © Ralph Steinemann

Einer der beliebtesten Schreie von Zuschauern beim Handball ist „Stürmerfoul!“ Erhört werden sie aber selten. Denn die Regel ist problematisch. Simon Baumgarten, der langjährige Erstliga-Kreisläufer des TVB Stuttgart und künftige Spieler des VfL Waiblingen, beantwortet die Fragen von Sportredakteur Mathias Schwardt.

Herr Baumgarten, wenn Stürmerfoul gepfiffen wird, gibt es im Handball regelmäßig Diskussionen. Beschäftigen wir uns zunächst einmal mit der Regel: Wann liegt ein Stürmerfoul vor, und wie wird es geahndet?

Wenn der Angreifer in den stehenden Gegner hineinläuft, pfeifen die Schiris meist Stürmerfoul. Das ist die womöglich kritischste Entscheidung im Handball, es liegt immer im Ermessen des Schiris. Ein Indiz ist: Wenn der Abwehrspieler fest, quasi schon im Weg steht, und nicht mehr aktiv wird, dann ist es ein Stürmerfoul. Es wird mit dem Wechsel des Ballbesitzes geahndet.

Es wird aber eher selten Sürmerfoul gepfiffen. Oder täuscht dieser Eindruck? Und wie schwer ist es für die Schiedsrichter, die Situation zu erkennen?

Das ist wahrscheinlich zusammen mit der Entscheidung über Zeitspiel oder ab wann Zeitspiel angezeigt wird die schwerste Entscheidung im Handball und wird auch in Zukunft die Gemüter in den Hallen erhitzen. Die Schiris müssen im Bruchteil einer Sekunde entscheiden. Die Häufigkeit der Pfiffe nimmt proportional mit der Spielklasse und der Schiedsrichterausbildung ab. Also je höher die Liga, desto seltener die Pfiffe. In unteren Spielklassen lassen sich die Schiedsrichter auch oft von Körpermaßen beeinflussen und entscheiden anhand derer über Foul oder nicht.

Sie, Herr Baumgarten, sind Kreisläufer und können Licht ins Dunkel bringen. Oft kommt es in Spielen nämlich zu diesen Szenen: Der Kreisläufer dreht sich mit Ball und drängt dabei den Abwehrspieler in den Kreis. Die Folge ist aber nicht Stürmerfoul, sondern Siebenmeter. Ist der Kreisläufer gegenüber dem Abwehrspieler also im Vorteil?

Auch hier ist es spielklassenabhängig, wie gepfiffen wird. Mit der steigenden Spielklasse wird einfach mehr toleriert und geduldet. Der Kreisläufer ist also nicht im Vorteil, wenn die Schiedsrichter mit gleichem Maß messen. Am Kreis wird gezogen und gezerrt. Sowohl vom Angreifer als auch vom Verteidiger. Ein gesundes Maß auf beiden Seiten, und das Spiel läuft. Im Fußball werden die Schiedsrichter entsprechend bezahlt und haben noch einen Videobeweis. Das alles gibt es im Handball nur selten. Und der Druck ist ähnlich hoch für alle an der Pfeife. Man sollte neue Anreize schaffen, dass gerade jetzt wieder mehr Leute Schiedsrichter werden wollen.

Einer der beliebtesten Schreie von Zuschauern beim Handball ist „Stürmerfoul!“ Erhört werden sie aber selten. Denn die Regel ist problematisch. Simon Baumgarten, der langjährige Erstliga-Kreisläufer des TVB Stuttgart und künftige Spieler des VfL Waiblingen, beantwortet die Fragen von Sportredakteur Mathias Schwardt.

Herr Baumgarten, wenn Stürmerfoul gepfiffen wird, gibt es im Handball regelmäßig Diskussionen. Beschäftigen wir uns zunächst einmal mit der Regel:

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper