Titelkämpfe in Pokljuka

Biathletinnen ohne WM-Medaille - Herrmann Sprint-Vierte

Denise Herrmann
Wurde beim Sprint über 7,5 Kilometer Vierte:k Denise Herrmann in Aktion. Foto: Darko Bandic/AP/dpa © Darko Bandic

Pokljuka (dpa) - Gut, aber nicht stark genug für eine WM-Medaille: Die deutschen Biathletinnen haben in ihrem ersten Einzelrennen der Weltmeisterschaft im slowenischen Pokljuka eine geschlossene Teamleistung gezeigt, die Podestplätze jedoch verpasst.

Im Sprint über 7,5 Kilometer lief Denise Herrmann als beste des DSV-Quartetts auf einen starken vierten Platz, die ebenfalls als Medaillenkandidatin gehandelte und mit einem Fehler belastete Franziska Preuß wurde Achte. Auch läuferisch waren beide beim zweiten WM-Sieg der Norwegerin Tiril Eckhoff vorne mit dabei. Einen Tag nach dem historischen WM-Debakel der Herren reichte es am Samstag aber wieder nicht zu Edelmetall. Nach dem enttäuschenden Rang sieben in der Mixed-Staffel zum Auftakt steht die Mannschaft von Bundestrainer Mark Kirchner nach drei Rennen noch ohne Medaille da.

«Mit der besten Schießleistung und meinem besten Sprintergebnis der Saison bei der WM bin ich zufrieden, aber ich wäre gerne auf das Podium gelaufen», sagte Herrmann, der 7,9 Sekunden auf Rang drei fehlten. Fehlerfrei hätte es sogar zu ihrem zweiten WM-Titel reichen können. Die Ex-Langläuferin schoss auf der 1350 Meter hohen Hochebene nur einmal daneben und war in der Loipe die Viertschnellste.

Damit verschaffte sich die 32-Jährige eine gute Ausgangsposition für die Verfolgung am Sonntag (15.30 Uhr/ARD und Eurosport) - 2019 hatte sie in dieser Disziplin WM-Gold geholt. Sie geht nur 22,3 Sekunden hinter Eckhoff ins Jagdrennen. Sprint-Zweite wurde die Französin Anais Chevalier-Bouchet, Bronze sicherte sich überraschend Hanna Sola aus Belarus. Vanessa Hinz (1 Fehler) wurde gute Zwölfte, Janina Hettich (2) landete auf Rang 31.

Beim Saisonhöhepunkt scheint Herrmann ihre besten Saisonleistungen abrufen zu können. Dabei war die Sächsin nicht mit dem besten Gefühl zur WM gereist. Nachdem sie sich zum Saisonstart den Kampf um den Gesamtweltcup als Ziel gesetzt hatte, lief es alles andere als rund. Trotz des neuen Schießtrainers Engelbert Sklorz war ihre Trefferquote nur Mittelmaß. Einem zweiten Platz zum Saisonauftakt folgten zu viele Enttäuschungen.

So brauchte sie nach dem letzten Weltcup in Antholz erstmal eine Pause. Eine Woche stellte sie ihre Waffe in die Ecke und fasste sie gar nicht an. Mit Erfolg, auch in der Mixed-Staffel zeigte die siebenmalige Weltcupsiegerin eine gute Einzelleistung. «Ich habe einfach versucht daran zu glauben, dass der Knoten irgendwann platzt. Das macht Mut für die Verfolgung», sagte Herrmann, die vor einem Jahr auf der Pokljuka fehlerfrei das Weltcup-Einzel gewinnen konnte.

Franziska Preuß als beste Deutsche im Gesamtweltcup hatte sich auch berechtigte Hoffnungen auf ihre zweite WM-Einzelmedaille gemacht. Die 26-Jährige schoss stehend einen Fehler und kämpfte dann eine gefühlte Ewigkeit um den letzten Schuss. Sie traf, brauchte dafür aber insgesamt 58,7 Sekunden. «Wenn man die Schießzeit sieht, sieht man, welche Platzierungen einem da flöten gehen», sagte Preuß, die beim Stehendschießen die «Nähmaschine», also wackelige Beine, bekam.

Die Männer wollen nach ihrem historischen WM-Debakel Wiedergutmachung betreiben. Arnd Peiffer auf Rang 36 geht als bester des DSV-Trios in die Verfolgung. Erik Lesser hatte die Qualifikation fürs Jagdrennen verpasst.

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